GIGA Focus Global

"Weil sie wichtig sind": Vielfalt anerkennen, Forschung globalisieren

GIGA Focus | Global | Nummer 01 | | ISSN 1862-3581

Globale Krisen, Umwälzungen und andere internationale Ereignisse treffen Sozialwissenschaftler häufig unvorbereitet – und das kann zu schwerwiegenden politischen Fehlentscheidungen führen. „Westliche“ Wissenschaftler und Politiker sehen die Initiativen ihrer Gesprächspartner im „globalen Süden“ vielfach nicht voraus, sondern neigen dazu, die Welt zu einer kohärenten, ­homogenen Einheit zu „verflachen“. Ein globaler Ansatz, der die historischen Erfahrungen und philosophischen Traditionen dieser Regionen viel stärker einbezieht als bislang, kann uns helfen, diese Probleme zu überwinden. Die Forschung zu globalisieren heißt, die Regionen außerhalb der liberalen Industriestaaten nicht länger von wichtigen Debatten in Politik und Wissenschaft auszuschließen. Dabei reicht es nicht, per se „kritisch“ zu sein. Die Aufgabe besteht darin, sich mit den theoretischen und empirischen Entwicklungen dieser Regionen in ihrem eigenen Kontext auseinanderzusetzen. Die Schlüsselbegriffe dieses Ansatzes sind Inklusivität und Pluralismus.

  • Die Anerkennung kultureller Unterschiede bedeutet nicht, mit groben Klischees zu arbeiten; die Analyse muss auf kontextsensibler empirischer Forschung basieren.

  • Die Methodik speist sich aus vielen Quellen, folgt dabei aber drei Grundlinien: Interdisziplinarität, Mehrebenen-Analyse und Vergleichende Regionalforschung.

  • Die größten Gefahren liegen einerseits in einer nur scheinbaren Inklusivität und andererseits in dem Missverständnis, mit diesem Ansatz vor allem einen „kritischen“ Diskurs zu bedienen.

  • Eine der wesentlichen Herausforderungen wird sein, Forschungsergebnisse so zu verbreiten, dass die bislang Marginalisierten in die Mainstream-Debatten einbezogen werden. Das bedeutet, in renommierten Fachverlagen zu veröffentlichen – und die Welt weder zu einer falsch verstandenen Homogenität zu „verflachen“, noch sie reduktionistisch zu „indigenisieren“.

Fazit

Eine globalisierte Forschung unterstützt politische Akteure dabei, die Absichten ihrer Gesprächspartner aus anderen Regionen besser zu verstehen. Der „Andere“ darf nicht idealisiert werden; es wird auch rote Linien und politische Unvereinbarkeiten geben. Ein kontextsensibles Verständnis dafür, wie sich Konzepte über Kulturgrenzen hinweg verbreiten und verändern, kann aber positive Überraschungen bereithalten: Es kann zur Erweiterung von Verhandlungsspielräumen und zur Identifikation gleich gesinnter Verbündeter führen.

Warum wir die Sozialwissenschaften globalisieren müssen

Globale Krisen, Umwälzungen und andere internationale Ereignisse treffen Sozialwissenschaftler häufig unvorbereitet. Experten für internationale Beziehungen hatten das Ende des Kalten Krieges nicht vorhergesehen. Nur wenige Ökonomen prognostizierten die ostasiatische Finanzkrise von 1998 oder die große Rezession, die 2008 begann. Weder Politologen und Soziologen noch die Vertreter verwandter Disziplinen haben das kolossale Ausmaß der Flüchtlingskrise angekündigt, mit der Europa heute konfrontiert ist. Und dabei sind es nicht nur die Bewohner des akademischen Elfenbeinturms, die auf diese Ereignisse nicht vorbereitet waren. Auch die meisten Politiker werden bereitwillig zugeben, dass sie „kalt erwischt“ wurden.

Diese Schwierigkeiten lassen sich durch die Globalisierung der sozialwissenschaftlichen Forschung überwinden. Ein solcher Ansatz erfordert eine Auseinandersetzung mit den historischen Erfahrungen, philosophischen Traditionen und empirischen Realitäten in den Regionen außerhalb des sogenannten “Nordens“ oder „Westens“[1] und deren systematische Einbeziehung in eine pluralistische Wissenschaft. Für die politische Praxis bedeutet dies, die interkulturellen Unterschiede zunächst anzuerkennen und den so erwachsenden neuen Handlungsspielraum auszuloten.

