GIGA Focus Afrika

Neue Tuareg-Rebellion: Der Niger in der "Konfliktfalle"?

Nummer 12 | 2007 | ISSN: 1862-3603


  • Am 9. Dezember kamen bei einer Regierungsoffensive gegen Tuareg-Rebellen der Mouvement des Nigériens pour la Justice (MNJ) sieben Zivilisten ums Leben. Seit Anfang des Jahres sind Armeeposten und Infrastruktur rund um Uranminen in der Landesmitte wiederholt Ziel von MNJ-Angriffen. Dem Land droht eine Neuauflage des gewaltsamen Konfliktes der 1990er Jahre.

    Analyse:

    • Die Anfang 2007 gegründete MNJ ist Hauptträger der Tuareg-Rebellion. Ihre Hauptforderungen betreffen – ähnlich wie in den 1990er Jahren – eine größere Beteiligung an den Urangewinnen, ein umfassendes Entwicklungsprogramm und die politische Dezentralisierung zugunsten der Tuareg-Region.

    • Der Konflikt hat mehrere Ursachen, die vor allem in der historisch gewachsenen politischen und ökonomischen Unzufriedenheit der Tuareg zu finden sind.

    • Sollte die neue Rebellion einen ähnlichen Verlauf wie der erste Aufstand der Tuareg nehmen, droht die "Konfliktfalle" einer verheerenden Armuts- und Gewaltspirale.

    • Das Land kann der "Konfliktfalle" nur entkommen, wenn die Forderungen der Rebellen ernst genommen werden. Dazu sind deutliche Entwicklungserfolge in Bildungs- und Bevölkerungspolitik, Fortschritte bei der Korruptionsbekämpfung und der Aufbau einer effektiveren Verwaltung sowie ein höherer Anteil der Uraneinnahmen für die Bevölkerung in den Fördergebieten notwendig.


    Fußnoten



      Forschungsschwerpunkte



      Benjamin Werner

      Benjamin Werner

      Fachgebiet Politikwissenschaften, Universität Hamburg




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