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GIGA FSP 3

Forschungsschwerpunkt 4:

Macht, Normen und Governance in den internationalen Beziehungen

Der Charakter der internationalen Beziehungen ist in den letzten Jahrzehnten durch verschiedene Aspekte des Globalisierungsprozesses sowie durch das Ende des Ost-West-Konflikts stark beeinflusst worden. Die Auflösung dieser strukturellen Bipolarität hat in Verbindung mit Veränderungen in der internationalen Arbeitsteilung zu einer Stärkung regionaler Interaktionszusammenhänge geführt, während gleichzeitig mit dem raschen Anwachsen vielfältiger Formen grenzüberschreitender Aktivitäten gesellschaftliche Probleme verstärkt wurden, die jenseits der Steuerungsfähigkeit von Nationalstaaten liegen. Verschiedene gegenläufige, aber dennoch gleichzeitige Trends werden daher im FSP 4 als Ganzes aber auch innerhalb der drei Forschungsteams bearbeitet. Einerseits kommt es zu einer Kräfteverschiebung innerhalb der Staatenwelt, welche über die herkömmlichen Debatten um die Existenz unipolarer oder multipolarer Hegemoniestrukturen (USA/ Europa/ China/ Japan) ebenso wie über Konzepte einer bloßen Schwerpunktverlagerung im internationalen System („pazifisches Jahrhundert“) hinausgeht. Dies hat sowohl Einfluss auf die Ordnung des System als Ganzes sowie die Ordnung von Teilkomponenten (Regionen) des Systems, aber selbstverständlich auch auf die außenpolitischen Strategien und Verhaltensweisen tragender Akteure. Das im FSP 4 angesiedelte Regional Powers Network bestehenden aus über mittlerweile 120 Forschern widmet sich dieser Thematik. Regelmäßige Newsletter informieren über die geografisch weitverteilten Aktivitäten. Im Frühjahr 2010 hat die im Rahmen des Pakts für Forschung und der Hamburger Landesexzellenzinitiative geförderte Hamburg International Graduate School for the Study of Regional Powers (HIGS) ihre Arbeit aufgenommen. Derzeit befassen sich 13 Doktoranden und Doktorandinnen in ihren Dissertationen mit ebenfalls verwandten Themen.

Andererseits befassen wir uns mit Herausforderung und Chancen für sowohl nationale Politiken als auch regionale und globale Governance durch die Stärkung neuer Akteursformen, wie beispielsweise transnationale Akteure aber auch gestärkte regionale Organisationen. Durch das zunehmende Engagement nicht staatlicher Akteure haben Ansätze grenzüberschreitender politischer Steuerung an Gestaltungskraft gewonnen, während die herkömmlichen intergouvernementalen Organisationen und Vereinbarungen in einer Reihe von Politikbereichen an Gewicht verloren haben. Zur Bearbeitung grenzüberschreitender Probleme entwickeln die beteiligten Akteure globale und regionale Governance-Strukturen, in denen die Schnittstellen zwischen den Ebenen von wachsender Bedeutung und Komplexität sind. Unterschiedliche globale Probleme bringen Varianten von Global Governance hervor, die typischerweise mit dem spezifischen Problemfeld zusammenhängen, weisen allerdings auch eine Reihe typischer Charakteristika wie Multiakteurskonstellation, Pluralismus von Governance-Mustern oder Mehrebenenpolitik auf. Zunehmend finden auch globale Normbildungsprozesse im Rahmen von Global Governance statt. Transnationale Netzwerke beschränken sich nicht auf die Artikulation von Interessen, die Bearbeitung von Konflikten oder die Durchsetzung existierender (Menschen-)Rechtsnormen, sondern streben auch primär die Schaffung von Normen an. Im Forschungsteam Global Governance und Normbildung werden diese Normbildungsprozesse sowie die komplexeren Akteursstrukturen, Dynamiken und Steuerungsprozesse analysiert, die sich auf der Ebene sektoraler Global Governance beobachten lassen.

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Letzte Änderung: 01. Dezember 2011

 
 
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