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Vision einer maritimen Seidenstraße: China und Südostasien

GIGA Focus | Global | Nummer 07 | | ISSN 1862-3581

Im Kern der von China vorgestellten Vision einer maritimen Seidenstraße des 21. Jahrhunderts steht der Ausbau der Infrastruktur, um Handel und Investitionen auszuweiten. Vor allem den südostasiatischen Nachbarländern bietet dieses Konzept neue Entwicklungschancen, verstärkt jedoch auch die Diskussion über die wachsende Dominanz Chinas in der Region.

Analyse
Das im März 2015 von der chinesischen Regierung veröffentlichte Dokument "Vision and Actions on Jointly Building Silk Road Economic Belt and 21st-Century Maritime Silk Road" repräsentiert ein ambitioniertes Konzept für die Entwicklung großer Wirtschaftsräume. Die maritime Seidenstraßen-Initiative zielt dabei vor allem auf die engere wirtschaftliche Kooperation von China mit Südostasien. Allerdings wird das chinesische Integrationsmodell in der Region nicht vorbehaltlos akzeptiert.

  • Die globale Bedeutung der maritimen Seidenstraßen-Initiative Chinas liegt im Ausbau der Schifffahrtswege zwischen Asien und Europa, die durch den Indischen Ozean und das Mittelmeer bis nach Rotterdam und Hamburg führen.

  • Die chinesische Initiative wird von den Regierungen der südostasiatischen Region offiziell begrüßt. China wirbt mit dem Hinweis positiver Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung, den Wohlstand und die politische Stabilität in der gesamten Region.

  • Die Umsetzung der Initiative würde die wirtschaftliche und politische Macht Chinas gegenüber den ASEAN-Mitgliedsstaaten weiter stärken. Schon jetzt besteht eine asymmetrische Beziehung. Kritiker in der Region fürchten, dass sich ein auf China zentriertes Asien entwickeln könnte.

  • Vor allem wirtschaftlich wenig entwickelte ASEAN-Mitgliedsstaaten wie Vietnam weisen wegen unzureichender Finanzierungsmöglichkeiten eine schwache Infrastruktur auf. Im Rahmen der Seidenstraßen-Initiative könnte Vietnam Defizite in der Infrastruktur beseitigen. Aufgrund des Konflikts im südchinesischen Meer genießt China in Vietnam allerdings nur geringes Ansehen, sodass diese Initiative mit gemischten Gefühlen gesehen wird.

GIGA-Forschung zum Thema

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Vorgeschlagene Zitierweise

Schüller, Margot, und Tam Nguyen (2015), Vision einer maritimen Seidenstraße: China und Südostasien, GIGA Focus Global, 07, November, urn:nbn:de:0168-ssoar-454181

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Das GIGA German Institute of Global and Area Studies – Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg gibt Focus-Reihen zu Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahost und zu globalen Fragen heraus. Der GIGA Focus wird vom GIGA redaktionell gestaltet. Die vertretenen Auffassungen stellen die der Autoren und nicht unbedingt die des Instituts dar. Die Autoren sind für den Inhalt ihrer Beiträge verantwortlich. Irrtümer und Auslassungen bleiben vorbehalten. Das GIGA und die Autoren haften nicht für Richtigkeit und Vollständigkeit oder für Konsequenzen, die sich aus der Nutzung der bereitgestellten Informationen ergeben. Auf die Nennung der weiblichen Form von Personen und Funktionen wird ausschließlich aus Gründen der Lesefreundlichkeit verzichtet.

Gesamtredaktion GIGA Focus: Prof. Dr. Sabine Kurtenbach
Redaktion GIGA Focus Global: Prof. Dr. Sabine Kurtenbach

Dr. Margot Schüller ist assoziierte wissenschaftliche Mitarbeiterin am GIGA Institut für Asien-Studien. Ihre Forschung konzentriert sich auf Chinas Globalisierung, insbesondere die außenwirtschaftliche Integration des Landes, Chinas Innovationssystem und die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen.

Aktuelle Publikationen der AutorInnen

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Monitoring des Asiatisch-Pazifischen Forschungsraums (APRA) mit Schwerpunkt China

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Chinas Grundlagenforschung: Ziele, Instrumente und Empfehlungen für die bilaterale Zusammenarbeit

Deutsch-Chinesische Plattform Innovation - Policy Briefs 2018 der deutschen Expertengruppe, 2018, 16-21

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Chinas Wissenschaftssystem bietet den Akteuren starke Anreizstrukturen – mit unerwünschten Nebenwirkungen

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Margot Schüller / Yun Schüler-Zhou

China als Advokat des Freihandels

Aus Politik und Zeitgeschichte, 68, 2018, 4-5, 26-32