Globalisierte Forschung ist aus drei Gründen wichtig: Erstens ist es, rein ethisch gesehen, erstaunlich, dass auch 50 bis 70 Jahre nach der Entkolonisierung in den Sozialwissenschaften immer noch Theorien und empirische Fallstudien dominieren, die sich überwiegend auf die Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) beziehen. Der Süden bzw. der „Nicht-Westen“ ist nach wie vor kaum mehr als ein Versuchsgelände für diese Theo­rien und die Umsetzung der aus ihnen abgeleiteten politischen Empfehlungen. Diese Ausgrenzung großer Teile der Welt von zentralen wissenschaftlichen Debatten ist nicht hinnehmbar, insbesondere nicht in einer Welt, die sich seit 1945 zur Gleichstellung der Nationen und Völker bekennt. Zweitens haben wir – auch ganz pragmatisch – Grund zur Sorge: Es sind globale Machtverschiebungen zu beobachten. Der Einfluss der Europäischen Union und der USA diffundiert, manchmal zugunsten anderer Staaten wie Brasilien, Russland, China und Indien, manchmal auch zugunsten nichtstaatlicher Akteure. Die Wissenschaft muss diese neuen Akteure aus einem sehr einfachen Grund zur Kenntnis nehmen: Weil sie wichtig sind. Angesichts der fortschreitenden Machtdiffusion werden sie in Zukunft wahrscheinlich noch wichtiger werden. Und drittens: In einer Zeit, in der kreative Ideen zur Lösung globaler Probleme Mangelware sind, kann es hilfreich sein, Außenseiter einzubeziehen, um gemeinsam neue und unkonventionelle Lösungswege auszuloten, die für alle Seiten annehmbar sind.

Ich entwickle diese Agenda der globalisierten Forschung in vier Schritten. Zunächst zeige ich, was für die Entwicklung eines solchen Ansatzes spricht, und stelle die möglichen wissenschaftlichen, aber auch die praktischen Vorteile eines solchen wissenschaftlichen Globalisierungsprozesses dar. Im zweiten Abschnitt diskutiere ich die denkbaren Inhalte dieses globalen Ansatzes und gebe einen Überblick über Methoden, die dieses Vorhaben erleichtern können. Im dritten Abschnitt werden die Risiken und Herausforderungen diskutiert und Wege zur Umgehung einiger Fallstricke vorgeschlagen. Der letzte Abschnitt zeigt auf, warum das GIGA ein besonders guter Wegbereiter für diesen neuen Ansatz sein kann.

Plädoyer für die Globalisierung der Forschung

Das Ende des Kalten Krieges, globale Finanzkrisen und die aktuelle Flüchtlingskrise sind allesamt Beispiele für Ereignisse, von denen Sozialwissenschaftler und politische Akteure überrascht wurden. Dieses Versagen betrifft nicht nur großräumige systemische Problemlagen, sondern auch andere Fragen der Außenpolitik, beispielsweise im Verhältnis zu den aufstrebenden Mächten: Selbst Indien – eine etablierte Demokratie – hat westliche Diplomaten und Politiker in internationalen Verhandlungen mit seiner Neinsager-Haltung immer wieder verblüfft. Indien ist weit davon entfernt, sich als loyales Mitglied eines Clubs gleich gesinnter Demokratien und als Hüter der liberalen Weltordnung zu gerieren, sondern scheut sich nicht, Alternativen zu unterstützen, Allianzen mit anderen Entwicklungsländern zu schmieden sowie den USA und anderen etablierten Mächten die Stirn zu bieten. Zwar ist der Westen stark auf dem beträchtlichen chinesischen Markt engagiert, die intensivierten Handelsbeziehungen haben aber nicht die erhoffte Sozialisierung zur Folge gehabt, wie Chinas geopolitische Expansionsbestrebungen an seinen Seegrenzen zeigen. Russland hat sich mit seiner Annexion der Krim vielleicht noch weiter als China von westlichen Normen abgesetzt. Zu den negativen Folgen dieser nicht vorhergesehenen Entwicklungen zählen wiederholte Blockaden in internatio­nalen Institutionen, das Scheitern von Lösungsversuchen sowie die Ausweitung und Eskalation von Krisen.

Problemen wie den oben beschriebenen liegen unterschiedliche und oft multi­ple Ursachen zugrunde. Doch ein entscheidender Faktor ist ihnen allen gemeinsam: Wissenschaftler wie politische Akteure aus dem Westen sind häufig nicht in der Lage, die Schachzüge ihrer Verhandlungspartner vorauszusehen. Diese Unfähigkeit wurzelt teilweise in der naiven Überzeugung, dass unsere liberalen Werte durch Prozesse der Institutionalisierung, Normendiffusion und Sozialisation langsam, aber sicher weltweit Anziehungskraft entfalten. Und: Nachdem wir (oft zu Recht) der groben Klischeehaftigkeit bezichtigt wurden – sei es im Zusammenhang mit dem Kolonialismus oder dem Orientalismus –, haben wir eine neue, „politisch korrekte“ Sicht entwickelt, in der die Welt fälschlich zu einer kohärenten Einheit „verflacht“ (die sich – wenn nicht heute, dann morgen – teleologisch herauskristallisieren wird) (Friedman 2005).

