GIGA Focus Latin America

Die EU und Lateinamerika: Partnerschaft auf Augenhöhe?

Number 2 | 2013 | ISSN: 1862-3573


  • Am 26./27. Januar 2013 fand in Santiago de Chile das 7. Gipfeltreffen der EU mit den Staaten Lateinamerikas und der Karibik statt. Erstmals traten die lateinamerikanischen Länder als CELAC (Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños) auf.

    Analyse Der Gipfel von Santiago de Chile markiert eine Trendwende in den europäisch-lateinamerikanischen Beziehungen. Es standen weniger entwicklungspolitische Themen im Mittelpunkt als vielmehr Investitionen. Die Ausdifferenzierung der Handelsbeziehungen und das hohe Wirtschaftswachstum in Lateinamerika haben Asymmetrien in den biregionalen Beziehungen abgebaut. Trotz weiter bestehender Unterschiede im durchschnittlichen Entwicklungsniveau beider Regionen ermöglicht dies künftig Beziehungen auf Augenhöhe.

    • In einer multiregionalen Welt können interregionale Beziehungen nicht exklusiv bleiben. In Lateinamerika hat nicht nur das Integrationsmodell der EU an Ausstrahlung verloren, die EU steht auch verstärkt in Konkurrenz zu asiatischen Staaten.

    • Der Anteil der EU am Außenhandel Lateinamerikas blieb zwar seit der Jahrtausendwende konstant, in naher Zukunft könnte die EU jedoch als der nach den USA zweitwichtigste Handelspartner Lateinamerikas von China abgelöst werden. Nach wie vor sind aber europäische Unternehmen bei Auslandsinvestitionen in Lateinamerika führend.

    • Der Gipfel von Santiago de Chile offenbarte auch Verschiebungen der Kräfteverhältnisse innerhalb Lateinamerikas. Die Staaten der Pazifik-Allianz (Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru) warben offensiv mit offenen Märkten und Rechtssicherheit um ausländische Investoren. Der Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela) trat hingegen nicht geschlossen auf. Brasilien und die EU bekundeten ein Interesse am Ausbau ihrer Wirtschaftsbeziehungen.


    Footnotes


      Am 26./27. Januar 2013 fand in Santiago de Chile das 7. Gipfeltreffen der EU mit den Staaten Lateinamerikas und der Karibik statt. Erstmals traten die lateinamerikanischen Länder als CELAC (Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños) auf.

      Analyse Der Gipfel von Santiago de Chile markiert eine Trendwende in den europäisch-lateinamerikanischen Beziehungen. Es standen weniger entwicklungspolitische Themen im Mittelpunkt als vielmehr Investitionen. Die Ausdifferenzierung der Handelsbeziehungen und das hohe Wirtschaftswachstum in Lateinamerika haben Asymmetrien in den biregionalen Beziehungen abgebaut. Trotz weiter bestehender Unterschiede im durchschnittlichen Entwicklungsniveau beider Regionen ermöglicht dies künftig Beziehungen auf Augenhöhe.

      • In einer multiregionalen Welt können interregionale Beziehungen nicht exklusiv bleiben. In Lateinamerika hat nicht nur das Integrationsmodell der EU an Ausstrahlung verloren, die EU steht auch verstärkt in Konkurrenz zu asiatischen Staaten.

      • Der Anteil der EU am Außenhandel Lateinamerikas blieb zwar seit der Jahrtausendwende konstant, in naher Zukunft könnte die EU jedoch als der nach den USA zweitwichtigste Handelspartner Lateinamerikas von China abgelöst werden. Nach wie vor sind aber europäische Unternehmen bei Auslandsinvestitionen in Lateinamerika führend.

      • Der Gipfel von Santiago de Chile offenbarte auch Verschiebungen der Kräfteverhältnisse innerhalb Lateinamerikas. Die Staaten der Pazifik-Allianz (Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru) warben offensiv mit offenen Märkten und Rechtssicherheit um ausländische Investoren. Der Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela) trat hingegen nicht geschlossen auf. Brasilien und die EU bekundeten ein Interesse am Ausbau ihrer Wirtschaftsbeziehungen.



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      The German Institute for Global and Area Studies (GIGA) – Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg publishes the Focus series on Africa, Asia, Latin America, the Middle East and global issues. The GIGA Focus is edited and published by the GIGA. The views and opinions expressed are solely those of the authors and do not necessarily reflect those of the institute. Authors alone are responsible for the content of their articles. GIGA and the authors cannot be held liable for any errors and omissions, or for any consequences arising from the use of the information provided.

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