GIGA Focus Asia

Die europäisch-indischen Beziehungen: Chancen, Herausforderungen und Perspektiven

Number 9 | 2014 | ISSN: 1862-359X


  • Die bilateralen Verhandlungen zwischen der EU und Indien für ein gemeinsames Freihandelsabkommen sollten im Jahr 2014 zum Abschluss kommen, wurden aber durch die indischen Wahlen unterbrochen. Bislang ist immer noch kein Termin für die Weiterverhandlung gesetzt.

    Analyse

    Die europäisch-indischen Beziehungen haben im vergangenen Jahrzehnt stark an Bedeutung gewonnen. Bei genauerem Hinsehen verbergen sich jedoch hinter der euphorischen rhetorischen Fassade strategischer Partnerschaft immer noch divergierende Weltanschauungen, Politiken und Erwartungen.

    • Die außenpolitischen Perzeptionen und Prioritäten der EU und Indiens haben sich historisch betrachtet aus völlig unterschiedlichen Ausgangslagen heraus entwickelt. Entsprechend divergieren auch die heutigen Zielsetzungen. Die außenpolitischen Gemeinsamkeiten Indiens mit den USA sind ausgeprägter als jene mit der EU.

    • Eine engere Kooperation zwischen beiden Parteien blieb stets hinter der Rhetorik zurück und beschränkt sich oft auf luftige Absichtserklärungen. Es fehlt an einer unterstützenden indischen Diaspora in Europa und an einem gemeinsamen Herangehen an bestimmte globale Herausforderungen. Nicht zuletzt begrenzen auch tradierte Denkschablonen eine dynamische Fortentwicklung der Partnerschaft.

    • Indien erstrebt für sich selbst eine Großmachtrolle und ist sicherheitspolitisch auf China und Pakistan fixiert. Europas Interessen gelten vor allem dem friedlichen Ausgleich innerhalb Europas und der Intensivierung der Außenwirtschaftsbeziehungen. Entwicklungspolitisch leidet die Glaubwürdigkeit der EU auch in Südasien an mangelnder Kohärenz.

    • Dem enormen Potenzial, das die EU für Indien bietet, wurde bis jetzt aus indischer Perspektive zu wenig Beachtung geschenkt. Andererseits sollte man sich aufseiten der EU Gedanken darüber machen, ob ein Teil der großen Aufmerksamkeit, welche China in den vergangenen Jahren zugekommen ist, nicht besser auf Indien gerichtet werden sollte.


    Footnotes




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