GIGA Focus Afrika

Ungleichheit und Wirtschaftswachstum. Südafrikas Wirtschaft vor globalen Herausforderungen

Nummer 9 | 2009 | ISSN: 1862-3603


  • Seit dem Ende der Apartheid haben die Regierungen Nelson Mandelas und Thabo Mbekis tiefgreifende Wirtschaftsreformen durchgeführt und sich dabei auf die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen Marktwirtschaft konzentriert. Die neue Regierung unter Präsident Zuma setzt diese Politik trotz zahlreicher Forderungen nach mehr Staatsinterventionismus fort.

    Analyse Die Mehrheit der Südafrikaner hat von dieser Wirtschafts- und Sozialpolitik profitiert. Die Zahl der Arbeitsplätze ist deutlich angestiegen, ebenso die Produktivitäten und die Einkommen. Der Bau von Häusern für die arme Bevölkerung, der Ausbau des Gesundheitswesens und des Bildungssektors und die gute Infrastruktur sorgten viele Jahre für nachhaltiges Wachstum. Ein neues "black enterprise" und auch eine inzwischen breitere schwarze Mittelschicht sind entstanden. Aber:

    • Die globale Finanzkrise hat die südafrikanische Wirtschaft – trotz relativ geringer finanzwirtschaftlicher Verflechtung – nicht verschont. Der Einbruch der Exporteinnahmen, die Schließung von Firmen sowie Entlassungen von Arbeitskräften sind deutliche Krisensymptome.

    • Die neue Regierung unter Präsident Zuma versucht, durch ihre Geldpolitik und das Reformprogramm ASGISA die Weichen für eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit zu stellen. Es ist zu früh, deren Erfolg zu beurteilen.

    • Der Regierungspartei African National Congress (ANC) ist es gelungen, weitestgehend politische Stabilität zu sichern. Die größten Herausforderungen für die fragmentierte Gesellschaft Südafrikas sind jedoch nach wie vor die sehr hohe Arbeitslosigkeit und die extrem hohe Ungleichheit. Zu den Problemen gehören auch ineffiziente Verwaltungen, der wenig entwickelte Dienstleistungssektor, autoritäre Tendenzen, verringerte Partizipationsmöglichkeiten und die ausufernde Kriminalität.

    • Gelingt keine Beseitigung der Arbeitslosigkeit über hohes Wachstum, stehen die Zeichen in Südafrika auf Sturm.


    Fußnoten




      Robert Kappel




      Impressum

      Der GIGA Focus ist eine Open-Access-Publikation. Sie kann kostenfrei im Internet gelesen und heruntergeladen werden unter www.giga-hamburg.de/de/publikationen/giga-focus und darf gemäß den Bedingungen der Creative-Commons-Lizenz Attribution-No Derivative Works 3.0 frei vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden. Dies umfasst insbesondere: korrekte Angabe der Erstveröffentlichung als GIGA Focus, keine Bearbeitung oder Kürzung.

      Das German Institute for Global and Area Studies (GIGA) – Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg gibt Focus-Reihen zu Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahost und zu globalen Fragen heraus. Der GIGA Focus wird vom GIGA redaktionell gestaltet. Die vertretenen Auffassungen stellen die der Autorinnen und Autoren und nicht unbedingt die des Instituts dar. Die Verfassenden sind für den Inhalt ihrer Beiträge verantwortlich. Irrtümer und Auslassungen bleiben vorbehalten. Das GIGA und die Autorinnen und Autoren haften nicht für Richtigkeit und Vollständigkeit oder für Konsequenzen, die sich aus der Nutzung der bereitgestellten Informationen ergeben.

      GIGA Focus Global | 12/2006

      China in Afrika: Herausforderungen für den Westen

      Robert Kappel

      Tina Schneidenbach

      GIGA Focus Afrika | 7/2006

      Südafrika: Enteignungen als neuer Weg in der Landreform?

      Dr. Christian von Soest

      Lead Research Fellow / Leitung Forschungsschwerpunkt "Frieden und Sicherheit"

      Jérôme Cholet

      GIGA Focus Afrika | 10/2006

      Regionale Integration im südlichen Afrika: Wohin steuert die SADC?

      Dr. Christian von Soest

      Lead Research Fellow / Leitung Forschungsschwerpunkt "Frieden und Sicherheit"

      Julia Scheller

      Benachrichtigungen

      Melden Sie sich hier für E-Mail-Benachrichtigungen zu GIGA-Aktivitäten an

      Soziale Medien

      Folgen Sie uns