Aus den genannten Gründen gehen wir oft davon aus, dass andere Akteure im Großen und Ganzen dieselben Präferenzen haben wie wir oder dass sie, wenn sie erst einmal Klarheit erlangt haben, dieselben Präferenzen haben werden. Während wir uns der intellektuellen Traditionen des Westens wohl bewusst sind, ignorieren wir gern die Vielfalt kultureller Perspektiven, durch die menschliche Interaktionen auf unterschiedlichen Ebenen und in verschiedenen Bereichen beeinflusst werden.[2] Zentrale wissenschaftliche Debatten behandeln den globalen Süden allenfalls als „Lieferanten von Rohdaten für westliche Theorien“ (Acharya 2014).[3] Indem wir die historischen Erfahrungen, philosophischen Traditionen und kulturellen Eigenheiten all der anderen Beteiligten in Asien, Afrika, Lateinamerika und dem Nahen Osten ignorieren, begehen wir immer und immer wieder die gleichen Fehler. Ein globaler Ansatz könnte uns helfen, dieses Problem zu überwinden.

Inhalte und Methodik

Ein globaler Ansatz in der sozialwissenschaftlichen Forschung (und dessen Anwendung in der Politik) bedeutet nicht einfach, den Schwerpunkt auf die globale oder internationale Ebene zu legen. Er bedeutet vielmehr, den „Rest“ – die Regionen außerhalb des liberalen Kerns der Industriestaaten – nicht länger aus zentralen Diskursen in Politik und Wissenschaft auszugrenzen. Das bedeutet nicht per se eine „kritische“ Haltung, sondern die Auseinandersetzung mit Inhalten aus diesen Regionen – seien sie theoretischer oder empirischer Natur –, und zwar in ihrem eigenen Kontext. Die Schlüsselbegriffe eines globalen Ansatzes sind Inklusivität und Pluralismus. Inklusivität meint die Bereitschaft, mit alternativen theoretischen Ansätzen zu arbeiten und bislang ausgegrenzte Stimmen zu berücksichtigen. Pluralismus bezieht sich auf die Anerkennung alternativer Philosophien, Theorien, Modelle, Normen und Werte. Statt davon auszugehen, dass sich diese alle in einem Punkt treffen müssen, geht es bei einem pluralistischen Ansatz darum, diese alternativen Denkweisen und Praktiken systematisch einzubeziehen, um wenigstens die roten Linien und unvereinbaren Positionen zu identifizieren und so die Verhandlungsspielräume für die Konsensbildung zu erweitern. Ein solches Engagement könnte zudem bewirken, dass wir uns neue Ideen zu eigen machen, die uns aufgrund bestehender Überzeugungen und theoretischer Annahmen sonst nicht zugänglich wären.

Ein Beispiel ist die Analyse von Verhandlungsprozessen – ein Forschungsgebiet, das grundsätzlich multidisziplinär ist und in dem der Einfluss kultureller Faktoren offensichtlicher ist als in anderen Disziplinen. Es gibt beispielsweise viel zu wenige Studien über die Verhandlungsführung indischer Akteure. Westliche Wissenschaftler und Diplomaten nehmen häufig an, Indien vertrete aufgrund seines kolonialen Erbes, der gemeinsamen Sprache und demokratischen Grundsätze ähnliche Werte wie sie selbst. Daher sind sie immer wieder unangenehm überrascht von der Härte indischer Verhandlungspartner. Zudem beklagen sich westliche Beobachter seit Langem über die Neigung von Vertretern Indiens, in internationalen Verhandlungen zu moralisieren. Übermäßiges Moralisieren gilt als Zeichen von Aggression und Provokation, daher wirkt das Verhalten indischer Verhandlungspartner auf ihr westliches Gegenüber rätselhaft und irritierend (Pye 1985; Cohen 2004). Wären diese Beobachter mit der besonderen indischen Verhandlungskultur vertraut, wüssten sie, dass die Tendenz zum Moralisieren für einen Legitimationsdiskurs kennzeichnend ist, der von Unterhändlern gegenüber Freund und Feind gleichermaßen eingesetzt wird. Andere indische „Eigenheiten“ sind die Bereitschaft, Verhandlungen zu verschleppen, die Vermeidung von Koalitionen mit Mitläufereffekt sowie die Bereitschaft, Nein zu sagen (Narlikar und Narlikar 2014). Ein besseres Verständnis kultureller Traditionen und lokaler Sachzwänge (die im Übrigen nicht immer Interessen- oder Parteipolitik betreffen, worauf zentrale westliche Theorien üblicherweise fokussieren) würde zum Verständnis dieser Besonderheiten beitragen und deren Störpotenzial in Verhandlungen reduzieren. Darüber hinaus würde die Einbeziehung dieser Faktoren zur Entwicklung umfassenderer Theorien beitragen.

