GIGA Focus Africa

Eine dritte politische Kraft in Mosambik?

Number 8 | 2010 | ISSN: 1862-3603


  • In Mosambik forderten Anfang September 2010 gewaltsame Proteste gegen eine Erhöhung der Brot- und Strompreise 13 Todesopfer und mehr als 400 Verletzte, vornehmlich in der Hauptstadt Maputo.

    Analyse Die seit 1975 amtierende FRELIMO-Regierung unter dem vor einem Jahr mit 75 Prozent der Stimmen bestätigten Präsidenten Armando Guebuza gerät unerwartet unter Druck. Bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2009 hatte sich zudem die MDM als "dritte Kraft" neben den ehemaligen Bürgerkriegsparteien RENAMO und FRELIMO auf nationaler Bühne Gehör verschafft. Noch ist unklar, ob die Opposition vom Ansehensverlust der Regierung profitieren kann.

    • Die personellen und programmatischen Schwächen der RENAMO haben zur Erosion dieser bisher stärksten Oppositionspartei geführt. Die MDM konnte 2009 aufgrund der Popularität ihres Parteichefs Daviz Simango einen Achtungserfolg erreichen.

    • Die Wählerschaft der MDM setzt sich vor allem aus traditionellen RENAMO-Wählern der zentralen Provinz Sofala und Teilen der enttäuschten urbanen Bildungselite in Maputo zusammen.

    • Das Potential der MDM entscheidet sich an ihrer Fähigkeit, bisherige Nichtwähler an sich zu binden. Innerhalb der laufenden Legislaturperiode hat sie die Chance, über kommunale Wahlen an Bedeutung zu gewinnen.

    • Die Gebergemeinschaft hat die Formierung einer „dritten Kraft“ in Mosambik ausdrücklich begrüßt und unterstützt. Innerhalb der letzten Jahre haben sich die Geber am Parlament vorbei zur eigentlichen Opposition des Landes entwickelt; insofern droht auch der neuen Partei eine Vereinnahmung.

    • Angesichts der Vormachtstellung der FRELIMO in Staat und Gesellschaft und der programmatischen und finanziellen Schwäche der MDM sind die Erfolgsaussichten der Oppositionspartei mittelfristig begrenzt. Daher sollten auch die verschiedenen Reformkräfte innerhalb der FRELIMO nicht aus dem Blick verloren werden.


    Footnotes




      Henrik Maihack





      Imprint

      The GIGA Focus is an Open Access publication and can be read on the Internet and downloaded free of charge at www.giga-hamburg.de/en/publications/giga-focus. According to the conditions of the Creative-Commons license Attribution-No Derivative Works 3.0 this publication may be freely duplicated, circulated and made accessible to the public. The particular conditions include the correct indication of the initial publication as GIGA Focus and no changes in or abbreviation of texts.

      The German Institute for Global and Area Studies (GIGA) – Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg publishes the Focus series on Africa, Asia, Latin America, the Middle East and global issues. The GIGA Focus is edited and published by the GIGA. The views and opinions expressed are solely those of the authors and do not necessarily reflect those of the institute. Authors alone are responsible for the content of their articles. GIGA and the authors cannot be held liable for any errors and omissions, or for any consequences arising from the use of the information provided.

      Journal of Contemporary African Studies | 2008

      Party Systems in Africa: Problems of Categorising and Explaining Party Systems

      Gero Erdmann

      Formerly Lead Research Fellow

      Prof. Dr. Matthias Basedau

      Director of the GIGA Institute for African Affairs / Editor GIGA Focus Africa

      GIGA Focus Africa | 12/2011

      Mosambik: Mehr Zeit für den Präsidenten?

      Henrik Maihack

      GIGA Focus Africa | 10/2013

      Mosambik: Rückkehr des Bürgerkriegs?

      Dr. Johannes Plagemann

      Research Fellow / Research Team Spokesperson

      Notification

      Sign up to receive email notifications about GIGA activities

      Social Media

      Follow us