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GIGA Focus Lateinamerika

Hugo Chávez vor der Wiederwahl?

Nummer: 9 | 2012 | ISSN: 1862-3573

Am Sonntag, dem 7. Oktober 2012, finden in Venezuela Präsidentschaftswahlen statt. Der Ausgang der Wahl, bei der sich der Amtsinhaber Hugo Chávez und der Kandidat des Oppositionsbündnisses, Henrique Capriles, gegenüberstehen, ist so offen wie nie zuvor in Chávez‘ bald 14-jähriger Amtszeit.

Analyse Die Präsidentschaftswahl stellt die Venezolaner vor eine grundlegende Richtungsentscheidung: Bei einem Sieg Chávez‘ ist die weitere Verfestigung seines "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" zu erwarten; bei einem Sieg Capriles‘ stünde die vermutlich konfliktreiche Abkehr vom radikalen Projekt der "Bolivarischen Revolution" an.

  • Der Wahlkampf verdeutlicht die Spaltung der venezolanischen Bevölkerung in zwei Lager. Die Wahl ist weniger ein Votum über die Führungsqualitäten der beiden Kandidaten als vielmehr über das Gesellschaftsmodell, das sie verkörpern.

  • Der Wahlkampf ist auf beiden Seiten von aggressiver Rhetorik geprägt. Inhaltliche Schwerpunkte sind Probleme der öffentlichen Sicherheit, der Inflation, der Reformen im Sozialsystem sowie der Ausgestaltung der Demokratie.

  • Im Fall seiner Wiederwahl muss sich Chávez dem Problem stellen, dass sich innerhalb seiner Bolivarischen Bewegung keine Führungspersönlichkeiten profiliert haben, die seine Position einnehmen könnten, falls seine Krebserkrankung fortschreiten sollte.

  • Sollte Capriles gewählt werden, steht dieser vor drei grundlegenden Herausforderungen: die Akzeptanz des Wahlergebnisses durch das Chávez-Lager zu gewinnen; die Koalition der politischen Kräfte, die sich auf die Unterstützung seiner Kandidatur geeinigt hatten, auch über den Wahltag hinaus zusammenzuhalten; sowie mit der zu erwartenden Fundamentalopposition der Bolivarischen Bewegung umzugehen, ohne die Polarisierung des Landes weiter zu verschärfen.



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