GIGA Focus Lateinamerika

Machtressource Bioenergie: Eine neue strategische Partnerschaft zwischen Brasilien und den USA

Nummer 3 | 2007 | ISSN: 1862-3573


  • Im Rahmen einer Lateinamerikareise von Präsident Bush, die ihn nach Brasilien, Uruguay, Kolumbien, Guatemala und Mexiko führte, unterzeichneten die Außenminister Brasiliens und der USA am 9. März in São Paulo eine Absichtserklärung, zukünftig bei der Entwicklung und Weiterverbreitung von Biotreibstoffen insbesondere in Lateinamerika zusammenzuarbeiten.

    Analyse: In der neuen Energiestrategie der USA wird Biobrennstoffen aus strategischen Gründen eine größere Bedeutung zugeschrieben. Die USA und Brasilien kommen zusammen auf rund 70% der Weltproduktion von Ethanol. Beide Länder sehen Vorteile in einer Kooperation bezüglich erneuerbarer Energien. Zugleich wollen die USA Brasilien als regionale Führungsmacht aufwerten und den Einfluss Venezuelas zurückdrängen. Für Lateinamerika eröffnet die Produktion von Biokraftstoffen die Chance zur Reduzierung der Erdölabhängigkeit und neue Exportmöglichkeiten. Allerdings birgt die Produktion von alternativen Treibstoffen die Gefahr neuer Abhängigkeiten und negativer sozialer Folgen.

    • Die USA sehen im wachsenden Einfluss von Hugo Chávez eine Gefahr für ihre Interessen in der Region. Die Lateinamerikareise von Präsident Bush verfolgte vor allem das Ziel, verlorenes politisches Terrain zurückzugewinnen.

    • In diesem Zusammenhang ist die neue energiepolitische Strategie der USA zu sehen, für die Bush auf seiner Reise warb. Die USA streben eine größere Unabhängigkeit von Erdöl produzierenden Ländern an und wollen Lateinamerika wieder stärker an sich binden.

    • Brasilien seinerseits will seine Technologien zur Produktion und Nutzung von Biobrennstoff international vermarkten und gleichzeitig den Export von erneuerbaren Energieträgern steigern. Eine engere strategische Kooperation mit den USA birgt hierbei allerdings nicht nur Chancen, sondern auch Risiken.


    Fußnoten


      Im Rahmen einer Lateinamerikareise von Präsident Bush, die ihn nach Brasilien, Uruguay, Kolumbien, Guatemala und Mexiko führte, unterzeichneten die Außenminister Brasiliens und der USA am 9. März in São Paulo eine Absichtserklärung, zukünftig bei der Entwicklung und Weiterverbreitung von Biotreibstoffen insbesondere in Lateinamerika zusammenzuarbeiten.

      Analyse: In der neuen Energiestrategie der USA wird Biobrennstoffen aus strategischen Gründen eine größere Bedeutung zugeschrieben. Die USA und Brasilien kommen zusammen auf rund 70% der Weltproduktion von Ethanol. Beide Länder sehen Vorteile in einer Kooperation bezüglich erneuerbarer Energien. Zugleich wollen die USA Brasilien als regionale Führungsmacht aufwerten und den Einfluss Venezuelas zurückdrängen. Für Lateinamerika eröffnet die Produktion von Biokraftstoffen die Chance zur Reduzierung der Erdölabhängigkeit und neue Exportmöglichkeiten. Allerdings birgt die Produktion von alternativen Treibstoffen die Gefahr neuer Abhängigkeiten und negativer sozialer Folgen.

      • Die USA sehen im wachsenden Einfluss von Hugo Chávez eine Gefahr für ihre Interessen in der Region. Die Lateinamerikareise von Präsident Bush verfolgte vor allem das Ziel, verlorenes politisches Terrain zurückzugewinnen.

      • In diesem Zusammenhang ist die neue energiepolitische Strategie der USA zu sehen, für die Bush auf seiner Reise warb. Die USA streben eine größere Unabhängigkeit von Erdöl produzierenden Ländern an und wollen Lateinamerika wieder stärker an sich binden.

      • Brasilien seinerseits will seine Technologien zur Produktion und Nutzung von Biobrennstoff international vermarkten und gleichzeitig den Export von erneuerbaren Energieträgern steigern. Eine engere strategische Kooperation mit den USA birgt hierbei allerdings nicht nur Chancen, sondern auch Risiken.



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