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Feindliche Freunde? Die indisch-chinesische Konkurrenz und Kooperation in Asien

GIGA Focus | Asien | Nummer 07 | | ISSN 1862-359X

Am Rande des BRICS-Gipfels, der am 14. April 2011 in Sanya (VR China) statt fand, zeigten sich zwischen China und Indien erste Zeichen der Entspannung im zuvor zugespitzten Grenzkonflikt. Die beiden asiatischen Großmächte einigten sich darauf, den abgebrochenen Verteidigungsdialog wieder aufzunehmen.

Analyse
Die bilateralen Beziehungen zwischen Indien und China sind seit dem Jahr 2006 angespannt wie kaum zuvor. Neben dem Grenzkonflikt und territorialen Fragen überschatten eine Reihe weiterer Probleme das indisch-chinesische Verhältnis. Dazu zählen die enge Beziehung zwischen China und Pakistan, die Präsenz des Dalai Lama in Indien, Indiens wachsendes Handelsbilanzdefizit, die Aufrüstung beider Staaten und die chinesischen Staudammprojekte im Himalaya.

  • Die größten Bedrohungswahrnehmungen Indiens entspringen aus Chinas wachsender Präsenz in Südasien. Chinesische Unternehmen sind dort vor allem beim Bau von Häfen und anderen Infrastrukturprojekten aktiv. Indien befürchtet zusätzlich auch eine militärische Präsenz Chinas in seiner traditionellen Einflusssphäre.

  • Indien versucht durch ein wachsendes Engagement in Südost-, Ost- und Zentralasien den chinesischen Einfluss einzudämmen. Die indischen Initiativen konzentrieren sich auf die Stärkung der Handelsbeziehungen, beinhalten aber auch sicherheitspolitische Maßnahmen.

  • Indien und China kooperieren dennoch – bei gemeinsamen Interessen – auf der multilateralen Ebene in einer Vielzahl von Foren. Diese zielgerichteten Formen der Kooperation sollten aber nicht über die grundsätzlichen Probleme in den indisch-chinesischen Beziehungen hinwegtäuschen. Sie sind Ausdruck einer äußerst pragmatischen Politik beider asiatischen Großmächte.

  • Die kleinen Staaten Süd- und Südostasiens scheinen von der indisch-chinesischen Konkurrenz zu profitieren. Seitdem China eine aggressivere Politik in Südost- und Ostasien verfolgt, gilt Indien dort als zunehmend attraktiver Partner.

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Vorgeschlagene Zitierweise

Mokry, Sabine, und Sandra Destradi (2011), Feindliche Freunde? Die indisch-chinesische Konkurrenz und Kooperation in Asien, GIGA Focus Asien, 07, urn:nbn:de:0168-ssoar-276071

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Das German Institute for Global and Area Studies (GIGA) – Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg gibt Focus-Reihen zu Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahost und zu globalen Fragen heraus. Der GIGA Focus wird vom GIGA redaktionell gestaltet. Die vertretenen Auffassungen stellen die der Autorinnen und Autoren und nicht unbedingt die des Instituts dar. Die Verfassenden sind für den Inhalt ihrer Beiträge verantwortlich. Irrtümer und Auslassungen bleiben vorbehalten. Das GIGA und die Autorinnen und Autoren haften nicht für Richtigkeit und Vollständigkeit oder für Konsequenzen, die sich aus der Nutzung der bereitgestellten Informationen ergeben.

Gesamtredaktion GIGA Focus: Prof. Dr. Sabine Kurtenbach
Redaktion GIGA Focus Asien: Prof. Dr. Heike Holbig

Prof. Dr. Sandra Destradi hat die Professur für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Internationale Beziehungen und Regional Governance an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg inne und leitet den Forschungsschwerpunkt 4 "Macht und Ideen" am German Institute for Global and Area Studies (GIGA).

Aktuelle Publikationen der AutorInnen

Chanchal Kumar Sharma / Sandra Destradi / Johannes Plagemann

Partisan Federalism and Subnational Governments’ International Engagements: Insights from India

Publius: The Journal of Federalism, 50, 2020, 4, 566–592

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The Foreign Policy of Populists

Horizons, Winter 2020, 2020, Issue No. 15, 110-118

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in: Frank Bösch / Nicole Deitelhoff / Stefan Kroll (eds.), Handbuch Krisenforschung, Wiesbaden: Springer Fachmedien, 2020, 233-248

Johannes Plagemann / Sandra Destradi / Amrita Narlikar (eds.)

India Rising: A Multilayered Analysis of Ideas, Interests, and Institutions

New Delhi: Oxford University Press, 2020

Sandra Destradi

The finances of the Association of Southeast Asian Nations (ASEAN)

in: Ulf Engel / Frank Mattheis (eds.), The Finances of Regional Organisations in the Global South, Routledge, 2020, 206-220