Land Matrix

Neue Daten zu großflächigen Landtransaktionen veröffentlicht

Die USA sind die größten Investoren in Land außerhalb ihres Staatsgebiets. Doch auch Länder wie Malaysia und Indien mischen mit bei dem teils umstrittenen Handel. Die Arbeitsgemeinschaft „Land Matrix Global Observatory“ sorgt für Transparenz bei den Deals. Mit der zweiten Version der Online-Plattform „Land Matrix“ kann jeder die Landverkäufe weltweit beobachten.

Land Matrix

Bern/Hamburg/Montpellier/Rome (10.06.2013). Das Projekt Land Matrix Global Observatory gibt heute die zweite Version der Online-Plattform www.landmatrix.org frei. Mit diesem Open Data Instrument soll Transparenz rund um die oft umstrittenen Investitionen in Land gefördert werden. Anhand des sorgfältig überarbeiteten Datensatzes kann jeder die Landtransaktionen mitverfolgen – von der Verhandlung bis zur Umsetzung.

Neue Trends

Die aktuellen Ergebnisse der Land Matrix sind immer nur die Momentaufnahme einer dynamischen Datenbank – die konkreten Zahlen variieren täglich. Trotzdem können sie einige interessante Trends aufdecken: So zeigen die Daten, dass der großflächige Landerwerb tatsächlich weltweit stattfindet und insbesondere Subsahara- Afrika betroffen ist. Unter den wichtigsten Investoren finden sich OECD-Staaten, hier vor allem die USA und Großbritannien, aber Schwellenländer, etwa Malaysia und Indien, machen die größere Gruppe unter den Investoren aus. China hingegen spielt eine geringere Rolle als oftmals angenommen. Ein weiterer Trend: Bei landwirtschaftlicher Nutzung spielt die Produktion für Biokraftstoffe eine große Rolle, einen größeren Anteil hat jedoch die Lebensmittelproduktion.

„Die Land Matrix zeigt, wie wichtig es ist, die unterschiedlichen Dynamiken des großflächigen Landerwerbs einzufangen - und das ist nicht einfach“, sagt Jann Lay vom GIGA Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien.

Verbesserte Datenbasis

Seit dem Start der Beta-Version im April 2012 hat die Arbeitsgemeinschaft „Land Matrix Global Observatory“ viel Lob erhalten, aber auch Kritik. Für die Mitglieder waren die Reaktionen wertvolle Lektionen für den Umgang und vor allem für den Erfolg von Open Data in einem so intransparenten Bereich. „Wir haben alle Anregungen sehr ernst genommen und wir danken all jenen, die dazu beigetragen haben“, sagt Madiodio Niasse, Direktor der International Land Coalition (ILC).

Die Verbesserung der Datenbasis erklärt die signifikanten Unterschiede zu früheren Gesamtschätzungen des weltweiten Landerwerbs (83,2 Mio. ha bei 1217 Deals) im Vergleich zu jüngsten Schätzungen (32,5 Mio. ha bei 753 Deals mit abgeschlossenen Verträgen). Die Daten unterscheiden nun zwischen beabsichtigen, abgeschlossenen und gescheiterten Verträgen. Die Plattform zeigt die genaue Phase an, in der das jeweilige Projekt steckt – von den Verhandlungen, über erste Infrastrukturmaßnahmen, bis hin zur tatsächlichen Produktion. So weisen die Daten darauf hin, dass bis heute zwar viel Land erworben wurde, jedoch nur vergleichsweise wenig in die Produktion gebracht wird. Einige, oft sehr große Deals, scheitern aber bereits während der Verhandlungen. Außerdem ist jede einzelne Information direkt mit ihrer Quelle verknüpft, so dass die Details der Deals nach diesen Quellen gefiltert werden können. Damit kann jeder Nutzer selbst entscheiden, welchen Quellen er vertraut und welchen nicht.

Technische Verbesserungen

Das neue, dynamische Interface bietet viele technische Verbesserungen und Neuerungen. So können Nutzer die komplette ungefilterte Datenbasis herunterladen – ein wichtiger Schritt in Richtung Open Data. Auch wurde an der Verbesserung der Crowdsourcing-Funktion gearbeitet, so dass jeder Nutzer sein Wissen über Landprojekte teilen kann – von der Meldung eines einzelnen Landerwerbs bis hin zu ganzen Datensätzen. „Wir hoffen auf Feedback von einer großen Bandbreite an Stakeholdern. Wir brauchen mehr Belege und Daten, um die Qualität der Land Matrix kontinuierlich zu verbessern“, sagt Markus Giger vom Centre for Development and Enivornment (CDE) der Universität Bern.

„Die Land Matrix hat sich von einer reinen Datensammlung zu einem öffentlichen Instrument entwickelt, das die globale Transparenz bei Entscheidungen über Landinvestitionen fördert“, sagt Ward Anseeuw vom französischen Centre de Coopération Internationale en Recherche Agronomique pour le Développement (CIRAD).

Im Rahmen seines Engagements für mehr Transparenz bei Investitionen in Land unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Land Matrix über die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als Partner dieser Initiative sowie über finanzielle Unterstützung des GIGA Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien.

Für mehr Informationen: www.landmatrix.org


Infos und Ansprechpartner:

GIGA German Institute for Global and Area Studies is a Hamburg-based research institute focused on political, economic and social developments in Africa, Asia, Latin America, North Africa, and the Middle East.

  • Jann Lay - GIGA German Institute of Global and Area Studies und Universität Göttingen, Email: lay@giga-hamburg. de; Tel. +49-(0)40-42825-763

  • Kerstin Nolte - GIGA German Institute of Global and Area Studies, Email: kerstin.nolte@giga-hamburg.de; Tel. +49-(0)40-42825-577

  • Frauke Ladleif - GIGA German Institute of Global and Area Studies, Kommunikationsmanagerin, frauke.ladleif@ giga-hamburg.de, Tel. +49-(0)40-42825-770

CIRAD (Centre de Coopération Internationale en Recherche Agronomique pour le Développement) is a French research centre working with developing countries to tackle international agricultural and development issues.

  • Ward Anseeuw - CIRAD Researcher University of Pretoria, Email: ward.anseeuw@up.ac.za; Tel: +270 12 420 5022

CDE (Centre for Development and Environment) is the University of Bern’s centre for sustainable development research. It was founded with the aim of fostering sustainable development-oriented research across various institutes and departments of the University of Bern.

  • Peter Messerli - Director University of Bern Centre for Development and Environment (CDE), Email: peter. messerli@cde.unibe.ch; Tel. +41 (0)31 631 88 22 / 30 60

The Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH is a federal enterprise with worldwide operations. We support the German Government in the fields of international cooperation for sustainable development and international education. Through our work we assist people and societies in shaping their own futures and improving living conditions.

ILC (International Land Coalition) is global alliance of civil society and intergovernmental organisations working together to promote secure and equitable access to and control over land for poor women and men through advocacy, dialogue, knowledge sharing and capacity building.

  • Michael Taylor - Programme Manager, Global Policy and Africa International Land Coalition Secretariat at IFAD, Email: m.taylor@landcoalition.org; Tel: +39 065459 2267

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