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GIGA Focus Afrika

Mali: Die andere chinesische Migration

Nummer: 12 | 2010 | ISSN: 1862-3603

Am 25. Oktober 2010 tauschten die Präsidenten von Mali und China Glückwunschadressen zum 50-jährigen Jubiläum erfolgreicher bilateraler Beziehungen aus. Anfang Dezember 2010 veröffentlichte WikiLeaks die Sicht des Afrikabeauftragten der USA, Johnnie Carson, zur Rolle Chinas in Afrika: "China ist ein sehr aggressiver und schädlicher wirtschaftlicher Konkurrent ohne jede Moral. China ist nicht aus altruistischen Gründen, sondern um seiner selbst Willen in Afrika".

Analyse Der allgemeine politische Diskurs unterstellt, dass die chinesische Regierung sich ausschließlich für jene afrikanischen Staaten interessiere, die über wertvolle Bodenschätze verfügen. Dieser Diskurs greift jedoch zu kurz – Mali ist dafür ein Beispiel.

  • Die chinesische Regierung ist in Mali nicht nur an Bodenschätzen interessiert; vielmehr gibt es eine lange Tradition intensiver Beziehungen und Zusammenarbeit – etwa im Bildungs- und Gesundheitssektor sowie beim Ausbau der Infrastruktur.

  • In Mali ansässige Chinesen können nicht als homogene Gruppe gesehen werden. Neben den offiziellen Vertretern der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit gibt es eine chinesische Einwanderung in das Land, die weder von der Regierung in Mali noch von der chinesischen Regierung kontrolliert wird und eine eigene Dynamik entfaltet.

  • Anders als in anderen afrikanischen Staaten werden die chinesischen Kleinunternehmer in Mali nicht als Bedrohung empfunden, sondern die malischen Händler fühlen sich der Konkurrenz gewachsen. Anti-chinesische Ressentiments sind daher wenig verbreitet.

  • Die Folgen der chinesischen Zuwanderung sind nicht eindeutig zu bewerten: Zwar können malische Produkte nicht mit chinesischen konkurrieren, doch profitieren auch malische Händler von der Präsenz chinesischer Händler und Einheimische finden in chinesischen Unternehmen Arbeitsplätze.



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