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GIGA FSP 1

Forschungsschwerpunkt 1:

Legitimität und Effizienz politischer Systeme

In den vergangenen Dekaden ist in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost eine breite Ausdifferenzierung ganz unterschiedlicher Herrschaftsformen zu verzeichnen. Diese reichen von autoritären über hybride zu demokratischen Regimen, wobei sich jeweils weitere Subtypen identifizieren lassen. Mit dieser vielfältigen Regimeproliferation in ganz unterschiedlichen kulturell-gesellschaftlichen Kontexten stellen sich dem FSP zentrale Fragen: In welcher Weise und unter welchen Bedingungen legitimieren sich die verschiedenen Regime und über welche Leistungsfähigkeit verfügen sie – wobei Legitimität und Effizienz in immer neuen Konstellationen bzw. Spannungsverhältnissen zu verstehen ist. Von Bedeutung ist hierbei auch die Beziehung formaler und informeller Institutionen sowie der Einfluss internationaler Akteure auf die Regimeentwicklung. Mehr...


Aktuelles und Highlights:

  • Erdmann, Gero (2012): Neopatrimonialism: problems of a catch-all concept?, in: Susan Stewart/Margarete Klein/Andrea Schmitz/Hans-Henning Schröder (eds.): Presidents, Oligarchs and Bureaucrats. Forms of Rule in the Post-Soviet Space. London: Ashgate. (Flyer)
  • Ufen, Andreas (ed.): Ethnizität, Islam, Reformasi: Die Evolution der Konfliktlinien im Parteiensystem Malaysias, 2012, Wiesbaden: VS Verlag, 307 pp. (Flyer)
  • Hoffmann, Bert : The International Dimensions of Authoritarian Legitimation: The Impact of Regime Evolution, GIGA Working Paper No 182, December 2011, Hamburg (Abstract & full article)
  • Konferenzbericht von Dr. Andreas Mehler: "Mehr wert" oder "kein Wert an sich"? – zur Bedeutung der area studies für die Vergleichende Politikwissenschaft (und umgekehrt). Konferenz: "Comparative Area Studies und die Disziplinen – der Mehrwert des Vergleichs", 1.Juli 2011 am GIGA: (Erscheint in überarbeiteter Form in der Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft)


Forschungsteams:

Gegenwärtig befassen sich drei Forschungsteams (FT) mit folgenden Themen: Das FT 1 beschäftigt sich mit „Persistenz und Wandel nichtdemokratischer Regime“; das FT 2 analysiert verschiedene Aspekte von „Recht und Politik“ und das FT 3 befasst sich mit der „Partizipation und Repräsentation im Kontext von Ungleichheit“. Die zentralen Fragestellungen der drei FT werden im Folgenden kurz skizziert:

1. Persistenz und Wandel nichtdemokratischer Regime

  • Welche Legitimationsstrategien verfolgen autoritäre Regime und mit welchem Erfolg? Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang wirtschaftliche Performanz, die Verteilung von Ressourcen an strategische Gesellschaftsgruppen und die normative Rechtfertigung von Herrschaft und Machterhalt?
  • Welche Anpassungsleistungen an internationale und wirtschaftliche Anforderungen, sowie damit verbundene Lern- und Interaktionsprozesse sind aufseiten nichtdemokratischer und vor allem autoritärer Regime zu beobachten?
  • In welchen Wechselbeziehungen und dauerhaften Verbindungen stehen politische Akteure und Institutionen in nichtdemokratischen Regimen? Welche Governance-Leistungen erbringen insbesondere zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteure und welche Rolle spielen sie beim Erhalt nichtdemokratischer Regime?
  • Welche Faktoren begünstigen die Entwicklung neopatrimonialer Herrschaftsformen in nichtdemokratischen Regimen?