Ein globaler sozialwissenschaftlicher Ansatz muss nicht nur kulturelle Eigenheiten, historische Erfahrungen, geistige Traditionen und andere lokale Gegebenheiten berücksichtigen, sondern auch so nuanciert sein, dass andere politische Gemeinwesen und Ökonomien nicht mit groben Klischees („traditionell“ versus „modern“ usw.) belegt werden. Der Diskurs über „asiatische Werte“ wird häufig gegen die westlichen liberalen Werte (einschließlich der Achtung der Menschenrechte und des demokratischen Prozesses) ausgespielt. Mit Argumenten, die oft aus der Region selbst kommen, werden asiatische Werte zur Rechtfertigung autoritärer Systeme und einer Auffassung von Menschenrechten benutzt, die dem Staat und der Gesellschaft Vorrang vor dem Individuum einräumen. Amartya Sen stellt solche Interpretationen infrage und verweist auf die Vielfalt Asiens und dessen umfassende Menschenrechts­traditionen (Sen 1997). In Bezug auf Indien könnte sein Argument noch weiter gefasst werden: Für Indien gelten die „asiatischen“ Interpretationen der Menschenrechte hinsichtlich Gesellschaft und Staat keinesfalls. So sprechen alte indische Texte von den Rechten aller Kreaturen als Individuen, was den Philosophen R. Panikkar zu der Feststellung veranlasste, dass in der indischen Kultur „nicht nur Menschen Menschenrechte haben“ (Panikkar 1982).

Dies hat unterschiedliche Implikationen, zunächst eine allgemein theoretische und dann eine politische: Wer einen ernsthaften Menschenrechtsdiskurs anstrebt, der muss sich nicht nur von westlich zentrierten Annahmen frei machen, sondern auch von der „großen Dichotomie“ (Sen 1997), die aus der polarisierenden Darstellung „asiatischer“ und „europäischer“ Werte erwächst. Dies erfordert eine nuancierte und „kontextsensible“ empirische Forschung (mehr dazu weiter unten). Auf eine bislang noch nicht entdeckte Weise und aus Gründen, die viel tiefere Wurzeln haben als die Demokratisierung seit der Unabhängigkeit, könnte Indien in bestimmten Fragen tatsächlich ein viel „natürlicherer Verbündeter“ für alle sein, die ein Inte­resse an der Förderung liberaler Werte haben. Tatsächlich sind traditionelle Werte bestimmter Kulturen und moderne westliche Werte überraschend komplementär.

Welche Methoden eignen sich für die Auseinandersetzung mit solchen Inhalten? Der methodische Instrumentenkasten muss vielseitig sein; die Auswahl ist abhängig von der Forschungsfrage. In manchen Fällen passen vielleicht Rational-Choice-Ansätze in Verbindung mit experimentellen Untersuchungen am besten, in anderen eignet sich die Diskursanalyse, in wieder anderen sind Prozessanalysen das Mittel der Wahl, die ähnlich wie historische Analysen auf der Basis überlieferter Texte und Primärquellen aus den Regionen arbeiten. Unabhängig von den konkreten Methoden einzelner Projekte könnten drei leitende Prinzipien hilfreich sein: a) Interdiszi­plinarität, b) Mehrebenen-Analyse und c) Vergleichende Regionalforschung.

Echte Interdisziplinarität herzustellen ist nicht so einfach, schließlich erfordert sie nicht nur Aufgeschlossenheit, sondern auch die Fähigkeit, den eigenen Fachjargon zu überwinden und die Methoden und theoretischen Perspektiven der anderen Disziplinen für die eigene Arbeit fruchtbar zu machen. Auch die Anreizstrukturen für die interdisziplinäre Forschung sind je nach Tätigkeitsfeld und Land unterschiedlich. Gelingt echte Interdisziplinarität, kann sie außerordentlich gewinnbringend sein. ­Einer der Gründe für unser bislang verzerrtes Weltbild liegt darin, dass die Geschichtsverläufe, Philosophien und geistigen Traditionen der Regionen in bisherigen Studien weitgehend ignoriert wurden. Gründe dafür wurden bereits im vorangegangenen Abschnitt genannt; dazu kommt, dass es aufgrund der Gräben zwischen den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen gut möglich ist, in der eigenen Komfortzone zu verharren und relevante Einsichten aus anderen Fachgebieten zu ignorieren. So fällt zum Beispiel auf, dass wir die Ökonomie und Politik Indiens – eines Landes, dessen Traditionen bis heute lebendig und für die Gegenwart prägend sind – untersuchen und dabei der Geschichte und den literarischen und religiösen Traditionen des Landes kaum Beachtung schenken. Ein weiteres Beispiel ist die Haltung gegenüber China, dessen Expansionsbestrebungen in den angrenzenden Meeren anscheinend viele Wissenschaftler und Politiker schlicht als Ausdruck rechtmäßiger Wiederbehauptung im Zuge des nationalen Aufstiegs betrachten. Wird allerdings die konfuzianische „grundlegend hierarchische und formal ungleiche“ (Kang 2009) Interpretation der Weltordnung in die Überlegungen mit einbezogen, scheint dieser Optimismus vielleicht weniger angebracht. Zuweilen kann ein Blick auf die Geschichte und die kulturellen Überlieferungen eines Landes sowohl die Wissenschaft als auch die Politik mit einer gesunden Dosis Realismus impfen. Dies gilt vielleicht ganz besonders, wenn im Rahmen eines solchen Ansatzes die Grenzen der herkömmlichen Regionalforschung deutlich überschritten und vergleichende und internationale Kontexte und Implikationen berücksichtigt werden. Dann wird erkennbar, welche unserer Konzepte und Politiken sich über regionale Grenzen hinweg verbreiten können, wo sich ein Konsens erzielen lässt und auch, bei welchen Problemen höchstwahrscheinlich keine Einigung erzielt werden kann.

