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GIGA Focus Asien

Artillerieangriff und zweites Nuklearprogramm: Nordkorea dreht an der Konfliktspirale

Nummer: 11 | 2010 | ISSN: 1862-359X

Am 23. November 2010 beschoss die nordkoreanische Artillerie die südkoreanische Insel Yeonpyeong; vier Menschen, darunter zwei Zivilisten, kamen ums Leben. Südkorea erwiderte das Feuer. Bereits zuvor im November hatte Nordkorea ein zweites, bisher geheimes Nuklearprogramm präsentiert.

Analyse Die neuerlichen Provokationen Nordkoreas sind als Demonstrationen militärischer bzw. militärisch relevanter technologischer Stärke Pjöngjangs gedacht. Sie dürften nicht zuletzt mit der geplanten innerfamiliären Weitergabe der politischen Herrschaft in Verbindung stehen.

  • Mit dem Artilleriebeschuss haben die gezielten Nadelstiche Nordkoreas ein Ausmaß erreicht, das es seit den 1980er Jahren nicht mehr gegeben hat.

  • Obgleich die Gefahr größerer Kampfhandlungen auf der koreanischen Halbinsel insgesamt gewachsen sein mag, ist eine weitere Eskalation der Militäraktionen derzeit nicht zu erwarten.

  • Nordkoreas Aktivitäten im November 2010 sind Ausfluss der Schwierigkeiten, die sich aus der geplanten Machtübergabe von Kim Jong Il an dessen jüngsten Sohn Kim Jong Un ergeben. Der Stabwechsel soll bzw. muss trotz des desolaten Zustandes der Wirtschaft erfolgen.

  • Die USA, Japan und Südkorea sind enger zusammengerückt, weil sie Nordkorea immer stärker als Bedrohung wahrnehmen. China hat in der Krise nur begrenzt eine hilfreiche Rolle gespielt und will Nordkorea nicht fallen lassen.

  • Die Möglichkeiten des Westens zur Einflussnahme auf Nordkorea sind beschränkt; Sanktionen bleiben die beste aller schlechten Optionen.



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