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GIGA FSP 2

Forschungsschwerpunkt 2:

Gewalt und Sicherheit

Der Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich mit ausgewählten, besonders relevanten Phänomen von Gewalt und Sicherheit von denen Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost besonders betroffen sind, die aber auch Rückwirkungen auf Deutschland und Europa haben. Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts dominieren innerstaatliche und transnationale Konflikte, die sich durch asymmetrische Konfliktstrukturen auszeichnen und regional viele Facetten aufweisen. Als globale sicherheitspolitische Herausforderungen gelten heute vor allem die Auflösung von Staatlichkeit, transnational agierende terroristische und kriminelle Netzwerke, Spannungen zwischen ethnischen und religiösen Identitätsgruppen sowie die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und die Knappheit strategischer Rohstoffe. So genannte Pariastaaten sind anscheinend wichtige Gegenspieler westlicher Interessen. Mehr...

Im Forschungsschwerpunkt 2 beschäftigen sich vier Forschungsteams (FT) mit vier besonders relevanten Problemkomplexen, die zu dem noch besonders gut mittels Comparative Area Studies erforscht werden können: Das FT 1 bearbeitet das Thema „Natürliche Ressourcen und Sicherheit“; FT 2 arbeitet zu „Religion, Konflikt und Politik“ und das FT 3 zu „Kriegs- und Friedensprozessen“. FT 4 widmet sich „Pariastaaten und Sanktionen“.

 

Forschungsteams:

1. Natürliche Ressourcen und Sicherheit

  • Unter welchen konkreten Bedingungen führt die Produktion natürlicher Ressourcen zu Gewalt – oder dient als Machtressource der politischen Stabilität?
  • Der Fokus auf die innerstaatlichen Auswirkungen von Ressourcenreichtum wird durch die Untersuchung ihrer externen Effekte ergänzt: Wie wirkt sich die externe Sensitivität einiger Ressourcen („Versorgungssicherheit“) auf die Sicherheit in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost und die Außenpolitik westlicher wie südlicher Regierungen aus?
  • Die Beschäftigung mit innen- und außenpolitischen Aspekten wird ergänzt durch eine Reflexion zu Schlüsselkonzepten (v.a. Renten, Rohstoffe, Ressourcen) und deren Operationalisierung, die in den einschlägigen Debatten bisher vernachlässigt wurde.

2. Religion, Konflikt und Politik

  • Unter welchen Bedingungen führen religiöse Faktoren zu Gewalt und unter welchen zu Frieden?
  • Auf welche Weise werden religiöse Identitäten in politischen Prozessen mobilisiert? Gibt es bei der Mobilisierung von Religion auch internationale Zusammenhänge und in welchem Ausmaß?
  • Welche Lösungsstrategien wurden bisher und mit welchem Erfolg ergriffen und inwieweit und unter welchen Umständen greifen religiöse Friedensinitiativen?
  • Sind die Beziehungen religiöser, insbesondere islamischer, Gruppen zum Westen dialog- oder konfliktorientiert?

3. Kriegs- und Friedensprozesse

  • Inwieweit entscheidet die Konfliktstruktur (Spielsituation) über den Konfliktaustrag, inwieweit ist dieser voluntaristisch zu erklären?
  • Auf welchen Prinzipien, Normen, Regeln und Prozeduren beruht der Friedensprozess im Sinne der Regimetheorie, und wie wirkt sich dies auf seine Effektivität und seine Robustheit aus?
  • Welche Bedeutung hat die institutionelle Gestaltung von Friedensvereinbarungen und der Vergangenheitsbewältigung im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Friedensprozesses?

4. Pariastaaten und Sanktionen

  • Wie sieht der externe Druck konkret aus, d.h. welcher Akteur übt welche Form von Druck mit welcher Intensität aus?
  •  Auf welche strukturellen Machtressourcen kann das Regime grundsätzlich zurückgreifen und auf welche Weise setzt es diese als Reaktion auf den externen Druck und seine unterschiedlichen Erscheinungsformen ein?
  • Wie ist die lang anhaltende Stabilität von autoritären Staaten angesichts externer Sanktionierung zu erklären?
  • Welche Beziehungen bestehen zwischen den sanktionierten und den sanktionierenden Staaten, inwiefern ist das Empfängerland anfällig für externen Druck?
  • Welche Wirkungen entfalten die Sanktionen in den Empfängerländern und welche Gegenstrategien werden vom Empfänger in nationaler und internationaler Hinsicht verfolgt?

 

Ausgewählte Publikationen:

  • Basedau, Matthias (2009): Religion und Gewaltkonflikt im subsaharischen Afrika: Zur Rolle religiöser Faktoren in Benin und der Elfenbeinküste, in: Politische Vierteljahreschrift, PVS Sonderheft, November 1, 2009, pp. 150-176.
  • Basedau, Matthias/ Lay, Jann (2009): Resource Curse or Rentier Peace? The Ambiguous Effects of Oil Wealth and Oil Dependence on Violent Conflict, in: Journal of Peace Research, Vol. 46, No. 6 (2009), pp. 757-776.
  • Beck, Martin/ Gerschewski, Johannes (2009): On the Fringes of the International Community. The Making and Survival of "Rogue States", in: Sicherheit und Frieden/Security and Peace, 27 (2009) 2 (Special Issue on "International Community - Rhetoric and Reality", edited by Berit Bliesemann de Guevara/Florian Kühn), pp. 84-90.
  • Bünte, Marco (2009): Myanmar und die Frage der externen Intervention: Von der "Responsibility to Protect" zum humanitären Dialog, in: Die Friedens-Warte, Journal of Peace and International Cooperation, 1, 84 (2009), Nr. 1, pp. 125-144.
  • Huhn, Sebastian (2009): A history of nonviolence? The social construction of Costa Rican peaceful identity, in: Social Identities, Volume 15 Issue 6, November 2009, pp. 787-810.
  • Huhn, Sebastian/ Oettler, Anika/ Peetz, Peter (2009): Contemporary Discourses on Violence in Central American Newspapers, in: International Communication Gazette Vol. 71, No. 4, pp. 243-261 (Abstract).
  • Wegenast, Tim (2010): Uninformed Voters for Sale: Electoral Competition, Information and Interest Groups in the US, in: Kyklos (i.E.).

 

Forschungsschwerpunktleiter:

Dr. Matthias Basedau
GIGA Institut für Afrika-Studien
Neuer Jungfernstieg 21
20354 Hamburg
Germany

Tel.: +49 (0)40 - 428 25-517
Fax: +49 (0)40 - 428 25-511

http://www.giga-hamburg.de/fsp2

Letzte Änderung: 21.April 2010

 
 
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