GIGA Focus Global ,

China als neue Kolonialmacht in Afrika? Umstrittene Strategien der Ressourcensicherung

GIGA Focus | Global | Nummer 01 | | ISSN 1862-3581

Ende Januar hat der chinesische Staatspräsident Hu Jintao auf seiner ersten Auslandsreise in diesem Jahr acht afrikanische Staaten besucht: Kamerun, Liberia, Sudan, Sambia, Namibia, Mozambique, Südafrika und die Seychellen.

Analyse:
Chinas wachsende Präsenz in Afrika wird im westlichen Ausland vielfach mit Neokolonalismus und der Politik "oil for aid" gleichgesetzt. Im Mittelpunkt der Kritik stehen dabei Chinas Strategien zur Sicherung des Zugangs zu Energie- und Rohstoffressourcen mit Hilfe weicher Kredite und von Entwicklungsprojekten, die nicht an vergleichbar restriktive Auflagen wie die der westlichen Geberländer gebunden sind.

Die Analyse macht deutlich, dass

  • das wirtschaftliche Beziehungsgeflecht im Energie- und Rohstoffsektor zwischen China und den afrikanischen Entwicklungsländer inzwischen sehr komplex ist,

  • der Begriff des Neokolonialismus und die dabei unterstellten Abhängigkeitsstrukturen nicht überzeugend für die Charakterisierung der Beziehungen herangezogen werden können,

  • für Aussagen über die Rückwirkungen des wirtschaftlichen Engagements Chinas in Afrika weitere Analysen zur bilateralen Entwicklungszusammenarbeit notwendig sind.

GIGA-Forschung zum Thema

GIGA Focus Tabs

Vorgeschlagene Zitierweise

Schüller, Margot, und Helmut Asche (2007), China als neue Kolonialmacht in Afrika? Umstrittene Strategien der Ressourcensicherung , GIGA Focus Global, 01, urn:nbn:de:0168-ssoar-276722

Impressum

Creative Commons

Open Access

Der GIGA Focus ist eine Open-Access-Publikation. Sie kann kostenfrei im Internet gelesen und heruntergeladen werden unter www.giga-hamburg.de/giga-focus und darf gemäß den Bedingungen der Creative-Commons-Lizenz Attribution-No Derivative Works 3.0 frei vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden. Dies umfasst insbesondere: korrekte Angabe der Erstveröffentlichung als GIGA Focus, keine Bearbeitung oder Kürzung.

Das GIGA German Institute of Global and Area Studies – Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg gibt Focus-Reihen zu Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahost und zu globalen Fragen heraus. Der GIGA Focus wird vom GIGA redaktionell gestaltet. Die vertretenen Auffassungen stellen die der Autoren und nicht unbedingt die des Instituts dar. Die Autoren sind für den Inhalt ihrer Beiträge verantwortlich. Irrtümer und Auslassungen bleiben vorbehalten. Das GIGA und die Autoren haften nicht für Richtigkeit und Vollständigkeit oder für Konsequenzen, die sich aus der Nutzung der bereitgestellten Informationen ergeben. Auf die Nennung der weiblichen Form von Personen und Funktionen wird ausschließlich aus Gründen der Lesefreundlichkeit verzichtet.

Gesamtredaktion GIGA Focus: Prof. Dr. Sabine Kurtenbach
Redaktion GIGA Focus Global: Prof. Dr. Sabine Kurtenbach

Dr. Margot Schüller ist assoziierte wissenschaftliche Mitarbeiterin am GIGA Institut für Asien-Studien. Ihre Forschung konzentriert sich auf Chinas Globalisierung, insbesondere die außenwirtschaftliche Integration des Landes, Chinas Innovationssystem und die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen.

Aktuelle Publikationen der AutorInnen

Markus Conlé / Rainer Frietsch / Axel Karpenstein / Peter Neuhäusler / Yun Schüler-Zhou / Margot Schüller / Iris Wieczorek

Monitoring des Asiatisch-Pazifischen Forschungsraums (APRA) mit Schwerpunkt China

Kooperation International, 2019

Margot Schüller / Milan Matthiesen

Chinas Grundlagenforschung: Ziele, Instrumente und Empfehlungen für die bilaterale Zusammenarbeit

Deutsch-Chinesische Plattform Innovation - Policy Briefs 2018 der deutschen Expertengruppe, 2018, 16-21

Margot Schüller

Chinas Wissenschaftssystem bietet den Akteuren starke Anreizstrukturen – mit unerwünschten Nebenwirkungen

Deutsch-Chinesische Plattform Innovation - Policy Briefs 2018 der deutschen Expertengruppe, 2018, 18-21

Margot Schüller / Yun Schüler-Zhou

China als Advokat des Freihandels

Aus Politik und Zeitgeschichte, 68, 2018, 4-5, 26-32