Forschungsteam 1

Macht und globale Ordnung

Das Forschungsteam "Macht und globale Ordnung" befasst sich damit, wie sich aktuelle Machtverschiebungen auf die Fähigkeiten von Akteuren auswirken, globale Herausforderungen wie etwa Klimawandel, Pandemien, Ungleichheit oder internationale und menschliche Unsicherheit zu lösen.

Mit dem wachsenden Einfluss neuer staatlicher und nichtstaatlicher Akteure bilden sich auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens neue und gelegentlich unkonventionelle Kooperationsmuster heraus. Der Aufstieg neuer regionaler und globaler Mächte hat dazu geführt, dass neue Steuerungsmechanismen wie die G20 und zwischenstaatliche Netzwerke wie das der BRICS-Staaten entstanden sind. Diese überschatten oftmals traditionelle zwischenstaatliche Ordnungen wie etwa die für die Ära des Kalten Kriegs typischen Militärbündnisse. Bundesstaaten, subnationale Verwaltungen und politische Parteien sind in transnationalen Netzwerken verbunden und haben damit begonnen, eine eigene »Außenpolitik« zu betreiben; Terrorgruppen schließen sich zu globalen Netzwerken zusammen und bringen damit eine der zentralen Bedrohungen der Gegenwart hervor. Diese zunehmend polyzentrische globale Ordnung bietet einerseits mehr Möglichkeiten für Interaktionen und größere Flexibilität bei der Wahl der Partner auf regionaler und internationaler Ebene. Andererseits hat die mit dieser neuen Ordnung einhergehende Multiplikation und Überlappung der Institutionen eine Fragmentierung und Unordnung hervorgerufen, die die Entstehung (globaler) öffentlicher Güter behindern könnte. Vor diesem Hintergrund bearbeitet das Forschungsteam "Macht und globale Ordnung" die folgenden Fragen:

  • Welche Eigenschaften haben neue Kooperationsmuster über die Ebenen der sozialen Organisation hinweg? Was beeinflusst die (strategischen) Entscheidungen von Akteuren, eine Institution gegenüber der anderen zu bevorzugen?

  • Wie beeinflussen neue Steuerungsmechanismen die Fähigkeit der Akteure, Governance-Herausforderungen zu lösen? Welche Folgen haben diese neuen Mechanismen für die Stabilität, Legitimität, Effektivität und Gerechtigkeit der globalen Ordnung?

  • Wie und unter welchen Bedingungen interagieren, kooperieren und konkurrieren aufstrebende Mächte mit anderen Akteuren auf internationaler, transnationaler, regionaler und lokaler Ebene? Fordern diese Mächte im Wettstreit um Status und zur Verfolgung ihrer Interessen bestehende Institutionen heraus?

  • Welche Rolle spielen die Weltregionen als politische Arenen beim Umbau der globalen Ordnung? Wie sind diese Regionen gesellschaftlich konstruiert?

Aktuelle Forschungsprojekte

H2020 (ITN / Joint European Doctorate; coordinated by Université de Bruxelles) | 2016 - 2020
Federal Ministry of Education and Research (BMBF) (coordinator: Fraunhofer) | 2018 - 2020
Leibniz Competition, Leibniz-Best Minds: Junior Research Groups | 2018 - 2023
Volkswagen Foundation | Ministry of Science and Culture of Lower Saxony, Niedersächsisches Vorab-Programm: Research Cooperation Lower Saxony - Israel | 2018 - 2021

Abgeschlossene Forschungsprojekte

German Academic Exchange Service (DAAD / ProCol Programme) | 2015 - 2016
Jean Monnet Fellowship, Robert Schuman Centre for Advanced Studies, European University Institute | 2014 - 2017
Leibniz Competition, Fritz-Thyssen Foundation, GIGA | 2008 - 2018
GIGA, German Research Foundation (DFG) | 2013-2015