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Bild einer Person vor einem Wohngebäude

Bevölkerungsdynamiken

Die anwachsende Weltbevölkerung stellt die Politik vor Herausforderungen: nachhaltige Entwicklung, Nahrungsmittelsicherheit und Migration sind nur einige Beispiele. Wie kann die vermeintliche demographische Belastung in einen volkswirtschaftlichen Mehrwert umgewandelt werden? Und welche positiven Ansätze bieten sich international?

Die Weltbevölkerung umfasst zurzeit rund 7,8 Milliarden Menschen. In dreißig Jahren werden es voraussichtlich 9,7 Milliarden sein. Grund ist meist eine hohe Fertilitäts- und eine sinkende Mortalitätsrate, also viele Geburten bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung. Der größte Bevölkerungsanstieg wird für Afrika prognostiziert, dessen Bevölkerung sich bis 2050 fast verdoppeln soll. Die Bevölkerungen Asiens, Lateinamerikas und Nordamerikas werden laut aktueller Prognosen noch einige Zeit anwachsen, sind aber wie Europa in einer fortgeschrittenen demographischen Transition, also in einer demographischen Übergangsphase, in der zuerst die Sterberate und dann die Geburtenrate sinkt. Geburtenrückgänge werden in diesen Weltregionen daher mittelfristig zu einem Auslaufen des Bevölkerungswachstum führen und zu wirtschaftlichen Herausforderungen, die für alternde Gesellschaften typisch sind.

Die Bevölkerungsdynamik, also die Veränderungen in Größe, Struktur und Verteilung der Weltbevölkerung, beeinflusst politische Vorgänge und Entwicklungsprozesse in den verschiedenen Staaten sowie diplomatische Bemühungen und die Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik. Die Politik sieht sich großen Herausforderungen gegenüber gestellt: Zu einer wachsenden Nachfrage am Arbeitsmarkt sowie einen steigenden Druck auf den Bildungs- und Gesundheitssektor kommen der Wettstreit um Ressourcen, die Gefährdung von Sicherheit und Nahrungsmittelsicherheit, ungeordnete Urbanisierung, Umweltzerstörungen, Armut und hoher Migrationsdruck zwischen den Weltregionen.

Politische Maßnahmen, die einer Verlangsamung von Bevölkerungswachstum dienen sollen, sind nicht selten ethisch fragwürdig. Ein Beispiel war die Ein-Kind-Politik in China. Zu den sensibleren Politiken gehören Maßnahmen zur Familienplanung. Die Schlüsselfrage ist wie diesen Herausforderungen politisch begegnet werden kann. Wie kann die vermeintliche demographische Belastung in eine demographische Dividende, also in einen volkswirtschaftlichen Mehrwert, umgewandelt werden? Welche positiven Ansätze bieten sich international?

Das GIGA analysiert auch solche Aspekte interdisziplinär und Regionen übergreifend in verschiedenen Projekten mit. Auf unserer Themenseite zu Bevölkerungsdynamiken haben wir aktuelle Forschungsergebnisse, Analysen und Kontaktdaten unserer Expert:innen für Sie zusammengefasst. Matthias Basedau beschäftigt sich mit demographischen Faktoren wie Ethnizität, Religion und Bevölkerungswachstum als Konfliktursachen in Afrika. Eckart Woertz forscht unter anderem zu Energie- und Nahrungsmittelsicherheit. Christiane Fröhlich beschäftigt sich mit Fluchtursachen, Migration und Ressourcenknappheit. Jann Lay publiziert zu den Themen Strukturwandel, natürliche Ressourcen sowie wirtschaftliche Entwicklung. Renate Hartwig untersucht u.a. Familienökonomie und intra-familiäre Solidarität und Sabine Kurtenbach forscht zur politischen, wirtschaftlichen und sozialen Partizipation von Jugendlichen mit besonderem Focus auf Nachkriegsgesellschaften.



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