Freiheit und Entwicklung? Religiöse Akteure, Religions- und Weltanschauungsfreiheit und nachhaltige Entwicklung


  • • Etwa 80% der Weltbevölkerung bekennen sich zu einer Religion – mit steigender Tendenz. In vielen Staaten wirken religiöse Akteure bei Entwicklung, z.B. Bildung und Bedürfnisbefriedigung, maßgeblich mit. Gleichzeitig scheinen Religions- und Weltanschauungsfreiheit (Freedom of Religion or Belief, FoRB) weltweit zunehmend eingeschränkt und „religiöse“ Konflikte scheinen zuzunehmen. Zudem wird Religion oft in einem Spannungsverhältnis mit unzureichender Bildung und Geschlechtergleichheit, insbesondere schädlichen Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung (FGM), oder starkem Bevölkerungswachstum. Die Ziele der Agenda 2030 sowie die Stärkung von Religions- und Weltanschauungsfreiheit werden ohne die Beteiligung religiöser Gemeinschaften, die die Werte der deutschen EZ teilen, kaum erreichbar sein können. Sie stellen einen wichtigen Teil der Zivilgesellschaften dar und genießen in der Bevölkerung oftmals ein hohes Vertrauen. Gleichzeitig gilt, dass Religion dort, wo sie Teil des Problems ist auch Teil der Lösung sein muss. Der Grad von Religions- und Weltanschauungsfreiheit hat Einfluss auf die Arbeit der Religionsgemeinschaften. Daher ist es notwendig, diese komplexen Beziehungen eingehender zu untersuchen und entsprechende Handlungsempfehlungen für die deutsche staatliche EZ abzuleiten.

    Leitung

    Prof. Dr. Matthias Basedau

    Direktor des GIGA Instituts für Afrika-Studien / Redaktion GIGA Focus Afrika

    Dr. Eric Stollenwerk

    Research Fellow / Sprecher Forschungsteam


    Forschungsfragen

    • Inwieweit sind Religionsgemeinschaften Akteure für nachhaltige Entwicklung – und tragen als Organisationen der Zivilgesellschaft zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDG) bei? Inwieweit stärken Religions- und Weltanschauungsfreiheit (FoRB) und nachhaltige Entwicklung einander? Ist das Erreichen der jeweils einen Komponente Voraussetzung für das Erreichen der anderen?
    • Welche Rahmenbedingungen müssen in Bezug auf FoRB erfüllt sein, damit religiöse Akteure sich für nachhaltige Entwicklung einsetzen können? Inwieweit ist ein hoher Grad an FoRB Voraussetzung dafür, dass religiöse Akteure sich für nachhaltige Entwicklung engagieren können?
    • Inwiefern ist die Partizipation von religiösen oder anderen gesellschaftlichen Gruppen, den gleichen Einschränkungen unterworfen wie die Partizipation zivilgesellschaftlicher Akteure (Stichwort „Shrinking Spaces“)?
    • Wie können religiöse Akteure zum Erreichen nachhaltiger Entwicklung beitragen? Wann hemmen sie nachhaltige Entwicklung?
    • Wie können religiöse Akteure zur Stärkung von FoRB beitragen? Wann hemmen sie FoRB?
    • Welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus für die Entwicklungspolitik (EP) und -zusammenarbeit (EZ )

    Beitrag zu internationaler Forschung

    Das Projekt trägt zur internationalen Debatte zum Zusammenhang von Religions- und Weltanschauungsfreiheit (FoRB) und den Zielen der Nachhaltigen Entwicklung (SDGs) bei. Insbesondere wird das Projekt Empfehlungen bezüglich der Auswahl potentieller glaubensbasierter Partner für die EZ geben.

    Forschungsdesign und Methoden

    Das Projekt bearbeitet diese Fragestellung in drei Modulen. In Modul 1 werden auf Grundlage globaler geschlechterdifferenzierter Datensätze Zusammenhänge zwischen FoRB und wichtigen SDGs wie Gesundheit, Bildung, Demokratie, Frieden, Geschlechtergerechtigkeit und Klimaschutz untersucht. Modul 2 nimmt ein Mapping von religiösen Akteuren in ausgewählten Ländern des Globalen Südens vor (voraussichtlich Äthiopien, Burkina Faso, Eritrea, Indien, Indonesien und Sudan). Modul 3 erarbeitet anhand der Erkenntnisse der anderen beiden Module kompakte Positionspapiere und erbringt laufend zusätzliche Beratungsleistungen.

    Vorläufige Ergebnisse

    Das Projekt begann im Spätherbst 2020. Es liegen mit Ausnahme vorläufiger Befunde zu Eritrea noch keine Ergebnisse vor

    07.04.2021

    Rebels with a Cause: Does ideology make armed conflicts longer and bloodier

    Konferenz 07.04.2021

    Paper with Mora Deitch and Ariel Zellman

    20.01.2021

    Ausbreitung des Dschihadismus im subsaharischen Afrika. Die politische Pandemie?

    Auswärtiges Amt Berlin: 20.01.2021

    Trends, Handlungsbedarf, mutmaßliche Ursachen und Politikempfehlungen. Vortrag beim 34. Afrikagesprächskreis des Auswärtigen Amtes.

    Benachrichtigungen

    Melden Sie sich hier für E-Mail-Benachrichtigungen zu GIGA-Aktivitäten an

    Soziale Medien

    Folgen Sie uns