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GIGA Focus Asien

Go South! Indien "entdeckt" Afrika und Lateinamerika

Nummer: 2 | 12/2013

Im August 2012 fand das erste Treffen Indiens mit der im Jahr 2010 gegründeten Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños, CELAC) in Neu-Delhi statt. Indien demonstrierte damit nach der "Wiederentdeckung" Afrikas sein Interesse an engeren politischen Kontakten zu Lateinamerika.

Analyse Seit den 1990er Jahren richtet Indien seine Außenpolitik globaler aus. Nachdem der Schwerpunkt zunächst auf Südost- und Ostasien lag, weitete Indien in den letzten Jahren seine Beziehungen auch zu Afrika und Lateinamerika aus. Die treibenden Kräfte der Diversifizierung indischer Außenpolitik hin zu diesen Regionen des "globalen Südens" sind einerseits wirtschaftliche Interessen und andererseits das Streben nach Anerkennung für Indiens Aufstieg zur Großmacht.

  • Indiens erneut erwachtes Engagement in Afrika begann mit Investitionen indischer Unternehmen im Rohstoffsektor. Durch eine Reihe entwicklungspolitischer Aktivitäten und mit der Teilnahme indischer Soldaten an UN-Friedensmissionen signalisiert die indische Regierung der internationalen Gemeinschaft seine Bereitschaft, als verantwortungsvolle (potenzielle) Großmacht zu handeln. Sicherheitspolitische Interessen sind der Anlass für eine Reihe von Sicherheitskooperationen mit den ostafrikanischen Anrainerstaaten am Indischen Ozean, den Indien als Teil seiner erweiterten regionalen Nachbarschaft wahrnimmt.

  • Seit Anfang der 2000er Jahre sind indische Unternehmen zunehmend in Lateinamerika aktiv, allerdings nicht nur aufgrund seines Ressourcenreichtums, sondern auch als Absatzmarkt für indische Waren und als Investitionsstandort. Die Politik folgt erst seit Kurzem der Wirtschaft, wie die Ausrichtung des Indien-CELAC Treffens im Jahr 2012 zeigt.

  • Im Vergleich mit China bleibt Indien jedoch zurück. Trotz des gewachsenen Engagements in Afrika und Lateinamerika sind diese Regionen auch weiterhin im Gesamtkontext indischer Außenpolitik nicht von primärer Bedeutung. Diese ist immer noch stark auf die Sicherheitsbedrohungen aus der unmittelbaren regionalen Nachbarschaft fokussiert.



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