Allerdings bedeutet ein globaler Ansatz – wie schon gesagt – keineswegs, die Forschung auf die globale oder internationale Ebene zu beschränken, sondern erfordert zumeist eine Mehrebenen-Perspektive. Die Auswirkungen globaler Trends und Ereignisse auf regionale, nationale und lokale Entwicklungen sind für diesen Ansatz ebenso relevant wie die Frage, wie die lokalen, nationalen und regionalen Ebenen mit der globalen Ebene interagieren und auf sie einwirken und wie sie sich gegenseitig beeinflussen.

Vergleichende Regionalforschung (Comparative Area Studies, CAS) ist ein wichtiges Instrument zur Förderung einer wirklich globalen Perspektive. CAS verbindet Kontextsensibilität und die Erkenntnisse der Regionalforschung mit komparativen Methoden. Dabei werden interregionale, überregionale und intraregionale Vergleiche angestellt. CAS verspricht, die Schwächen herkömmlicher Regionalforschung – die häufig für ihren überschaubaren Beitrag zu größeren Fachdiskussionen und ihr wenig ausgeprägtes Interesse an weiterführenden methodischen Debatten kritisiert wird – zu überwinden. Zugleich kann der Ansatz die entscheidenden Vorzüge vertiefter regionalspezifischer Fachkenntnis sowie der Beschäftigung mit wissenschaftlichen und politischen Einstellungen in den Regionen stärker zur Geltung bringen. CAS könnte der Schlüssel zu einem echten Verständnis dafür sein, ob und inwieweit sich bestimmte Theorien und Konzepte über regionale Grenzen hinweg verbreiten und wandeln können. Zudem kann eine Mehrebenen-Analyse Aufschluss darüber geben, ob bestimmte Ideen bis auf die individuelle Ebene durchsickern und inwieweit kulturell verankerte Vorstellungen bis in die höchsten Kreise von Regierung, Entscheidungsträgern und Wirtschaft hineinreichen.

Von guten Absichten zu Spitzenforschung und erfolgreicher Politik

Wenn wir intellektuelle Offenheit propagieren, kommen wir doch bestimmt in den Himmel, oder? Aber leider ist auch der Weg zur Hölle oft mit guten Absichten gepflastert. Wer sich entscheidet, der hier vorgestellten Agenda zu folgen, muss sich mindestens vier Herausforderungen stellen. Erstens: Diese Agenda ist zwar auf Inklusivität und Pluralismus ausgerichtet, doch wer sich statt eines echten Pluralismus nur einer Alibi-Inklusivität bedient, macht es sich deutlich zu einfach. Das Einbeziehen der „Alibi-Frau“ oder von „Alibi-Vertretern“ aus der Region dient weder dem Anliegen – der Vielfalt – noch den intellektuellen Ambitionen dieser Agenda. Ein globaler wissenschaftlicher Ansatz bedeutet Forschung auf höchstem Niveau, ungeachtet des geografischen Standorts, der Nationalität, der ethnischen Zugehörigkeit oder des Geschlechts der forschenden Person.

Zweitens besteht die Gefahr, dass einige diese Agenda als Kampfansage aus der Perspektive der kritischen Wissenschaft verstehen könnten. Dies wäre allerdings eine gravierende Fehlinterpretation. In manchen Fällen kann ein globaler Ansatz in den Sozialwissenschaften zur Entwicklung einer „kritischen Wissenschaft“ führen. In vielen Fällen jedoch beinhaltet er einfach eine Neuformulierung von Rational-Choice-Modellen, um unterschiedliche Arten von Präferenzen und Strategien mit einzuarbeiten. Ein globaler Ansatz setzt zwangsläufig auf eine Vielfalt an Theorien und Methoden; die Auswahl hängt von der Art des jeweiligen Forschungsproblems ab.

Drittens muss die Globalisierung sozialwissenschaftlicher Inhalte und Methoden mit einer geeigneten Strategie zur Verbreitung von Forschungsergebnissen einhergehen. Man mag einwenden, der nächste Schritt zur „Arbeit mit den Regionen“ könne doch die „Publikation in den Regionen“ sein. Doch dies wäre kurzsichtig, sofern eine solche Strategie auf Kosten von Veröffentlichungen in den (nach wie vor oft in den USA und Europa ansässigen) Top-Publikationen ginge. Im besten Fall würde es dazu führen, dass wir offene Türen einrennen, d. h. eine Leserschaft in den Regionen ansprechen, die sich über die Bedeutung der Regionalforschung längst im Klaren ist. Die Globalisierung der Sozialwissenschaften verlangt, die bislang Marginalisierten in zentrale Debatten einzubeziehen und diese damit grundlegend zu verändern. Soll dieses Ziel erreicht werden, führt kein Weg an der Veröffentlichung in den angesehensten internationalen Fachzeitschriften und Universitätsverlagen vorbei.

