GIGA Focus Lateinamerika

Lateinamerika im Sog der Finanzkrise

Nummer 1 | 2009 | ISSN: 1862-3573


  • Nach sechs Jahren kräftigen Konjunkturaufschwungs wird sich das Wirtschaftswachstum in Lateinamerika deutlich abschwächen. In der zweiten Hälfte des Jahres 2008 ist die Wirtschaft der Region immer stärker in den Sog der internationalen Finanzkrise geraten. In allen Ländern wird sich 2009 das gesamtwirtschaftliche Wachstum gegenüber dem Vorjahr deutlich verlangsamen.

    Analyse Jedoch sind konkrete Prognosen der wirtschaftlichen Entwicklung derzeit extrem unsicher, da offen ist, ob und wie schnell sich die konjunkturelle Lage der Weltwirtschaft verbessern wird. Die Regierungen der meisten Länder Lateinamerikas haben umfangreiche Programme zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage angekündigt.

    • Sinkende Exporterlöse in Folge fallender Weltmarktpreise für Rohstoffe und Agrarprodukte sowie steigende Importaufwendungen im Zuge des wirtschaftlichen Wachstums haben dazu beigetragen, dass in der aggregierten Leistungsbilanz der Region 2008 nach fünf Jahren erstmals wieder ein Defizit hingenommen werden musste.

    • In den wichtigsten Volkswirtschaften der Region muss 2009 mit einer Reduzierung der Zuwachsraten der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung um mehr als die Hälfte gerechnet werden.

    • Viele Regierungen in Lateinamerika haben keynesianisch inspirierte Konjunkturprogramme zur Ankurbelung der Nachfrage in Gang gesetzt; eine konzertierte Aktion lateinamerikanischer Regierungen, um mit abgestimmten geld- und finanzpolitischen Maßnahmen den Auswirkungen der Krise zu begegnen, ist bislang jedoch ausgeblieben.

    • Trotz erhöhter Inflationsgefahren und verschlechterter außenwirtschaftlicher Bedingungen sind die Voraussetzungen, die Turbulenzen besser zu überstehen, die Lateinamerika in Folge der aktuellen weltwirtschaftlichen Krisenkonstellation drohen, günstiger als in früheren Dekaden.


    Fußnoten


      Nach sechs Jahren kräftigen Konjunkturaufschwungs wird sich das Wirtschaftswachstum in Lateinamerika deutlich abschwächen. In der zweiten Hälfte des Jahres 2008 ist die Wirtschaft der Region immer stärker in den Sog der internationalen Finanzkrise geraten. In allen Ländern wird sich 2009 das gesamtwirtschaftliche Wachstum gegenüber dem Vorjahr deutlich verlangsamen.

      Analyse Jedoch sind konkrete Prognosen der wirtschaftlichen Entwicklung derzeit extrem unsicher, da offen ist, ob und wie schnell sich die konjunkturelle Lage der Weltwirtschaft verbessern wird. Die Regierungen der meisten Länder Lateinamerikas haben umfangreiche Programme zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage angekündigt.

      • Sinkende Exporterlöse in Folge fallender Weltmarktpreise für Rohstoffe und Agrarprodukte sowie steigende Importaufwendungen im Zuge des wirtschaftlichen Wachstums haben dazu beigetragen, dass in der aggregierten Leistungsbilanz der Region 2008 nach fünf Jahren erstmals wieder ein Defizit hingenommen werden musste.

      • In den wichtigsten Volkswirtschaften der Region muss 2009 mit einer Reduzierung der Zuwachsraten der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung um mehr als die Hälfte gerechnet werden.

      • Viele Regierungen in Lateinamerika haben keynesianisch inspirierte Konjunkturprogramme zur Ankurbelung der Nachfrage in Gang gesetzt; eine konzertierte Aktion lateinamerikanischer Regierungen, um mit abgestimmten geld- und finanzpolitischen Maßnahmen den Auswirkungen der Krise zu begegnen, ist bislang jedoch ausgeblieben.

      • Trotz erhöhter Inflationsgefahren und verschlechterter außenwirtschaftlicher Bedingungen sind die Voraussetzungen, die Turbulenzen besser zu überstehen, die Lateinamerika in Folge der aktuellen weltwirtschaftlichen Krisenkonstellation drohen, günstiger als in früheren Dekaden.



      Prof. em. Dr. Hartmut Sangmeister




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