GIGA Focus Asien

Nordkorea nach Kim Jong Il: Ein zweiter dynastischer Machtwechsel?

Nummer 1 | 2010 | ISSN: 1862-359X


  • Die angeschlagene Gesundheit von Kim Jong Il macht die Klärung der Nachfolgefrage in Nordkorea zunehmend dringlich. Wenn der kranke Herrscher am 16. Februar seinen 68. Geburtstag begeht, richten sich die Augen so vor allem auf seinen 26 Jahre alten jüngsten Sohn Kim Jong Un, der als designierter Nachfolger gilt.

    Analyse Auch wenn andere Nachfolgeszenarien denkbar bleiben, ist seit dem Jahr 2009 die Wahrscheinlichkeit eines zweiten dynastischen Machtwechsels in Nordkorea gewachsen – nach Kim Jong Ils Übernahme der Macht von seinem im Jahr 1994 verstorbenen Vater Kim Il Sung. Die Rahmenbedingungen für eine erneute erbliche Nachfolge sind indes deutlich ungünstiger als beim ersten Mal.

    • Kim Jong Un hat voraussichtlich erheblich weniger Zeit, sich auf eine mögliche Machtübernahme vorzubereiten, als dies bei seinem Vater der Fall war.

    • Die wirtschaftliche Lage Nordkoreas ist trotz einer gewissen Stabilisierung in jüngerer Zeit deutlich schlechter als noch zu Beginn der 1990er Jahre. Zaghafte Versuche, die Wirtschaft partiell zu liberalisieren, wurden gestoppt; eine Rückkehr zur umfassenden Kontrolle der Ökonomie und zur hermetischen Abschottung der Gesellschaft ist aber unmöglich.

    • Allgemein sind dynastische Machtwechsel in nicht monarchischen Autokratien eher selten. Nordkorea ist das einzige Land mit einer kommunistischen Herrschaftspartei, in der eine Übergabe der Macht vom Vater auf den Sohn erfolgreich war.

    • Prinzipiell ist nach dem Tod von Kim Jong Il ein Machtwechsel innerhalb der herrschenden Elite auch ohne Beteiligung der nächsten Generation aus der "Kim-Familiendynastie" denkbar.


    Fußnoten




      Impressum

      Der GIGA Focus ist eine Open-Access-Publikation. Sie kann kostenfrei im Internet gelesen und heruntergeladen werden unter www.giga-hamburg.de/de/publikationen/giga-focus und darf gemäß den Bedingungen der Creative-Commons-Lizenz Attribution-No Derivative Works 3.0 frei vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden. Dies umfasst insbesondere: korrekte Angabe der Erstveröffentlichung als GIGA Focus, keine Bearbeitung oder Kürzung.

      Das German Institute for Global and Area Studies (GIGA) – Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Hamburg gibt Focus-Reihen zu Afrika, Asien, Lateinamerika, Nahost und zu globalen Fragen heraus. Der GIGA Focus wird vom GIGA redaktionell gestaltet. Die vertretenen Auffassungen stellen die der Autorinnen und Autoren und nicht unbedingt die des Instituts dar. Die Verfassenden sind für den Inhalt ihrer Beiträge verantwortlich. Irrtümer und Auslassungen bleiben vorbehalten. Das GIGA und die Autorinnen und Autoren haften nicht für Richtigkeit und Vollständigkeit oder für Konsequenzen, die sich aus der Nutzung der bereitgestellten Informationen ergeben.

      GIGA Focus

      In den GIGA-Focus-Reihen veröffentlicht das GIGA Forschungsergebnisse und prägnante Analysen zu aktuellen Entwicklungen. Vier Reihen informieren jeweils über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost. In einer regionenübergreifenden Reihe werden globale Trends aufgegriffen.

      GIGA Focus
      Open Access

      Open Access

      Open Access steht für den freien Zugang zu Forschungsergebnissen über das Internet – ohne finanzielle, technische oder gesetzliche Barrieren. Dies ermöglicht eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am wissenschaftlichen Fortschritt.

      Open Access am GIGA

      Außenpolitik und Internationale Ordnung | 2009

      Nordkorea und kein Ende? Zum Wandel innenpolitischer Legitimation und externer Stützung der DVRK

      Dr. Johannes Gerschewski

      Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

      Benachrichtigungen

      Melden Sie sich hier für E-Mail-Benachrichtigungen zu GIGA-Aktivitäten an

      Soziale Medien

      Folgen Sie uns