GIGA Focus Latin America

Lateinamerikas Wirtschaft 2010 auf Erholungskurs

Number 1 | 2010 | ISSN: 1862-3573


  • Nach fünf Jahren überdurchschnittlich hohem wirtschaftlichen Wachstums musste 2009 durch die direkten und indirekten Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in Lateinamerika erstmals wieder ein Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung registriert werden. Allerdings hat Lateinamerika die Krise 2009 bislang vergleichsweise besser überstanden als andere Weltregionen. Die Wirtschaft in Lateinamerika wird 2010 wieder an Dynamik gewinnen, jedoch gegenüber den Jahren vor der Krise langsamer und zudem in den Volkswirtschaften der Region sehr ungleich wachsen.

    Analyse Tendenziell sind die Volkswirtschaften Lateinamerikas von der globalen Krise umso stärker in Mitleidenschaft gezogen worden, je intensiver sie in den Weltmarkt eingebunden und mit den internationalen Finanzmärkten vernetzt sind; zudem sind die Kriseneffekte umso stärker spürbar geworden, je höher der Grad der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den USA ist.

    Viele Länder der Region befanden sich zu Beginn des Krisenjahres 2009 in einer wesentlich solideren binnen- und außenwirtschaftlichen Position als bei früheren Krisen. Flexible Wechselkurse und keynesianisch inspirierte antizy­klische Finanzpolitiken haben dazu beigetragen, intern die negativen Auswirkungen der globalen Krise zu begrenzen. Viele lateinamerikanische Regierungen haben zielgruppenorientierte Programme zur Abmilderung der sozialen Folgen der Rezession in Gang gesetzt.

    Die wirtschaftliche Erholung in Lateinamerika hängt vor allem auch davon ab,

    • wie lange die geld- und finanzpolitischen Stimuli noch wirken und ob es den Zentralbanken gelingt, das Inflationsrisiko zu begrenzen;

    • ob und wie schnell der wirtschaftliche Aufschwung in den Industrieländern kommt (und insbesondere in den USA);

    • ob und wie stark sich protektionistische Maßnahmen in der Region und in anderen Teilen der Welt durchsetzen;

    • wie sich die Weltmarktpreise wichtiger Rohstoffe entwickeln.


    Footnotes


      Nach fünf Jahren überdurchschnittlich hohem wirtschaftlichen Wachstums musste 2009 durch die direkten und indirekten Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in Lateinamerika erstmals wieder ein Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung registriert werden. Allerdings hat Lateinamerika die Krise 2009 bislang vergleichsweise besser überstanden als andere Weltregionen. Die Wirtschaft in Lateinamerika wird 2010 wieder an Dynamik gewinnen, jedoch gegenüber den Jahren vor der Krise langsamer und zudem in den Volkswirtschaften der Region sehr ungleich wachsen.

      Analyse Tendenziell sind die Volkswirtschaften Lateinamerikas von der globalen Krise umso stärker in Mitleidenschaft gezogen worden, je intensiver sie in den Weltmarkt eingebunden und mit den internationalen Finanzmärkten vernetzt sind; zudem sind die Kriseneffekte umso stärker spürbar geworden, je höher der Grad der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den USA ist.

      Viele Länder der Region befanden sich zu Beginn des Krisenjahres 2009 in einer wesentlich solideren binnen- und außenwirtschaftlichen Position als bei früheren Krisen. Flexible Wechselkurse und keynesianisch inspirierte antizy­klische Finanzpolitiken haben dazu beigetragen, intern die negativen Auswirkungen der globalen Krise zu begrenzen. Viele lateinamerikanische Regierungen haben zielgruppenorientierte Programme zur Abmilderung der sozialen Folgen der Rezession in Gang gesetzt.

      Die wirtschaftliche Erholung in Lateinamerika hängt vor allem auch davon ab,

      • wie lange die geld- und finanzpolitischen Stimuli noch wirken und ob es den Zentralbanken gelingt, das Inflationsrisiko zu begrenzen;

      • ob und wie schnell der wirtschaftliche Aufschwung in den Industrieländern kommt (und insbesondere in den USA);

      • ob und wie stark sich protektionistische Maßnahmen in der Region und in anderen Teilen der Welt durchsetzen;

      • wie sich die Weltmarktpreise wichtiger Rohstoffe entwickeln.



      Prof. em. Dr. Hartmut Sangmeister




      Imprint

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      The German Institute for Global and Area Studies (GIGA) – Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg publishes the Focus series on Africa, Asia, Latin America, the Middle East and global issues. The GIGA Focus is edited and published by the GIGA. The views and opinions expressed are solely those of the authors and do not necessarily reflect those of the institute. Authors alone are responsible for the content of their articles. GIGA and the authors cannot be held liable for any errors and omissions, or for any consequences arising from the use of the information provided.

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