Und schließlich müssen alle, die die Herausforderung zur Globalisierung der Sozialwissenschaften annehmen wollen, auf dem schmalen Grat zwischen der „Verflachung“ der Welt zu einer falsch verstandenen Homogenität einerseits und einer reduktionistischen „Indigenisierung“ andererseits balancieren. Laurence Whitehead (2000) hat uns auf die Herausforderung hingewiesen, „Essentialismus“ und „Ethnozentrismus“ unbedingt zu vermeiden und dennoch anzuerkennen, dass Geschichte und Kultur bedeutsam sind. Er hebt ausdrücklich hervor, wie wichtig kontextsensible Ansätze sind, um diese Gefahren zu überwinden. Zwar bezieht sich Whitehead dabei speziell auf das Gebiet der komparativen Politik, doch sind solche kontextsensiblen Ansätze – wie beispielsweise CAS – auch für andere Disziplinen relevant und anwendbar, darunter Wirtschaftswissenschaften und Philosophie.

Sollte die Forschung – unter Beachtung der damit verbundenen Herausforderungen und Gefahren – die hier skizzierte Richtung einschlagen, könnte auch die Politik erheblich davon profitieren. Erstens bekämen politische Akteure durch die gemeinsame Arbeit mit Wissenschaftlern, die sich an einer solchen Forschungsagenda orientieren, ein besseres Gespür für die Absichten anderer wichtiger globaler Akteure. Die Chancen auf beiderseits akzeptable Vereinbarungen würden steigen.[4] Zweitens bedeutet die Erforschung des globalen Südens in dessen eigenem Kontext nicht zwangsläufig, den „Anderen“ zu idealisieren. Ein solcher Ansatz kann auch dazu führen, dass rote Linien und politische Unvereinbarkeiten entdeckt werden. Drittens und letztens waren stark polarisierende Stellungnahmen in der Vergangenheit für Politiker nicht immer hilfreich. Wer ein tieferes kontextsensibles Verständnis und zugleich einen Blick dafür entwickelt, wie sich Konzepte über Kulturgrenzen hinweg verbreiten und verändern, kann positive Überraschungen erleben, wenn es um die Erweiterung von Verhandlungsspielräumen und die Identifikation gleich gesinnter Partner und Verbündeter geht.

Vorreiterrolle für das GIGA?

Wir am GIGA sind nicht die Einzigen, die erkannt haben, wie notwendig ein inklusiver und pluralistischer wissenschaftlicher Ansatz ist. Amitav Acharya (2014) hat einen solchen Ansatz speziell für das Fachgebiet Internationale Beziehungen entwickelt. Andere angesehene Wissenschaftler wie Laurence Whitehead (2000), ­Peter Katzenstein (2009) und Jürgen Rüland (2014) betonen die Notwendigkeit, die Vergleichende Politikwissenschaft durch die Einbeziehung der Regionen zu erden. In Zusammenarbeit mit diesen und anderen gleich gesinnten Forschern könnte das GIGA zum Kristallisationspunkt für eine systematische Entwicklung dieser Agenda in den Sozialwissenschaften werden.

Das GIGA verfügt bereits über eine solide Tradition der Zusammenarbeit in den Regionen und mit den Regionen. Das Institut hat die hier dargelegten Grundsätze in mehreren Projekten operationalisiert. Einige Wirtschaftswissenschaftler am GIGA verwenden experimentelle Ansätze, um herauszufinden, unter welchen Bedingungen und mit welcher Wahrscheinlichkeit Menschen in ressourcenreichen bzw. ressourcenarmen Kontexten Varianten des sogenannten Joy of Destruction Game spielen. Ein weiteres Projekt von GIGA-Wissenschaftlern mit ganz anderem Ausgangspunkt – der internationalen und komparativen politischen Theorie – untersucht Normen in verschiedenen aufstrebenden Ländern, um eine Theorie der „legitimen Multipolarität“ zu entwickeln. Unsere Wissenschaftler im IDCAR-Projekt (International Diffu­sion and Cooperation of Authoritarian Re­gimes) beschäftigen sich mit dem Gegenpol zu Demokratie (und Kooperation und Frieden zwischen Demokratien) und untersuchen die Dynamik der internationalen Zusammenarbeit von autoritären Regimen. Viele Wissenschaftler am GIGA sind mit Mehrebenen-Analysen und interdisziplinärer Forschung vertraut und einige von ihnen spielen bei der Entwicklung der CAS-Methode eine führende Rolle (Basedau und Köllner 2007; Köllner, Ahram und Sil 2015).

