GIGA Focus Afrika ,

Friedensinseln in Subsahara-Afrika

GIGA Focus | Afrika | Nummer 05 | | ISSN 1862-3603

Im Mai 2014 wurde die Staatspräsidentin Malawis, Joyce Banda, abgewählt; die Wahlen verliefen friedlich. In ihrer Amtszeit engagierte sie sich für mehr Transparenz und gegen Korruption, war aber auch selbst von Skandalen betroffen. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wuchs, es gab immer wieder massive Proteste. Dennoch kam es nie zu einem gewaltsamen Konflikt.

Analyse
Subsahara-Afrika ist der Kontinent mit den meisten inner- und nichtstaatlichen Kriegen. Gleichwohl gibt es einige Länder, für die dieser allgemeine Trend nicht gilt und die trotz ähnlicher politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ausgangsbedingungen nicht von organisierter Gewalt betroffen sind, die sogenannten „Friedensinseln“. Dabei kommt es in diesen Ländern durchaus zu politischen Protesten, doch ein großflächiger Ausbruch von Gewalt konnte bislang verhindert werden.

  • In den Friedensinseln Subsahara-Afrikas (Äquatorialguinea, Gabun, Swasiland, Benin und Malawi) bestätigen sich die Annahmen der statistischen Friedensforschung: Sowohl demokratische Regime wie Malawi und Benin als auch autokratische Regime wie Äquatorialguinea, Gabun und Swasiland sind tendenziell eher friedlich. Staaten im Wandel oder mit politischen Mischformen hingegen sind anfälliger für großflächige Gewalt und Krieg.

  • Dabei spielt die langfristige Stabilität der Regime eine große Rolle: Sind Regierungen bereits lange an der Macht oder ist ein System über längere Zeit stabil, ist der Erhalt von Frieden wahrscheinlicher. Demgegenüber bietet die wirtschaftliche Entwicklung der fünf Länder keine ausreichende Erklärung für ihre friedliche Entwicklung: Ein Großteil der Bevölkerung dieser Länder lebt in Armut.

  • Die vorliegende Analyse geht von einem negativen Friedensbegriff aus: Die Friedensinseln werden als frei von organisierter, direkter Gewalt, die eine gewisse Schwelle von Todesopfern überschreitet, gekennzeichnet. Die Definition eines konsolidierten, langfristigen Friedens sollte über einen eingeschränkten Friedensbegriff hinausgehen und positive Aspekte, wie die Anerkennung von Minderheitenrechten und demokratische Teilhabe, einbeziehen.

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Vorgeschlagene Zitierweise

Ansorg, Nadine, und Kim Schultze (2014), Friedensinseln in Subsahara-Afrika, GIGA Focus Afrika, 05, Juni, urn:nbn:de:0168-ssoar-391098

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Das GIGA German Institute of Global and Area Studies – Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg gibt Focus-Reihen zu Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahost und zu globalen Fragen heraus. Der GIGA Focus wird vom GIGA redaktionell gestaltet. Die vertretenen Auffassungen stellen die der Autoren und nicht unbedingt die des Instituts dar. Die Autoren sind für den Inhalt ihrer Beiträge verantwortlich. Irrtümer und Auslassungen bleiben vorbehalten. Das GIGA und die Autoren haften nicht für Richtigkeit und Vollständigkeit oder für Konsequenzen, die sich aus der Nutzung der bereitgestellten Informationen ergeben. Auf die Nennung der weiblichen Form von Personen und Funktionen wird ausschließlich aus Gründen der Lesefreundlichkeit verzichtet.

Gesamtredaktion GIGA Focus: Prof. Dr. Sabine Kurtenbach
Redaktion GIGA Focus Afrika: Prof. Dr. Matthias Basedau

Dr. Nadine Ansorg ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am GIGA German Institute of Global and Area Studies und Associate Research Fellow an der Universität Kent in Großbritannien. Ihr Forschungsinteresse gilt institutionellen Reformen in Post-Konflikt-Gesellschaften, insbesondere Reformen des Sicherheitssektors, und den Bedingungen für dauerhaften Frieden in geteilten und Nachkriegsgesellschaften im subsaharischen Afrika, aber auch darüber hinaus.

Aktuelle Publikationen der AutorInnen

Nadine Ansorg / Eleanor Gordon

Co-operation, Contestation and Complexity in Post-Conflict Security Sector Reform

Journal of Intervention and Statebuilding, 13, 2019, 1, 2-24

Nadine Ansorg / Julia Strasheim

Veto Players in Post-Conflict DDR Programs: Evidence From Nepal and the DRC

Journal of Intervention and Statebuilding, 13, 2019, 1, 112-130

Nadine Ansorg

The DRC is still in crisis but there is a way out

The Conversation, 2018

Nadine Ansorg / Toni Haastrup

Gender and the EU's Support for Security Sector Reform in Fragile Contexts

Journal of Common Market Studies, 56, 2018, 5, 1127-1143