Forschung

Der Atomvertrag mit Iran ist ein Sieg für die internationale Diplomatie

Das kürzlich abgeschlossene Atomabkommen mit Iran gilt als historisch. Doch Euphorie ist fehl am Platz, warnt GIGA-Nahostexperte Henner Fürtig. Ein Dossier.

Nach über zehn Jahren der Auseinandersetzung und zuletzt mehrtätigen intensiven Verhandlungen kam es am 14. Juli 2015 in Wien zu einer Einigung: Die fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrats und Deutschland auf der einen und Iran auf der anderen Seite unterzeichneten den "Joint Comprehensive Plan of Action" (JCPOA). Die internationale Krise um Irans Atomprogramm ist nach 12 Jahren beigelegt. Für Iran bedeutet die Übereinkunft vor allem ein Ende der außenpolitischen Isolation: Das Land kann die ökonomische Zwangsjacke abstreifen, die seine innenpolitische Stabilisierung behinderte.

Im aktuellen GIGA Focus Nahost fasst Prof. Dr. Henner Fürtig, Direktor des GIGA Instituts für Nahost-Studien, den Konflikt zusammen und analysiert die Positionen der involvierten Akteure. Er bezeichnet das Ereignis als vielfachen Sieg vor allem der internationalen Diplomatie, warnt jedoch vor überbordender Euphorie: Das Abkommen müsse noch in den Signatarstaaten gebilligt werden. Im US-Kongress zeichnet sich bereits scharfer Widerstand ab. Auch Israel und die Golfmonarchien betrachten den Vertrag mit großer Skepsis.

Das GIGA setzt sich seit Jahren mit den Entwicklungen in Iran auseinander. In einem Dossier haben wir Ansprechpartner, Studien sowie Hintergrundanalysen zu dem Land

Jahrbuch Internationale Politik | 2015

Iran: ein neues pragmatisches Experiment

GIGA Working Papers | 11.2014

International Sanctions against Iran under President Ahmadinejad: Explaining Regime Persistence

Oliver Borszik

Former Doctoral Researcher

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