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Das Pariser Klimaabkommen auf Abwegen: Bemühungen zum Klimaschutz in Entwicklungsländern

Nummer: 8 | 12/2016 | ISSN: 1862-3581


Im Dezember 2015 einigten sich die Regierungschefs aus aller Welt auf ein neues Klimaabkommen mit dem Ziel, den weltweiten Temperaturanstieg auf 2 Grad Celsius zu begrenzen. Ungeachtet des generellen Optimismus nach der Pariser Klimakonferenz und der gutgemeinten neuen Versprechungen, die während der jüngsten Klimakonferenz in Marrakesch gegeben worden sind, steigen die Treibhausgasemissionen in Entwicklungsländern aufgrund des Strebens nach Wohlstand weiter an. Sollten die Herausforderungen der Emissionsreduzierung und der wirtschaftlichen Entwicklung nicht parallel angegangen werden, sind die gewünschten Klimastabilisierungsziele nicht zu erreichen.

  • Treibhausgasemissionen wachsen weiterhin, was eine Stabilisierung des Klimas gefährdet. Dieses Wachstum kommt nun hauptsächlich aus Entwicklungsländern, von denen bereits viele auf einem CO2-intensiven Entwicklungspfad sind.

  • Das Pariser Klimaabkommen wird nicht mehr als die Summe seiner Teile sein können. Die globalen geplanten Klimaschutzbemühungen, die aus nationalen Plänen, den sog. „nationally determined contributions“, hervorgehen, werden sehr wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Treibhausgasemissionen auf das zur Klimastabilisierung notwendige Niveau zu senken.

  • Konkrete Schritte zur Absenkung der Treibhausgasemissionen in Entwicklungsländern sind nicht abzusehen. Nationale Klimaschutzbemühungen bestehen entweder nicht oder eingeführte Maßnahmen sind nicht ausreichend, wie wir beispielhaft für Indonesien, Mexiko, Südafrika und Thailand zeigen können.

  • Die große Lücke zwischen der Zielsetzung des Pariser Abkommens und der Realität vor Ort zeigt erhebliche Schwierigkeiten, die auf dem Weg zu einer Dekarbonisierung der weltweiten Energie- und Transportsysteme bestehen. Hauptverantwortlich hierfür sind die kurzfristigen ökonomischen, politischen und sozialen Kosten von Reformen.

Fazit

Den Entwicklungsländern kann das Streben nach wirtschaftlicher Entwicklung nicht zum Vorwurf gemacht werden. Um den Transformationsprozess zur Verringerung von Treibhausgasemissionen einzuleiten, werden sofortige Politikmaßnahmen notwendig sein. Im Rahmen internationaler Abkommen und Zusammenarbeit müssen nun die aufstrebenden Schwellenländer dabei unterstützt werden, bedeutende Maßnahmen zur Emissionsminderung wie die Besteuerung von CO2 im Rahmen ökologischer Steuerreformen umzusetzen. Gleichzeitig sollte mit Mitteln der Klimafinanzierung für Niedrigeinkommensländer systematisch versucht werden, „Lock-in“-Effekte zu vermeiden.



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