GIGA Focus Africa

Transportkorridore im südlichen Afrika: Entwicklungsmotoren und „weiße Elefanten“

Number 11 | 2010 | ISSN: 1862-3603


  • Am 29. November erklärten die Regierungen Mosambiks und Südafrikas, die Ein- und Ausreise auf dem Weg von Johannesburg nach Maputo künftig an einem gemeinsamen Grenzposten abzuwickeln; die Dauer des Grenzübergangs werde so fast halbiert.

    Analyse Die Zusammenarbeit zwischen Mosambik und Südafrika ist vorbildlich für die zahlreichen transnationalen Infrastrukturprojekte im südlichen Afrika, die gegenwärtig wiederbelebt oder weiter ausgebaut werden. Sie sind zentraler Bestandteil der Entwicklungspolitik im südlichen Afrika. Diese Transportkorridore können nicht nur die Entwicklung ihrer Start- und Endpunkte beeinflussen, sondern sollen durch Einbindung in regionale und globale Wirtschaftsketten entlang der gesamten Route Entwicklungsimpulse auslösen. Doch ihrem beträchtlichen Potenzial stehen Probleme bei der Umsetzung gegenüber:

    • Die Korridore können bedeutende Wirtschaftsimpulse für die Nachbarländer erzeugen. Da sie aber zumeist direkt mit Südafrika verbunden sind, verfestigen sie gleichzeitig die bestehenden wirtschaftlichen Abhängigkeiten.

    • Die Wirtschaftlichkeit von Korridoren ist in den Fällen ohne südafrikanische Beteiligung an den Export von Rohstoffen gebunden. Korridorprojekte ohne direkte Anbindung an Südafrika sind wesentlich schwieriger zu realisieren.

    • Dem erfolgreichen namibischen Walvis-Bay-Korridor stehen die nur mäßig erfolgreichen Projekte in Mosambik sowie das malawische Hafenprojekt in Nsanje gegenüber, das vor allem politisch motiviert und ohne wirtschaftliche Grundlage ist.

    • Über Verkehrsinfrastruktur hinausgehende Entwicklungsaspekte spielen bislang eine untergeordnete Rolle. Die Beschäftigungswirkung der Korridore ist insofern begrenzt. Dies wird besonders bei den ohnehin problembehafteten Korridoren in Mosambik deutlich, gilt aber auch – trotz deren insgesamt positiver Entwicklung – für die namibischen Korridore.


    Footnotes


      Am 29. November erklärten die Regierungen Mosambiks und Südafrikas, die Ein- und Ausreise auf dem Weg von Johannesburg nach Maputo künftig an einem gemeinsamen Grenzposten abzuwickeln; die Dauer des Grenzübergangs werde so fast halbiert.

      Analyse Die Zusammenarbeit zwischen Mosambik und Südafrika ist vorbildlich für die zahlreichen transnationalen Infrastrukturprojekte im südlichen Afrika, die gegenwärtig wiederbelebt oder weiter ausgebaut werden. Sie sind zentraler Bestandteil der Entwicklungspolitik im südlichen Afrika. Diese Transportkorridore können nicht nur die Entwicklung ihrer Start- und Endpunkte beeinflussen, sondern sollen durch Einbindung in regionale und globale Wirtschaftsketten entlang der gesamten Route Entwicklungsimpulse auslösen. Doch ihrem beträchtlichen Potenzial stehen Probleme bei der Umsetzung gegenüber:

      • Die Korridore können bedeutende Wirtschaftsimpulse für die Nachbarländer erzeugen. Da sie aber zumeist direkt mit Südafrika verbunden sind, verfestigen sie gleichzeitig die bestehenden wirtschaftlichen Abhängigkeiten.

      • Die Wirtschaftlichkeit von Korridoren ist in den Fällen ohne südafrikanische Beteiligung an den Export von Rohstoffen gebunden. Korridorprojekte ohne direkte Anbindung an Südafrika sind wesentlich schwieriger zu realisieren.

      • Dem erfolgreichen namibischen Walvis-Bay-Korridor stehen die nur mäßig erfolgreichen Projekte in Mosambik sowie das malawische Hafenprojekt in Nsanje gegenüber, das vor allem politisch motiviert und ohne wirtschaftliche Grundlage ist.

      • Über Verkehrsinfrastruktur hinausgehende Entwicklungsaspekte spielen bislang eine untergeordnete Rolle. Die Beschäftigungswirkung der Korridore ist insofern begrenzt. Dies wird besonders bei den ohnehin problembehafteten Korridoren in Mosambik deutlich, gilt aber auch – trotz deren insgesamt positiver Entwicklung – für die namibischen Korridore.




      Sören Scholvin

      Formerly Research Fellow




      Imprint

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      The German Institute for Global and Area Studies (GIGA) – Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg publishes the Focus series on Africa, Asia, Latin America, the Middle East and global issues. The GIGA Focus is edited and published by the GIGA. The views and opinions expressed are solely those of the authors and do not necessarily reflect those of the institute. Authors alone are responsible for the content of their articles. GIGA and the authors cannot be held liable for any errors and omissions, or for any consequences arising from the use of the information provided.

      GIGA Focus Africa | 4/2012

      Südafrika als "Tor nach Afrika"?

      Sören Scholvin

      Peter Draper

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