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Institutionelle Reformen zur Friedenskonsolidierung

GIGA Focus | Afrika | Nummer 06 | | ISSN 1862-3603

Am 19. September 2012 veröffentlichte die Bundesregierung im Zusammenhang mit einer Strategie der Krisenprävention ressortübergreifende Leitlinien für eine kohärente Politik gegenüber fragilen Staaten. Darin gibt sie das Ziel aus, Staatlichkeit durch "institutionalisierte und rechtlich abgesicherte Mechanismen der gleichberechtigten politischen Teilhabe" zu fördern.

Analyse
Wissenschaftler, Diplomaten und Entwicklungspolitiker gehen zumeist davon aus, dass institutionelle Reformen zur Friedenskonsolidierung in Nachkriegsgesellschaften beitragen können. Es bleibt jedoch unklar, unter welchen Bedingungen solche Reformen Erfolg haben. Eine Analyse institutioneller Reformen in 18 Nachkriegsstaaten in den Bereichen territoriale Staatsstruktur, Wahl- und Parteiensysteme, Regierungssysteme, Sicherheitssektor und Justiz in den Jahren von 2000 bis 2005 deutet auf folgende Ergebnisse hin:

  • Nationale und internationale Akteure müssen bei den Reformen die Wechselwirkungen der Institutionen untereinander und das gesamte „Konzert“ der Institutionen berücksichtigen.

  • Viel zu selten wird beachtet, dass Reformen in unterschiedlichen Politikbereichen sich gegenseitig widersprechen können oder zusammen eine Wirkung entfalten, die immer die gleichen „Reformverlierer“ hervorbringt – das kann einen notwendigen Elitenkonsens untergraben.

  • Reformüberlastung aufgrund vieler gleichzeitig reformierter Institutionen kann die Friedenskonsolidierung gefährden.

  • Für den Erfolg institutioneller Reformen ist über die reine Festlegung in Friedensabkommen und/oder Verfassungen hinaus ihre effektive Umsetzung notwendig.

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Vorgeschlagene Zitierweise

Ansorg, Nadine, et al. (2012), Institutionelle Reformen zur Friedenskonsolidierung, GIGA Focus Afrika, 06, urn:nbn:de:0168-ssoar-321083

Impressum

Creative Commons

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Das German Institute for Global and Area Studies (GIGA) – Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg gibt Focus-Reihen zu Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahost und zu globalen Fragen heraus. Der GIGA Focus wird vom GIGA redaktionell gestaltet. Die vertretenen Auffassungen stellen die der Autorinnen und Autoren und nicht unbedingt die des Instituts dar. Die Verfassenden sind für den Inhalt ihrer Beiträge verantwortlich. Irrtümer und Auslassungen bleiben vorbehalten. Das GIGA und die Autorinnen und Autoren haften nicht für Richtigkeit und Vollständigkeit oder für Konsequenzen, die sich aus der Nutzung der bereitgestellten Informationen ergeben.

Gesamtredaktion GIGA Focus: Prof. Dr. Sabine Kurtenbach
Redaktion GIGA Focus Afrika: Prof. Dr. Matthias Basedau

Dr. Nadine Ansorg ist Dozentin an der Universität Kent, UK, und am GIGA Institut für Afrika-Studien assoziiert. Sie forscht über institutionelle Reformen in Nachkriegsstaaten, insbesondere über die Reform des Sicherheitssektors, die Rolle internationaler staatlicher und nicht staatlicher Akteure in diesen Reformprozessen und die Bedingungen für den Friedensaufbau in geteilten und Nachkriegsgesellschaften.

Dr. Felix Haaß ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am GIGA Institut für Afrika-Studien, Mitglied im GIGA Forschungsschwerpunkt 2 „Frieden und Sicherheit“ und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Osnabrück. Seine Forschungsinteressen umfassen die Dynamik von Bürgerkriegen, internationales Konfliktmanagement, die politische Ökonomie von Institutionen nach Bürgerkriegen und auto­kratische Politik.

Julia Strasheim ist Associate am GIGA und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung.

Aktuelle Publikationen der AutorInnen

Nadine Ansorg / Julia Strasheim

COVID-19 Is a Window of Opportunity For Peacebuilding – Use It!

PeaceLab Blog, 2020

Julia Strasheim

Will COVID-19 Reshape Global Order? Nepal Shows: Not So Fast

Global Policy Journal Opinion Blog, 2020

Sabine Kurtenbach / Nadine Ansorg

Security Sector Reform After Armed Conflict

in: (ed.), The Palgrave Encyclopedia of Peace and Conflict Studies, Cham: Palgrave Macmillan, 2020

Felix Haaß / Martin Ottmann

Rebels, revenue, and redistribution: The political geography of post-conflict power-sharing in Africa

British Journal of Political Science, online first, 2020

Julia Strasheim

Neither war nor peace: political order and post-conflict violence in Nepal

in: Pavan Kumar Malreddy / Anindya Sekhar Purakayastha / Birte Heidemann (eds.), Violence in South Asia: Contemporary Perspectives, New York: Routledge, 2019, 23-36