Forschungsteam 1

Inklusive Gesellschaften

Durch die Globalisierung haben sich die Einkommensunterschiede zwischen vielen Ländern verringert. Innerhalb einzelner Volkswirtschaften bleiben die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Ungleichheiten jedoch hoch oder wachsen weiter. Das Forschungsteam „Inklusive Gesellschaften“ am GIGA untersucht aus einer multidisziplinären, regionenübergreifenden Perspektive, wie der Zugang zu Märkten und Einkommensmöglichkeiten, politischer Repräsentation und sozialer Integration ausgeweitet werden kann.

Unsere Forschung kann in drei Bereiche unterteilt werden:

  • Wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt: Wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt beschreibt einen Zustand, in dem Menschen in vollem Umfang am wirtschaftlichen und sozialen Leben teilhaben, sowie den Prozess, der diesen Zustand herbeiführt und aufrechterhält. In Entwicklungsländern ist der Zugang zu gut bezahlter Arbeit begrenzt und die Arbeitslosigkeit hoch. Hochwertige Bildung steht nur wenigen offen und Kredite sind schwer zu bekommen. Die Diskriminierung aufgrund von Glauben, ethnischer Herkunft oder Geschlecht ist weit verbreitet. Wir untersuchen Mechanismen und Eingriffe, die einen besseren wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt schaffen.

  • Politische Teilhabe: Politische Teilhabe betrifft die gleichberechtigte politische Repräsentation und Mitwirkung. Ein Mangel an politischer Teilhabe kann sowohl die Folge als auch eine Ursache sozioökonomischer Ungleichheiten sein. Wir betrachten Fragestellungen der gerechten politischen Repräsentation und politischer Rechenschaft sowie Phänomene, die auftreten, wenn private Interessen politische Entscheidungen vereinnahmen: Klientelismus, Korruption und Politikverdrossenheit. In der Betrachtung dieser Themen beschäftigen wir uns mit dem Verhalten von Bürgerinnen und Bürgern, von Eliten sowie mit dem Einfluss formeller Institutionen und informeller sozialer Normen.

  • Politische Ökonomie der Sozialpolitik: Indem wir die politische Ökonomie der Sozialpolitik untersuchen, beleuchten wir die Fähigkeiten von Staaten und Gesellschaften, den Herausforderungen wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheiten zu begegnen. Ein staatliches Versorgungssystem – mit Sozialhilfe, Bildungsangeboten, Gesundheitsversorgung und der Integration von Personen mit Behinderung – ist das Resultat eines politischen Prozesses, der durch widerstreitende Interessen und eine ungleiche Machtverteilung zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren geprägt ist. Unsere Forschung befasst sich mit der Herausforderung, sozialpolitische Programme in Gesellschaften umzusetzen, die von Klientelismus, Korruption und mangelnder staatlicher Kapazität geprägt sind.

Das Forschungsteam vereint Wirtschafts- und Politikwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit einer breiten methodischen Expertise. In unserer Forschung bedienen wir uns Feldversuchen, Datenerhebungen, Verhaltensstudien sowie qualitativer Methoden. Wir verfolgen das Ziel, Theorie und Praxis zu verbinden. Deshalb betreiben wir auf der einen Seite Grundlagenforschung und entwerfen und testen auf der anderen Seite neue politische Programme, die praktische Lösungsansätze bieten. Ein Großteil unserer Forschung findet in Kooperation mit nationalen Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und internationalen Entwicklungsorganisationen statt.

Forschungsprojekte

Federal Ministry of Education and Research (BMBF) | 2015 - 2016
KfW Entwicklungsbank | 2012 - 2015
World Bank, Government of Burkina Faso | 2014 - 2021
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) , European Commission, DG Enterprise and Industry, European University Institute, Florence | 2010-2013
German Ministry for Economic Cooperation and Development (BMZ) | 2013-2015
EC, 7th Framework Programme (FP7) | 2012 - 2017
GIGA Research Platform South Africa, Evangelisches Studienwerk e.V. (Villigst) | 2016 - 2018
World Bank Multi Donor Trust Fund / Institute for the Study of Labor (IZA) | 2010-2013