GIGA Focus Latin America

Ein Neuanfang in den Amerikas. Zur Lateinamerikapolitik der Regierung Obama

Number 4 | 2009 | ISSN: 1862-3573


  • Vom 17. bis. 19. April fand in Trinidad und Tobago der 5. Gipfel der Amerikas statt. Aufgrund der Teilnahme des neuen US-Präsidenten Barack Obama gab das Gipfeltreffen auch Hinweise auf die zukünftige Lateinamerikapolitik der US-Regierung und diente als ein erstes Stimmungsbarometer der US-Lateinamerika-Beziehungen. Bereits im Vorfeld des Gipfeltreffens war es zu interessanten Entwicklungen in der Politik der USA gegen­über Kuba gekommen. Obwohl Kuba nicht offiziell auf der Agenda stand, beherrschte das Thema das Gipfeltreffen.

    Analyse Auf symbolischer Ebene wurden in Trinidad und Tobago grundlegende Veränderungen deutlich. Obama sprach offen heikle Themen und mögliche Lösungen für gemeinsame Probleme mit den lateinamerikanischen Regierungen an. Das Gipfeltreffen hat ohne Zweifel zu einer Verbesserung des Gesprächsklimas zwischen den USA und den latein­amerikanischen Nachbarn beigetragen. Der neue US-Präsident hat große Erwartungen geweckt, nun bleibt abzuwarten, ob diese zukünftig auch erfüllt werden. Dies hängt nicht allein von Obama ab, sondern auch von anderen Akteuren – wie der kubanischen Regierung oder dem US-Kongress. Die Gipfeleuphorie könnte somit schon bald wieder abklingen.

    • Lateinamerika hat in den vergangenen Jahren an ökonomischer Stärke und politischer Unabhängigkeit gewonnen und tritt den USA wesentlich selbstbewusster gegenüber.

    • Die neue US-Regierung hat auf diese Entwicklung reagiert und bietet der Region eine Partnerschaft auf Augenhöhe an.

    • Es wurden Schritte hin zu einer gemeinsamen Problemsicht und gemeinsamen Lösungsansätzen eingeleitet.

    • Bereits im Vorfeld des Gipfels hatte die Regierung Obama klare Zeichen gesetzt, indem sie verschiedene in der Bush-Ära gegenüber Kuba verhängte Sanktionen zurücknahm und so ein Wahlversprechen einlöste.

    • Brasilien hat sich zum Hauptansprechpartner der US-Regierung in Lateinamerika entwickelt. Der südamerikanische Staat wird dadurch gegenüber den traditionellen US-Partnern Mexiko und Kolumbien aufgewertet und in seinem regionalen Führungsanspruch gestärkt.


    Footnotes


      Vom 17. bis. 19. April fand in Trinidad und Tobago der 5. Gipfel der Amerikas statt. Aufgrund der Teilnahme des neuen US-Präsidenten Barack Obama gab das Gipfeltreffen auch Hinweise auf die zukünftige Lateinamerikapolitik der US-Regierung und diente als ein erstes Stimmungsbarometer der US-Lateinamerika-Beziehungen. Bereits im Vorfeld des Gipfeltreffens war es zu interessanten Entwicklungen in der Politik der USA gegen­über Kuba gekommen. Obwohl Kuba nicht offiziell auf der Agenda stand, beherrschte das Thema das Gipfeltreffen.

      Analyse Auf symbolischer Ebene wurden in Trinidad und Tobago grundlegende Veränderungen deutlich. Obama sprach offen heikle Themen und mögliche Lösungen für gemeinsame Probleme mit den lateinamerikanischen Regierungen an. Das Gipfeltreffen hat ohne Zweifel zu einer Verbesserung des Gesprächsklimas zwischen den USA und den latein­amerikanischen Nachbarn beigetragen. Der neue US-Präsident hat große Erwartungen geweckt, nun bleibt abzuwarten, ob diese zukünftig auch erfüllt werden. Dies hängt nicht allein von Obama ab, sondern auch von anderen Akteuren – wie der kubanischen Regierung oder dem US-Kongress. Die Gipfeleuphorie könnte somit schon bald wieder abklingen.

      • Lateinamerika hat in den vergangenen Jahren an ökonomischer Stärke und politischer Unabhängigkeit gewonnen und tritt den USA wesentlich selbstbewusster gegenüber.

      • Die neue US-Regierung hat auf diese Entwicklung reagiert und bietet der Region eine Partnerschaft auf Augenhöhe an.

      • Es wurden Schritte hin zu einer gemeinsamen Problemsicht und gemeinsamen Lösungsansätzen eingeleitet.

      • Bereits im Vorfeld des Gipfels hatte die Regierung Obama klare Zeichen gesetzt, indem sie verschiedene in der Bush-Ära gegenüber Kuba verhängte Sanktionen zurücknahm und so ein Wahlversprechen einlöste.

      • Brasilien hat sich zum Hauptansprechpartner der US-Regierung in Lateinamerika entwickelt. Der südamerikanische Staat wird dadurch gegenüber den traditionellen US-Partnern Mexiko und Kolumbien aufgewertet und in seinem regionalen Führungsanspruch gestärkt.



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