Pressemitteilung

GIGA Analyse: Größere Einflussnahme Chinas bei G20 unwahrscheinlich

Hamburg, 22. Mai 2017. Im Zusammenhang mit der Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump und dem mutmaßlichen Rückzug der Vereinigten Staaten von der internationalen Bühne wird vermehrt diskutiert, wer die entstehende Lücke als globale Ordnungsmacht füllen könnte. Mit Hinblick auf die G20 halten es Experten des GIGA German Institute of Global and Area Studies und der Goethe Universität Frankfurt am Main für unwahrscheinlich, dass China diese Rolle übernehmen wird.

„Sollten die USA ihr Engagement für Global Governance zurückfahren, so ist nicht damit zu rechnen, dass China bereit wäre, eine visionäre Führungsrolle zu übernehmen und so das entstehende Machtvakuum zu füllen“, schreiben GIGA Senior Research Fellow Prof. Heike Holbig und Dr. des. Sebastian Biba von der Goethe Universität Frankfurt am Main in ihrer Analyse.

Für die Zusammenarbeit zwischen den G20-Mitgliedern China und Europäische Union sehen die Forscher in Bezug auf die Krise der Globalisierung einen „schmalen Korridor“: „China wird hier nur so lange ein konstruktiver Partner bleiben, wie sich die Agenda auf finanzielle und wirtschaftliche Kernfragen beschränkt.“

An politische Entscheidungsträger gerichtet empfehlen die Autoren, Entwicklungs- und Schwellenländern mehr Mitspracherecht in globalen Institutionen wie den G20 zu geben. Nur so lasse sich die Weltordnung aus diesen Institutionen heraus gestalten – und vermeiden, dass sich aufstrebende Länder alternative Foren zur politischen Einflussnahme suchen.

Die vollständige Analyse GIGA Focus Asien 2/2017: „China in der G20: Ein schmaler Korridor für chinesisch-europäische Kooperation“ steht auf der Webseite des GIGA kostenlos zur Verfügung.

Im Vorfeld des G20-Gipfels gibt das GIGA Kurzanalysen zu verschiedenen Aspekten der G20 heraus und diskutiert diese in öffentlichen Veranstaltungen. Weitere Informationen unter www.giga-hamburg.de/g20.

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