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Weltentwicklungsbericht 2008: Ein neues Konzept für die Landwirtschaft im Süden?

Number 1 | 2008 | ISSN: 1862-3581


  • Der Weltbank wird seit einiger Zeit vorgeworfen, den Bereich der landwirtschaftlichen Entwicklung vernachlässigt zu haben. Tatsächlich ist der vorgelegte Bericht der erste Weltentwicklungsbericht zu diesem Thema seit 1982. Angesichts der zentralen Position der Weltbank in den programmatischen Diskursen über Entwicklung, aber auch der Bedeutung der Bank als wichtigster Institution multilateraler Finanzierung wird den hier vorgelegten Konzepten hohe Aufmerksamkeit gezollt – auch wenn die behandelten Themen kontinuierlich in Berichten der in Rom konzentrierten Agrarentwicklungsinstitutionen (Food and Agriculture Organization – FAO, International Fund for Agricultural Development – IFAD und World Food Programme – WFP) diskutiert werden.

    Analyse Der von der Weltbank vorgelegte Bericht analysiert Landwirtschaft als "grundlegendes Instrument für nachhaltige Entwicklung und Armutsreduzierung". Ausgangspunkt ist die Differenzierung zwischen den drei Ländertypen der landwirtschaftlich geprägten, der sich transformierenden und der urbanisierten Länder. Angesichts der jeweils unterschiedlichen sozioökonomischen Bedeutung des Agrarsektors werden unterschiedliche Agrarentwicklungsstrategien konzipiert.

    • Der Bericht greift wichtige Themen der Problematik landwirtschaftlicher Entwicklung auf (Wettbewerbsfähigkeit, Infrastruktur, Forschung, Umwelt, Geschlechterverhältnisse, Migration) und betont im Schlusskapitel die zentrale Bedeutung der Stärkung von Governance von der lokalen bis zur globalen Ebene.

    • Er zeigt aber auch die typischen Schwächen vieler Weltbankberichte (mangelnde historische Tiefe, fehlende Kontextualisierung der agrarbezogenen Befunde und Strategien) und zeichnet sich darüber hinaus durch eine weitgehende Nichtbehandlung wichtiger Themen der "römischen" Institutionen aus (etwa "Recht auf Nahrung", sog. "Farmer’s Rights", d. h. Ausgleichszahlungen für die Nutzung traditionellen Saatguts, um neue Sorten zu züchten).

    • Die immer wichtigeren Fragen der Kooperation zwischen Akteuren der Global Governance im Agrarbereich werden nur sehr kursorisch behandelt.


    Footnotes


      Der Weltbank wird seit einiger Zeit vorgeworfen, den Bereich der landwirtschaftlichen Entwicklung vernachlässigt zu haben. Tatsächlich ist der vorgelegte Bericht der erste Weltentwicklungsbericht zu diesem Thema seit 1982. Angesichts der zentralen Position der Weltbank in den programmatischen Diskursen über Entwicklung, aber auch der Bedeutung der Bank als wichtigster Institution multilateraler Finanzierung wird den hier vorgelegten Konzepten hohe Aufmerksamkeit gezollt – auch wenn die behandelten Themen kontinuierlich in Berichten der in Rom konzentrierten Agrarentwicklungsinstitutionen (Food and Agriculture Organization – FAO, International Fund for Agricultural Development – IFAD und World Food Programme – WFP) diskutiert werden.

      Analyse Der von der Weltbank vorgelegte Bericht analysiert Landwirtschaft als "grundlegendes Instrument für nachhaltige Entwicklung und Armutsreduzierung". Ausgangspunkt ist die Differenzierung zwischen den drei Ländertypen der landwirtschaftlich geprägten, der sich transformierenden und der urbanisierten Länder. Angesichts der jeweils unterschiedlichen sozioökonomischen Bedeutung des Agrarsektors werden unterschiedliche Agrarentwicklungsstrategien konzipiert.

      • Der Bericht greift wichtige Themen der Problematik landwirtschaftlicher Entwicklung auf (Wettbewerbsfähigkeit, Infrastruktur, Forschung, Umwelt, Geschlechterverhältnisse, Migration) und betont im Schlusskapitel die zentrale Bedeutung der Stärkung von Governance von der lokalen bis zur globalen Ebene.

      • Er zeigt aber auch die typischen Schwächen vieler Weltbankberichte (mangelnde historische Tiefe, fehlende Kontextualisierung der agrarbezogenen Befunde und Strategien) und zeichnet sich darüber hinaus durch eine weitgehende Nichtbehandlung wichtiger Themen der "römischen" Institutionen aus (etwa "Recht auf Nahrung", sog. "Farmer’s Rights", d. h. Ausgleichszahlungen für die Nutzung traditionellen Saatguts, um neue Sorten zu züchten).

      • Die immer wichtigeren Fragen der Kooperation zwischen Akteuren der Global Governance im Agrarbereich werden nur sehr kursorisch behandelt.



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