GIGA Focus Global

Geopolitik und sicherheitspolitisches Potenzial neuer regionaler Führungsmächte

Number 8 | 2007 | ISSN: 1862-3581


  • Ob "Ankerstaaten", "pivotal states" oder "neue regionale Führungsmächte" – um die globalen sicherheitspolitischen Ziele des Westens zu verwirklichen, wird in zahlreichen Strategien zunehmend auf regionale Partner gesetzt.

    Analyse: Samuel Huntingtons "Clash of Civilizations" und Thomas Barnetts Modell einer extern zu stabilisierenden Gruppe kaum integrierter Staaten, der "Non-Integrated Gap", prägen die derzeitige sicherheitspolitische Strategie der USA. Den USA gelingt es jedoch nicht, durch unilaterales Handeln Stabilität in Krisenregionen weltweit zu bringen, und selbst potenzielle Partner haben massive Probleme:

    • Die Fähigkeit neuer regionaler Führungsmächte, regionales Krisenmanagement und stabilisierende Sicherheitspolitik zu betreiben, ist eng begrenzt: Während Brasilien eigenständig für Stabilität in einer wenig konfliktgeladenen Region sorgen kann, trifft dies auf Südafrika, Indonesien und Indien nur bedingt zu. China stellt eher einen Problemverursacher als einen Problemlöser dar.

    • Ein grundlegendes Problem aller neuen regionalen Führungsmächte ist, dass von ihnen nur wenige Staaten der jeweiligen Region geführt werden wollen.

    • Schließlich verbinden die neuen regionalen Führungsmächte mit ihrer Rolle als regionale Stabilisatoren Machtansprüche, die sich im Streben nach stärkerem internationalen Gewicht, beispielsweise in den Vereinten Nationen, ausdrücken. Dem nachzugeben mag der Preis für eine neue Multipolarität sein.


    Footnotes


      Ob "Ankerstaaten", "pivotal states" oder "neue regionale Führungsmächte" – um die globalen sicherheitspolitischen Ziele des Westens zu verwirklichen, wird in zahlreichen Strategien zunehmend auf regionale Partner gesetzt.

      Analyse: Samuel Huntingtons "Clash of Civilizations" und Thomas Barnetts Modell einer extern zu stabilisierenden Gruppe kaum integrierter Staaten, der "Non-Integrated Gap", prägen die derzeitige sicherheitspolitische Strategie der USA. Den USA gelingt es jedoch nicht, durch unilaterales Handeln Stabilität in Krisenregionen weltweit zu bringen, und selbst potenzielle Partner haben massive Probleme:

      • Die Fähigkeit neuer regionaler Führungsmächte, regionales Krisenmanagement und stabilisierende Sicherheitspolitik zu betreiben, ist eng begrenzt: Während Brasilien eigenständig für Stabilität in einer wenig konfliktgeladenen Region sorgen kann, trifft dies auf Südafrika, Indonesien und Indien nur bedingt zu. China stellt eher einen Problemverursacher als einen Problemlöser dar.

      • Ein grundlegendes Problem aller neuen regionalen Führungsmächte ist, dass von ihnen nur wenige Staaten der jeweiligen Region geführt werden wollen.

      • Schließlich verbinden die neuen regionalen Führungsmächte mit ihrer Rolle als regionale Stabilisatoren Machtansprüche, die sich im Streben nach stärkerem internationalen Gewicht, beispielsweise in den Vereinten Nationen, ausdrücken. Dem nachzugeben mag der Preis für eine neue Multipolarität sein.



      Sören Scholvin

      Formerly Research Fellow


      Hanspeter Mattes

      Formerly Senior Research Fellow




      Imprint

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