Kommentar

Südsudan - Ein Frieden, der sich rächt

Statt nach Jahrzehnten zur Ruhe zu kommen, breitet sich der Krieg im Südsudan immer weiter aus. Ausgerechnet der aktuelle Friedensvertrag hat daran Anteil, schreibt Tim Glawion bei ZEIT ONLINE.

Frieden. Das war die Hoffnung nach 40 Jahren Krieg. Die internationale Gemeinschaft jubelte, als die Bevölkerung des Südsudans im Jahr 2011 in einem Referendum fast einstimmig für die Unabhängigkeit plädierte. Fünf Jahre später sieht es nicht gut aus: Der Krieg ist zurück – und die Geschichte wiederholt sich.

Im vergangenen Jahr sollte ein Friedensvertrag zwischen Regierungs- und Rebellentruppen das Töten beenden. Doch die Lage ist schlecht und wird schlimmer. In ihrem Kampf greifen die Regierungstruppen und Milizen zu immer drastischeren Mitteln. Sie morden, vergewaltigen und vertreiben die Zivilbevölkerung. Mehr als 50.000 Tote hat der Bürgerkrieg im jüngsten Land der Welt bereits gefordert. Ein Viertel der Bevölkerung wurde durch den Konflikt vertrieben. Soldaten der Regierung überfallen ein Flüchtlingslager, während die Beschützer der Vereinten Nationen tatenlos danebenstehen. Mehr als die Hälfte der Menschen ist von Hunger bedroht – der Preis für Getreide hat sich innerhalb eines Jahres verfünffacht. Das Parlament ist eine Marionette, die Jahresinflation erreicht 200 Prozent und das südsudanesische Pfund verlor seit Beginn des Krieges mehr als das Zehnfache an Wert. Die schlimmste Nachricht ist jedoch: Der Krieg breitet sich weiter aus.

Dabei herrscht seit Monaten offiziell Waffenstillstand zwischen den beiden größten Gegnern, Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar. Doch während an einer Stelle Truppen von den Frontlinien zurückgezogen werden und es zur Annäherung kommt, flammt der Konflikt an anderer Stelle wieder auf: Bewaffnete Hirten kämpfen gegen Bauern, Dinka gegen Zande und Regierungstruppen gegen Widerstandskämpfer. Wie konnte es so weit kommen?

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