Das GIGA ist hervorragend aufgestellt, wenn es um die empirische Analyse der Entwicklung in den Regionen geht. Diese Basis sollte jetzt genutzt werden, um herauszufinden, wie vorhandene theoretische Konzepte in den Regio­nen aufgenommen werden, wie sie sich über regionale Grenzen hinweg verbreiten und welche theoretischen und methodischen Aspekte grundsätzlich überdacht und neu formuliert werden müssen. Weitere Forschungen könnten sich beispielsweise darauf beziehen, wie das Konzept der Demokratie in verschiedenen Regionen übersetzt wird, welche Ausprägungen der Kapitalismus in verschiedenen Gesellschaften annimmt, mit welchen Zielvorstellungen für die Weltordnung sich neue Akteure heute an den internationalen Verhandlungstisch begeben und wie uns diese Überlegungen helfen könnten, weltpolitische Institutionen aufzubauen, in denen mehr Gleichberechtigung herrscht, die aber auch widerstandsfähiger sind. Das GIGA unternimmt bereits wichtige Schritte in diese Richtung: In vier Ausgaben der regionalen GIGA-Focus-Reihen werden wir die hier vorgetragenen Grundsätze anwenden und untersuchen, wie unterschiedlich das Phänomen der Demokratisierung in verschiedenen Regionen interpretiert und umgesetzt wird.

Die Globalisierung der Sozialwissenschaften verlangt von der westlichen Wissenschaft und Politik, den „Rest der Welt“ in ihre Überlegungen mit einzubeziehen. Aber auch die Regionen dürfen Entwicklungen in Europa und den USA nicht einfach ignorieren. Auch wenn unser Forschungsauftrag am GIGA die USA und die EU nicht einschließt (was übrigens auch für Russland gilt), müssen unsere Wissenschaftler doch zumindest die Ereignisse und Prozesse dort berücksichtigen, die für unsere Kernregio­nen relevant sind. So sind etwa Veränderungen der Migra­tionspolitik in der EU oder den USA von einer gewissen Tragweite für unsere Regionen und deren Emigrationsmuster und verdienen daher Beachtung. Auch wenn keines der Länder, mit denen wir uns am GIGA befassen, an den Verhandlungen zum TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) beteiligt ist, können wir das TTIP angesichts der absehbaren Auswirkungen von megaregionalen Freihandelsabkommen auf das multilaterale Handelssystem und bilaterale Vereinbarungen nicht links liegen lassen.

Unser Bestreben, die Sozialwissenschaften zu globalisieren, kommt zu einer Zeit, da die reale Welt eine solche Initiative nötig hat. Offenkundig sind die fehlenden Verbindungen – die dadurch entstanden sind, dass wir den „Rest der Welt“ igno­riert haben – unseren Ansprechpartnern in der Politik inzwischen bewusst. Es ist klar, dass wir eine Brücke zwischen den Regionen und dem Westen brauchen. Möglicherweise sind wir am GIGA besonders gut für den Bau dieser intellektuellen Brücke gerüstet: einer Brücke, die Theorien, Ansätze und Fallbeispiele des Westens mit den Theorien, Ansätzen und Fallbeispielen unserer Regionen verbindet. In diese Richtung zu arbeiten wäre Privileg und Verantwortung zugleich für all diejenigen von uns, denen es darum geht, Blockaden aufzubrechen und Krisen zu lösen, die heute fast jeden Winkel der Welt heimsuchen.

Fußnoten

  1. Diese Kategorien beziehen sich auf Länder, die normalerweise zu den OECD-Staaten gezählt werden. Außerhalb dieser Staatengruppe befinden wir uns im „globalen Süden“/in Entwicklungsländern/in der Dritten Welt, d. h. in Ländern, die zumeist den Regeln ausgesetzt sind (Rule-Takers) und ihre eigene Lage auch so wahrnehmen. Am GIGA verwenden wir aufgrund unserer internen Strukturen die Kurzformel „die Regionen“, wenn wir uns auf diese zweite Gruppe beziehen. ↩︎

  2. Auch in anderen Disziplinen wird man sich langsam bewusst, welche Kosten diese westliche Voreingenommenheit verursacht. Beispielsweise stellen Henrich et al. (2010) fest, dass viele allgemeine Behauptungen über die Psychologie des Menschen auf kleinsten Stichproben aus westlichen Gesellschaften basieren. Diese Stichproben stammen aus „westlichen, gebildeten, industrialisierten, wohlhabenden und demokratischen Gesellschaften“ und bilden eher den Sonderfall ab als eine verallgemeiner­bare Norm oder einen Standard. [Anm. der Red.: Im Englischen bilden die genannten Adjektive das Akronym WEIRD, was im Deutschen „sonderbar“ oder „unheimlich“ bedeutet.] ↩︎

  3. Eine Ausnahme von diesem Trend bildet die herkömmliche Regionalforschung. Hier jedoch besteht die Neigung, ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Region als so einzigartig aufzufassen, dass Vergleiche nicht möglich sind. Dabei wird der Blick vor allem auf ganz spezifische Eigenheiten gerichtet und es besteht die Gefahr, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht. ↩︎

