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Weltweites Ende oder Renaissance des Totalitarismus?

GIGA Focus | Global | Nummer 04 | | ISSN 1862-3581

Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde sehr schnell das weltweite Ende totalitärer politischer Systeme proklamiert. Lediglich das weitgehend isolierte Nordkorea wird zuweilen immer noch als letztes überlebendes totalitäres System bezeichnet, das jedoch in den letzten Jahren mit Erosionserscheinungen zu kämpfen hat. Allerdings könnten sich Ansätze aus der Totalitarismusforschung wieder als aktuell und nützlich erweisen, um radikalisierte und politisierte Religion zu analysieren.

Analyse

  • Das oft als letztes totalitäres Land angesehene Nordkorea kann aufgrund von ideologischen Neubestimmungen, vorsichtigen Wirtschaftsreformen und von Erosionserscheinungen des Sicherheitsapparates heute eher als "posttotalitär" denn als "totalitär" gekennzeichnet werden. Damit kann tatsächlich das Ende totalitärer politischer Systeme konstatiert werden.

  • Die Gefahr des totalitären Denkens ist damit indes nicht gebannt. Die fundamentalistischen Religionsdeutungen zeigen strukturelle Gemeinsamkeiten mit den totalitären Ideologien. Am radikalen Islamismus Sayyid Qutbs kann dies exemplarisch gezeigt werden.

  • Eine solche Differenzierung zwischen totalitär verfassten politischen Systemen und dem totalitären Denken innerhalb radikalisierter Bewegungen ohne Staatscharakter erfordert aber auch eine ebenso differenzierte politische Herangehensweise.

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Vorgeschlagene Zitierweise

Gerschewski, Johannes (2008), Weltweites Ende oder Renaissance des Totalitarismus?, GIGA Focus Global, 04, urn:nbn:de:0168-ssoar-274918

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