GIGA Focus Afrika

Südafrika als "Tor nach Afrika"?

Nummer 4 | 2012 | ISSN: 1862-3603


  • Auf dem 4. BRICS-Gipfel in Neu Delhi vom 28. bis 29. März 2012 bezeichnete Südafrikas Präsident Jacob Zuma sein Land als „Gateway“, sprich als „Tor“ nach Afrika. Es stehe an der Spitze der wirtschaftlichen Integration Afrikas und biete Unternehmen aus Übersee den besten Zugang zum Kontinent.

    Analyse Südafrika bindet zahlreiche andere afrikanische Länder an weltwirtschaftliche Handels- und Finanzströme an. Doch weder ist der gesamte Kontinent über Südafrika global verknüpft, noch ist Südafrika als wirtschaftliches Scharnier zwischen regionaler und globaler Ebene alternativlos.

    • Südafrikas Lage am südlichen Zipfel des afrikanischen Kontinents und naturräumliche Barrieren – schmale, für Häfen ungünstige Küstentreifen, die Große Randstufe, das Kongobecken und der Ostafrikanische Graben – schränken die Gateway- Funktion ein.

    • Seit der Kolonialzeit bindet die Verkehrsinfrastruktur die Staaten des südlichen Afrikas eng an Südafrika. Südafrikas Häfen sind nicht nur erheblich größer, sondern auch regional und global besser verknüpft als Häfen in Angola, Mosambik, Namibia und Tansania – sie erschließen daher die Region.

    • Ferner verwalten viele transnationale Unternehmen ihre Geschäfte im subsaharischen Afrika von Johannesburg und teils auch von Kapstadt aus. Dort profitieren sie von einem für Unternehmen sehr günstigen Umfeld, den ausgezeichneten Verbindungen des Johannesburger Flughafens und regionalen Unternehmensnetzwerken.

    • Die südafrikanische Regierung verfolgt kein Gesamtkonzept, um ihr Land besser als Tor nach Afrika zu positionieren. Ihre industriezentrierte Politik steht dem Gateway- Gedanken teils entgegen. Transnationale Unternehmen koordinieren ihre Afrikageschäfte zunehmend von anderen Standorten auf dem Kontinent. Der Ausbau von Eisenbahnlinien, Straßen und Häfen in Angola, Mosambik und Tansania eröffnet Alternativen zu Südafrika.


    Fußnoten


      Auf dem 4. BRICS-Gipfel in Neu Delhi vom 28. bis 29. März 2012 bezeichnete Südafrikas Präsident Jacob Zuma sein Land als „Gateway“, sprich als „Tor“ nach Afrika. Es stehe an der Spitze der wirtschaftlichen Integration Afrikas und biete Unternehmen aus Übersee den besten Zugang zum Kontinent.

      Analyse Südafrika bindet zahlreiche andere afrikanische Länder an weltwirtschaftliche Handels- und Finanzströme an. Doch weder ist der gesamte Kontinent über Südafrika global verknüpft, noch ist Südafrika als wirtschaftliches Scharnier zwischen regionaler und globaler Ebene alternativlos.

      • Südafrikas Lage am südlichen Zipfel des afrikanischen Kontinents und naturräumliche Barrieren – schmale, für Häfen ungünstige Küstentreifen, die Große Randstufe, das Kongobecken und der Ostafrikanische Graben – schränken die Gateway- Funktion ein.

      • Seit der Kolonialzeit bindet die Verkehrsinfrastruktur die Staaten des südlichen Afrikas eng an Südafrika. Südafrikas Häfen sind nicht nur erheblich größer, sondern auch regional und global besser verknüpft als Häfen in Angola, Mosambik, Namibia und Tansania – sie erschließen daher die Region.

      • Ferner verwalten viele transnationale Unternehmen ihre Geschäfte im subsaharischen Afrika von Johannesburg und teils auch von Kapstadt aus. Dort profitieren sie von einem für Unternehmen sehr günstigen Umfeld, den ausgezeichneten Verbindungen des Johannesburger Flughafens und regionalen Unternehmensnetzwerken.

      • Die südafrikanische Regierung verfolgt kein Gesamtkonzept, um ihr Land besser als Tor nach Afrika zu positionieren. Ihre industriezentrierte Politik steht dem Gateway- Gedanken teils entgegen. Transnationale Unternehmen koordinieren ihre Afrikageschäfte zunehmend von anderen Standorten auf dem Kontinent. Der Ausbau von Eisenbahnlinien, Straßen und Häfen in Angola, Mosambik und Tansania eröffnet Alternativen zu Südafrika.



      Sören Scholvin

      Ehemals Research Fellow


      Peter Draper




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      Lead Research Fellow / Leitung Forschungsschwerpunkt "Frieden und Sicherheit"

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