  4. Bei diesem globalen Ansatz ist der Dialog mit der anderen Seite deutlich niedrigschwelliger als beim poetischeren, aber vielleicht auch idealistischeren „Sechs-Augen-Prinzip“ in der „Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik“, das nahegelegt, „einander ­immer zugleich mit den eigenen Augen, mit den Augen des Anderen und aus einer gemeinsamen Perspektive [zu] betrachten“, die aus dieser empathischen Interaktion resultiert (Steinmeier 2015). ↩︎

Literatur

  • Acharya, Amitav (2014), Global International Relations (IR) and Regional Worlds: A New Agenda for International Studies, in: International Studies Quarterly, 58, 648-659.
  • Basedau, Matthias, und Patrick Köllner (2007), Area Studies, Comparative Area Studies, and the Study of Politics: Context, Substance and Methodological Challenges, in: Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft, 1, 1, 105-124.
  • Cohen, Raymond (2004), Negotiating across Cultures: International Communication in an Interdependent World:, 2. überarb. Auflage, Washington, DC: United States Institute of Peace Press. Friedman, Thomas L. (2005), It’s a Flat World, After All, in: The New York Times, 3. April, www.wright.edu/~tdung/Friedman_excerp.pdf (12. April 2016).
  • Henrich, Joseph, Stephen Heine und Ara Norenzayan (2010), The Weirdest People in the World?, in: Journal of Behavioural and Brain Science, 33, 2-3, 61-83.
  • Kang, David (2009), Civilization and State Formation in the Shadow of China, in: Peter Katzenstein (Hrsg.), Civilizations in World Politics: Plural and Pluralist Perspectives, London: Routledge, 91-113.
  • Katzenstein, Peter (Hrsg.) (2009), Civilizations in World Politics: Plural and Pluralist Perspectives, London: Routledge.
  • Köllner, Patrick, Ariel Ahram und Rudra Sil (2015), Introduction: What is Comparative Area Studies: What it is and what it can do, in: Ariel Ahram, Patrick Köllner und Rudra Sil (Hrsg.), Comparative Area Studies: Methodological Rationales and Cross-Regional Applications, unveröff. Manuskript.
  • Narlikar, Amrita, und Aruna Narlikar (2014), Bargaining with a Rising India: Lessons from the Mahabharata, Oxford: Oxford University Press.
  • Panikkar, R. (1982), Is the Notion of Human Rights a Western Concept?, in: Diogenes, 30, 120, 75-102.
  • Pye, Lucien (1985), Asian Power and Politics: The Cultural Dimensions of Author­ity, Cambridge, MA: Belknap.
  • Rüland, Jürgen Clemens (2014), The Limits of Democratizing Interest Representation: ASEAN’s Regional Corporatism and Normative Challenges, in: European Journal of International Relations, 20, 1, 237-261.
  • Sen, Amartya (1997), Human Rights and Asian Values, Sixteenth Annual Morgen­thau Memorial Lecture on Ethics and Foreign Policy, Carnegie Council for Ethics in International Affairs, www.carnegiecouncil.org/publications/archive/morgen thau/254.html (27. Dezember 2015).
  • Steinmeier, Frank-Walter (2015), Rede von Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei der Konferenz des Goethe-Instituts „Dialog und die Erfahrung des Anderen“, Berlin, 23. Februar 2015, www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Reden/2015/150223-BM_Konf_GI.html (12. April 2016).
  • Whitehead, Laurence (2000), Afterword: On Cultures and Context, in: Hans Atloev und Tak-Wing Ngo, The Cultural Construction of Politics in Asia, London: Routledge, 223-240.

GIGA-Forschung zum Thema

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Vorgeschlagene Zitierweise

Narlikar, Amrita (2016), "Weil sie wichtig sind": Vielfalt anerkennen, Forschung globalisieren, GIGA Focus Global, 01, April, urn:nbn:de:0168-ssoar-46720-7

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Gesamtredaktion GIGA Focus: Prof. Dr. Sabine Kurtenbach
Redaktion GIGA Focus Global: Prof. Dr. Sabine Kurtenbach

Prof. Dr. Amrita Narlikar ist die Präsidentin des GIGA und Professorin für Internationale Beziehungen an der Universität Hamburg. Zuvor lehrte sie Internationale Politische Ökonomie an der Universität Cambridge; sie ist Gründungsdirektorin des dortigen Centre for Rising ­Powers. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in den Bereichen Welthandel, Aufstrebende Mächte und multilaterale Verhandlungen. Zudem hat sie ein starkes Interesse an der Außen­politik und Wirtschaft Indiens sowie an Sanskrit und indischer Philosophie.

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in: Teddy Y. Soobramanien / Brendan Vickers / Hilary Enos-Edu (eds.), WTO Reform - Reshaping Global Trade Governance for 21st Century Challenges , London: Commonwealth Secretariat, 2019, 21-31

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Global trade governance and the G20: Negotiating across deepening fault lines

2018, International Centre for Trade and Sustainable Development (ICTSD)

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Setting the Stage

in: Frank-Walter Steinmeier (ed.), Breaches and Bridges: German Foreign Policy in Turbulent Times, New Jersey: World Scientific, 2017, 13-26