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Japans Engagement in Afrika: Wendepunkt 2008?

GIGA Focus | Global | Nummer 09 | | ISSN 1862-3581

Als Gastgeberland sowohl der vierten Tokyo International Conference on African Development (TICAD IV) im Mai als auch des G8-Gipfels im Juli ergaben sich für Japan 2008 gleich zwei bedeutende Gelegenheiten, seine politischen und wirtschaftlichen Interessen auf dem afrikanischen Kontinent zur Geltung zu bringen.

Analyse
Viele Beobachter sehen in den Ergebnissen der beiden Konferenzen, insbesondere denen der TICAD IV, einen Wendepunkt in der japanischen Afrikapolitik. Die vorliegende Analyse stützt diese Auffassung, indem sie zu folgenden Erkenntnissen gelangt:

  • Im Rahmen der TICAD IV hat die japanische Regierung den afrikanischen Staaten umfangreiche Zugeständnisse und Hilfeleistungen versprochen, die sich deutlich von den bisherigen Bemühungen abheben.

  • Hinter diesem Entgegenkommen stehen im Wesentlichen strategische Überlegungen zur Ressourcensicherung, aber auch der Wunsch Japans, im Hinblick auf einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen unterstützt zu werden und sich den Zugang zu den wachsenden Konsummärkten aufsteigender afrikanischer Staaten zu sichern.

  • Hatte das Entwicklungshilfeengagement Japans bis 2005 noch seinen regionalen Schwerpunkt in Ostasien, so verlagert sich dieser seitdem mehr und mehr in Richtung Afrika. Auch die Entwicklungen im Handel und bei den Investitionen bestätigen, dass der afrikanische Kontinent für Japan zusehends an Bedeutung gewinnt.

  • Der Ausweitung des japanischen Engagements in Afrika sind jedoch Grenzen gesetzt, die sich sowohl aus der eigenen Haushaltssituation als auch aus dem verstärkten internationalen Wettbewerb um die Ressourcensicherung auf diesem Kontinent ergeben.

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Vorgeschlagene Zitierweise

Burgschweiger, Nadine (2008), Japans Engagement in Afrika: Wendepunkt 2008?, GIGA Focus Global, 09, urn:nbn:de:0168-ssoar-274486

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