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Sicherheitsmärkte in Postkonfliktgesellschaften: Implikationen für Interventionen

GIGA Focus | Global | Nummer 07 | | ISSN 1862-3581

Am 31. Juli 2007 hat der UN-Sicherheitsrat beschlossen, eine 26.000 Mann starke Friedenstruppe nach Darfur zu entsenden, die dort eine Mission der Afrikanischen Union ablöst. Das sind 9.000 Mann mehr als bei der bisher größten UN-Friedenstruppe in Afrika, der Mission de l’Organisation des Nations Unies en République Démocratique du Congo (MONUC) in der DR Kongo.

Analyse:
Seit 1989 hat die Zahl internationaler Militärinterventionen in Postkonfliktgesellschaften drastisch zugenommen. Zu den Zielen dieser Interventionen gehört auch immer eine Unterbrechung der Kampfhandlungen. Dies geschieht dann, wenn es den Interventionstruppen gelingt, den Sicherheitsmarkt zu monopolisieren. Dafür stehen die Aussichten gut, wenn alle Konfliktparteien einem Friedensabkommen und einem Entwaffnungsprogramm zugestimmt haben. Das ist aber längst nicht immer der Fall.

  • Die Erwartungen an Interventionsstreitkräfte sollten nicht überfrachtet werden. Bestenfalls ist eine kurzfristige Befriedung möglich, die die Grundlage für eine langfristige Transformation der Gewaltstrukturen bietet.

  • Auf dem Sicherheitsmarkt treten Interventionskräfte parallel zu einheimischen Akteuren auf, die für die Bürger wichtige Schutzgaranten darstellen könnten.

  • Ein inklusives Friedensabkommen ist eine Grundvoraussetzung für eine gewaltfreie Postkonfliktordnung. Liegt dies nicht vor, ist eine deutlich stärkere militärische Präsenz notwendig, um die Konfliktparteien abzuschrecken.

  • Wo Friedensabkommen oder Entwaffnungsprogramme fehlen, können Interventionstruppen den Konflikt bestenfalls "einfrieren", jedoch nicht überwinden. Spätestens nach ihrem Abzug wird der Konflikt erneut ausbrechen.

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Vorgeschlagene Zitierweise

Lambach, Daniel (2007), Sicherheitsmärkte in Postkonfliktgesellschaften: Implikationen für Interventionen, GIGA Focus Global, 07, urn:nbn:de:0168-ssoar-275664

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