Kurzkommentar

Modis Mandat für den Wandel in Indien

Der Hindu-Nationalist Narendra Modi hat die Wahlen in Indien gewonnen. Nun muss er beweisen, dass er das Land einen kann. Sonst führt der Aufbruch in eine Sackgasse. Von Sandra Destradi

Der Wahlsieg der Bhartiya Janata Party (BJP) und ihres Spitzenkandidaten Narendra Modi ist ein klares Mandat für den Wandel. Die Kongresspartei und ihre Koalitionsregierung wurden zuletzt für abnehmendes Wirtschaftswachstum und grassierende Korruption verantwortlich gemacht und nun an den Wahlurnen entsprechend abgestraft.

Doch der zukünftige Regierungschef Modi wird den Wählern noch beweisen müssen, dass er die notwendigen Reformen anstoßen kann. Der von ihm regierte Bundesstaat Gujarat gilt zwar als Erfolgsmodell, schneidet aber bei vielen sozialen Indikatoren schlecht ab. Den religiösen Minderheiten und der besorgten Weltöffentlichkeit muss Modi längerfristig zeigen, dass sein Hindu-Nationalismus die säkulare Identität Indiens nicht gefährdet und die Gesellschaft nicht weiterhin polarisiert. Sonst führt der Aufbruch in eine Sackgasse.

Dr. Sandra Destradi arbeitet am GIGA gemeinsam mit Prof. Dr. Joachim Betz, Dr. Miriam Prys und Dr. Daniel Neff zu Indien. Sie untersucht unter anderem die internationalen Beziehungen in Südasien.

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