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GIGA Focus Asien

Demokratie mit sozialer Achillesferse: Indien nach 60 Jahren Unabhängigkeit

Nummer: 9 | 2007 | ISSN: 1862-359X

Am 15. August 2007 feierte die Indische Union ihre 60-jährige Unabhängigkeit.

Analyse: Zum sechzigsten Jahrestag ihrer Unabhängigkeit präsentiert sich die Indische Union in einer vergleichsweise guten Verfassung. Die größte Demokratie weist eine politische Stabilität auf, die 1947 nur die wenigsten Beobachter für möglich gehalten hätten. Infolge der Wirtschaftsreformen nach 1991 hat sich Indien mittlerweile zu einer Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft entwickelt. Außenpolitisch hat die Indische Union wie kaum ein anderes Land von den veränderten internationalen Konstellationen nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes profitiert. Indien hat seine Beziehungen zu den Großmächten verbessert und neue internationale Anerkennung erfahren.

  • Die Minderheitsregierung der United Progressiv Alliance (UPA) unter der Führung der Kongresspartei, die von Linksparteien unterstützt wird, erweist sich trotz einiger Rückschläge als relativ stabil.

  • Das rasante wirtschaftliche Wachstum hat zwar die kaufkräftige Mittelschicht vergrößert, doch zugleich hat auch die Ungleichheit zugenommen. Die indische Demokratie weist bis heute massive Defizite bei der Bereitstellung öffentlicher Güter wie Grundbildung und Gesundheit auf. Der ländliche Raum hinkt der wirtschaftlichen Entwicklung weiter hinterher. Die größte innenpolitische Bedrohung entsteht gegenwärtig durch militante kommunistische Gruppen (Naxaliten).

  • Als Folge der Liberalisierung setzt Indien heute mehr als je zuvor auf Weltmarktintegration und ausländische Direktinvestitionen. Das Nuklearabkommen vom März 2006 gibt den indisch-amerikanischen Beziehungen eine neue Qualität. Das Verhältnis zur Volksrepublik China hat sich durch den Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen seit den 1990er Jahren ebenfalls deutlich verbessert. Die weitreichendsten positiven Veränderungen sind im Verhältnis zu Pakistan zu verzeichnen. Aufgrund der Annäherung seit 2003 ist das bilaterale Verhältnis beider Staaten so gut wie selten vorher in ihrer sechzigjährigen Geschichte.



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