GIGA Focus Asia

Ausländische Unternehmensakquisitionen in Japan – ein Ausweg aus der Konjunkturschwäche?

GIGA Focus | Asia | Number 02 | | ISSN 1862-359X

Die japanische Notenbank hat in ihrem am 15. Januar 2008 veröffentlichten "Regional Economic Report" erstmals seit April 2005 ihre Gesamteinschätzung zur Wirtschaftsentwicklung nach unten korrigiert.

Analyse
Angesichts der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Japan hat die Diskussion um die konstruktive Nutzung grenzüberschreitender Unternehmenszusammenschlüsse und -übernahmen (mergers and acquisitions – M&As) zu neuer Dynamik gefunden. Die japanische Regierung will bis zum Jahr 2010 den Anteil ausländischer Direktinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf fünf Prozent erhöhen. Eine entscheidende Rolle soll dabei die Förderung der Unternehmensakquisitionen spielen.

  • Mit dem Konjunkturabschwung in den USA im Zuge der Minderkredit-(subprime-) Krise ist für Japan einer der wichtigsten Absatzmärkte in Gefahr geraten. Die Binnenwirtschaft kämpft seit Jahren mit zurückhaltenden Konsumenten und einer weitreichenden Ineffizienz in einigen Sektoren. M&As könnten hier als geeignete Instrumente dienen, mehr internationale Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen, und somit längerfristig zu einem nachhaltigen Wachstum der japanischen Wirtschaft beitragen.

  • Die Unternehmensakquisitionen stiegen 2007 zwar auf ein Rekordniveau, doch nach wie vor weist Japan im Vergleich zu anderen Industrienationen insgesamt eine relativ geringe M&A-Quote auf. Die Ursachen für die Zurückhaltung der ausländischen Investoren liegen in systemischen und institutionellen Hindernissen, die insbesondere feindliche Übernahmen in Japan noch immer erschweren.

  • Japanische Unternehmen reagieren auf die als Bedrohung empfundene Tätigkeit ausländischer Investoren auf dem heimischen Markt in immer größerer Zahl mit problematischen Abwehrmechanismen.

  • Die Regierung hat bereits zahlreiche Gesetzesänderungen zur Erleichterung grenzüberschreitender Akquisitionen auf den Weg gebracht, doch seit dem Rückzug Koizumis vom Amt des Ministerpräsidenten im September 2006 fehlen jegliche Impulse für eine weitere investitionsfördernde Reformtätigkeit.

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Burgschweiger, Nadine (2008), Ausländische Unternehmensakquisitionen in Japan – ein Ausweg aus der Konjunkturschwäche?, GIGA Focus Asia, 02, urn:nbn:de:0168-ssoar-274465

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