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GIGA FSP 1
Forschungsschwerpunkt 1:
Legitimität und Effizienz politischer Systeme
Der internationale Trend zur Einforderung demokratie- und menschenrechtsbezogener Mindeststandards in Afrika, Asien, Lateinamerika und im Nahen und Mittleren Osten hält an. Er hat Konsequenzen vor Ort; zugleich wirkt der Widerstand gegen den Trend auf die universalen Normensysteme zurück. Die Mitarbeiter(innen) des FSP 1 untersuchen das Spannungsfeld von Legitimität und Effizienz politischer Systeme in den o. g. Weltregionen.
Kein politisches Regime kann auf Dauer ohne diffuse Legitimität überleben, die dem politischen System als Ganzem entgegengebracht wird. Zeitweilig kann diese durch spezifische Legitimität, die aus den besonderen wirtschaftlichen und sozialen Leistungen des Systems erwächst, ersetzt werden. Umgekehrt nehmen Bürger einen Mangel an Effizienz politischer Institutionen eine Zeit lang hin, wenn das System z. B. Partizipation verbreitert oder Minderheitenrechte besser schützt. Es bleibt zu untersuchen, wie sich dieses Spannungsfeld im Einzelfall darstellt, wie sich die Reproduktion von Systemen trotz Legitimitäts- und/oder Effizienzmängeln durchhalten und durch welche Mechanismen sich die Legitimität und Effizienz fördern lässt. Beide werden in nationalen politischen Systemen auch von Veränderungen der Staatlichkeit, globalen, inter- und transnationalen Verflechtungen sowie Entgrenzungsprozessen beeinflusst. Dies macht Mehrebenenanalysen häufig unabdingbar.
In diesem FSP werden nicht nur formale, sondern auch informelle Mechanismen der Reproduktion politischer Systeme untersucht und die Wechselbeziehung von formalen und informellen Akteuren, Organisationen und Institutionen in unterschiedlichen Systemtypen verglichen. Trotz des Gewichts, das ihnen zugesprochen wird, sind informelle Mechanismen der Reproduktion politischer Systeme oder Subsysteme bislang nur selten vergleichend analysiert worden; wenn Untersuchungen erfolgten, dann vor allem in typisierender Weise und normativ eher abwertend. Diese informellen Mechanismen können allerdings auch positive Wirkungen (im Sinne höherer Effizienz oder sogar Legitimität der Regierungsführung) entfalten. In der Forschungspraxis werden institutionelle und akteursbezogene theoretische Ansätze kombiniert und für die Untersuchung der Reproduktion, Transformation und der Konsolidierung politischer Systeme sowie der Qualität, der Richtung und der Verteilungswirkungen des politischen Outputs in diesen Systemen genutzt. Damit wird ein Brückenschlag von der Erforschung politischer Systeme in Entwicklungs- und Schwellenländern hin zur Forschung über (zumeist westliche) Industrieländer ermöglicht.
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