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Indonesiens Weg zurück in die Diktatur

Am 9. Juli wählen die Indonesier einen neuen Präsidenten. Zu den Favoriten gehört mit Prabowo Subianto ein Ex-General mit autoritären Vorstellungen. Das Land steht vor einem Wendepunkt. Ein Dossier

Wenn am 9. Juli 190 Millionen wahlberechtigte Indonesier über einen neuen Präsidenten abstimmen, ist es die dritte direkte Präsidentschaftswahl seit dem Rücktritt von Ex-Diktator Suharto im Jahr 1998. Für das Land ist es eine entscheidende Weichenstellung.

Gewinnt der ehemalige Schwiegersohn Suhartos, der ehemalige General Prabowo Subianto, könnte dies für die junge Demokratie einen Schritt zurück in längst überwunden geglaubte Zeiten der Diktatur bedeuten. Prabowo bezeichnet sich selbst als Nationalisten, der zupackt und durchsetzungsstark ist. Ihm wird vorgeworfen, in seiner Zeit als General für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlich zu sein, ja selbst gefoltert zu haben. Zuletzt äußerte er, dass direkte Wahlen nicht zur Kultur seines Landes passten. Das politische System müsse grundlegend reformiert werden.

Sein Widersacher, Joko "Jokowi" Widodo, hat sich seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren als Gouverneur von Jakarta durch seine Volksnähe und seinen Pragmatismus profiliert. Hinter Jokowi steht Megawati Sukarnoputri, von 2001 bis 2004 Präsidentin Indonesiens und Tochter des ersten indonesischen Präsidenten Sukarno, mitsamt ihrer Partei. Gegenwärtig liefern sich Jokowi und Prabowo ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Am GIGA forscht PD Dr. Andreas Ufen zur Demokratisierung in Indonesien, insbesondere zu politischen Parteien und zum politischen Islam. Jüngst haben Nina Korte und Karolina Prasad, jeweils mit Arbeiten zu Indonesien, ihre Promotion am GIGA abgeschlossen.

Aktuell ist in der GIGA-Reihe Journal of Current Southeast Asian Affairs eine Sonderausgabe zur Lokalpolitik in Jakarta erschienen: Special Issue: Local Politics in Jakarta, Vol. 33, No. 1. Die vorherige Ausgabe widmete sich der Vergangenheitsbewältigung des Massakers von 1965-66: The Massacres of 1965–1966: New Interpretations and the Current Debate in Indonesia, Vol. 32, No. 3.

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