Kurz notiert | 29.01.2026

Das GIGA trauert um Dr. Oskar Weggel (1935–2026)

Mit Oskar Weggel, einem der bedeutendsten deutschen Chinawissenschaftler und Asienexperten, ist am 3. Januar 2026 eine Schlüsselfigur der deutschen Ostasienforschung verstorben. Als Jurist und langjähriger wissenschaftlicher Referent am Hamburger Institut für Asienkunde – heute GIGA Institut für Asien-Studien – prägte er Jahrzehnte die China- und Asien-Forschung.​


  • Am 18. September 1935 in Pfarrkirchen geboren, studierte Weggel Rechtswissenschaften in Freiburg, Bonn und München (Staatsexamen) sowie Sinologie mit modernem Chinesisch in Bonn und Taipeh. Ab 1968 arbeitete er am Institut mit Schwerpunkt VR China und Indochina, später ab 2000 auch noch als freier Mitarbeiter. Maßgeblich beteiligt war er seit 1970 an der Zeitschrift China aktuell mit hunderten Aufsätzen. Auch Taiwan galt seine Aufmerksamkeit.

    Weggels Werk umfasste groß angelegte kulturalistische Arbeiten wie Die Asiaten (1989). Gleichzeitig war er einer der Pioniere der empirisch fundierten Chinaforschung in Deutschland. Mit großer Freude und unermüdlicher Schaffenskraft arbeitete er an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wissenstransfer und Politikberatung. Zu seinen Standardwerken zählen China. Zwischen Revolution und Etikette (1981), Chinesische Rechtsgeschichte (1980), Die Außenpolitik der VR China (1977), Die Asiaten (1989), Geschichte Taiwans (2007) sowie Das Auslandschinesentum (1999).

    Seine klaren, einfühlsamen Analysen machten komplexe asiatische Themen für Politik, Medien und Wissenschaft zugänglich. Oskar Weggel bleibt als Brückenbauer zwischen Kulturen unvergessen – sein Vermächtnis wirkt fort.

    Benachrichtigungen

    Melden Sie sich hier für E-Mail-Benachrichtigungen zu GIGA-Aktivitäten an

    Soziale Medien

    Folgen Sie uns