GIGA Focus Lateinamerika

Selbstbewusst in die Zukunft: Lateinamerikas neue Unabhängigkeit

Nummer 12 | 2010 | ISSN: 1862-3573


  • Voller Überraschung blickte die Weltgemeinschaft im Dezember 2010 nach Lateinamerika: Der Kompromiss, der im Vorjahr bei den internationalen Klimaverhandlungen in Kopenhagen gescheitert war, gelang völlig unerwartet im mexikanischen Cancún. Der in letzter Sekunde gerettete Gipfel wurde international als großer Erfolg der mexikanischen Diplomatie gewertet.

    Analyse Nicht nur Mexiko positionierte sich im letzten Jahr als ernstzunehmender Spieler auf internationalem Parkett. Auch andere lateinamerikanische Staaten, insbesondere Brasilien, erfahren zunehmend Anerkennung in der internationalen Politik. Insgesamt erlebt die Region derzeit politisch wie wirtschaftlich einen enormen Aufschwung.

    • Die rasche wirtschaftliche Erholung Lateinamerikas von der Weltwirtschaftskrise ist eine Folge veränderter Handelsströme. Die USA haben wirtschaftlich an Einfluss in Lateinamerika verloren; die Bedeutung Asiens und vor allem Chinas hat dagegen stark zugenommen.

    • Der ökonomische Aufschwung lässt die lateinamerikanischen Regierungen selbstbewusster in der internationalen Politik agieren. Bei der Lösung globaler Fragen versuchen einzelne Regierungen verstärkt, einen konstruktiven und originären Beitrag zu leisten.

    • Vor allem die südamerikanischen Regierungen nabeln sich organisatorisch mehr und mehr von den USA ab. Der Prozess der Institutionalisierung der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) ist 2010 vorangeschritten, bei der Beilegung regionaler Konflikte hat sie in Südamerika weitgehend die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verdrängt.

    • Brasilien hat seine Führungsrolle in Lateinamerika gefestigt. Mittlerweile gehen von der brasilianischen Wirtschaft verstärkt Wachstumsimpulse für Südamerika aus.

    • Der pragmatische Politikstil von Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva dominiert trotz weiter bestehender ideologischer Gegensätze mittlerweile die zwischenstaatlichen Beziehungen in Südamerika. Dieser außenpolitische Klimawandel wurde durch die Schwächung des venezolanischen Präsidenten Chávez mit begünstigt.


    Fußnoten


      Voller Überraschung blickte die Weltgemeinschaft im Dezember 2010 nach Lateinamerika: Der Kompromiss, der im Vorjahr bei den internationalen Klimaverhandlungen in Kopenhagen gescheitert war, gelang völlig unerwartet im mexikanischen Cancún. Der in letzter Sekunde gerettete Gipfel wurde international als großer Erfolg der mexikanischen Diplomatie gewertet.

      Analyse Nicht nur Mexiko positionierte sich im letzten Jahr als ernstzunehmender Spieler auf internationalem Parkett. Auch andere lateinamerikanische Staaten, insbesondere Brasilien, erfahren zunehmend Anerkennung in der internationalen Politik. Insgesamt erlebt die Region derzeit politisch wie wirtschaftlich einen enormen Aufschwung.

      • Die rasche wirtschaftliche Erholung Lateinamerikas von der Weltwirtschaftskrise ist eine Folge veränderter Handelsströme. Die USA haben wirtschaftlich an Einfluss in Lateinamerika verloren; die Bedeutung Asiens und vor allem Chinas hat dagegen stark zugenommen.

      • Der ökonomische Aufschwung lässt die lateinamerikanischen Regierungen selbstbewusster in der internationalen Politik agieren. Bei der Lösung globaler Fragen versuchen einzelne Regierungen verstärkt, einen konstruktiven und originären Beitrag zu leisten.

      • Vor allem die südamerikanischen Regierungen nabeln sich organisatorisch mehr und mehr von den USA ab. Der Prozess der Institutionalisierung der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) ist 2010 vorangeschritten, bei der Beilegung regionaler Konflikte hat sie in Südamerika weitgehend die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verdrängt.

      • Brasilien hat seine Führungsrolle in Lateinamerika gefestigt. Mittlerweile gehen von der brasilianischen Wirtschaft verstärkt Wachstumsimpulse für Südamerika aus.

      • Der pragmatische Politikstil von Brasiliens Ex-Präsident Lula da Silva dominiert trotz weiter bestehender ideologischer Gegensätze mittlerweile die zwischenstaatlichen Beziehungen in Südamerika. Dieser außenpolitische Klimawandel wurde durch die Schwächung des venezolanischen Präsidenten Chávez mit begünstigt.



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