2. Recht und Politik

  • Welche Macht haben Gerichte innerhalb eines politischen Systems? Gab es einen Machtzuwachs von Gerichten im Anschluss an Demokratisierungsprozesse?
  • Sind Gerichte in der Lage, die Exekutive zu kontrollieren? Wie unabhängig sind Gerichte – sowohl in demokratischen als auch in autoritären Regimen?
  • Welche Akteure sind an Verfassungsänderungsprozessen beteiligt? Wie verhalten sich Verfassungsänderungsprozesse zum weiteren politischen Kontext (etwa zu Regionalverwaltungen)?
  • Welchen Einfluss haben Verfassungsreformen auf das politische System?
  • Was sind die Auswirkungen der Privatisierung von Sicherheit auf Menschenrechte, die Verankerung von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie im Allgemeinen?

3. Partizipation und Repräsentation im Kontext von Ungleichheit

  • Welche Bedeutung haben die vielfältigen Ungleichheiten für die staatsbürgerliche Teilhabe am Gemeinwesen und damit auch für die Qualität und die Gefährdung der Demokratie?
  • Unter welchen Bedingungen stärkt die Ausweitung politischer Teilhaberechte, zivilgesellschaftlicher Organisationsprozesse sowie der parteipolitischen und sozialen Mobilisierung die demokratische Entwicklung, beziehungsweise
  • Welches sind die Bedingungen, unter denen die Ausweitung politischer Partizipation Klientelpolitik, korporatistische Praktiken und populistische Regime mit autoritären Zügen unterstützt?


Ausgewählte Publikationen:

  • Bank, Andre/Valbjørn, Morten (2010), Examining the Post in Post-Democratization: The Future of Middle Eastern Political Rule through Lenses of the Past, in: Middle East Critique, 19, 3, 183-200.
  • Bünte, Marco (2010): Decentralization and Democratic Governance in Southeast Asia: Theoretical Views, Conceptual Pitfalls and Empirical Ambiguities, in: Marco Bünte/Aurel Croissant (Hg.), The Crisis of Democratic Governance in Southeast Asia, Houndsmills/Basingstoke: Palgrave:Macmillan (Flyer).
  • Elischer, Sebastian (2010): Political Parties, Elections and Ethnicity in Kenya, in: Daniel Branch and Nicholas Cheeseman (Hg.), Our Time to Eat: Kenyan Politics since 1960, Berlin: LIT .
  • Erdmann, Gero (2011): Decline of Democracy: Loss of Quality, Hybridisation and Breakdown of Democracy, in: Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft. Comparative Governance and Politics, Special Issue 1, 21-58
  • Gilley, Bruce/Holbig, Heike (2010): Reclaiming Legitimacy in China, in: Politics and Policy, 38 (3), 395-442.
  • Gordin, Jorge (2010): Paradoxes of Federalism?: Political Institutions and Fiscal Decentralization in Argentina and Spain, in: Revista d'Estudis Autonòmics i Federals, 11, 142-168.
  • Hoffmann, Bert (2010): Bringing Hirschman Back In: “Exit”, “Voice”, and “Loyalty” in the Politics of Transnational Migration, in: The Latin Americanist, Vol. 54, No. 2, June 2010, 57-73.
  • Llanos, Mariana/Mainstentredet, Leiv (Hg.) 2010: Presidential Breakdowns in Latin America: Causes and Outcomes of Executive Instability in Developing Democracies, Palgrave, New York (Flyer).
  • Richter, Thomas (2010): Rente, Rentierstaat und die Distribution materieller Ressourcen in Autokratien, in: Holger Albrecht, Rolf Frankenberger (Hg.), Autoritarismus Reloaded, Baden-Baden: Nomos, 157-176.
  • Schucher, Günter (2009): Liberalisierung in Zeiten der Instabilität. Spielräume unkonventioneller Partizipation im autoritären Regime der VR China, in: ASIEN, Vol.: 111 (April), 50-75.
  • Soest, Christian v. (2009): The African State and Its Revenues. How Politics Influences Tax Collection in Zambia and Botswana, in: Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik, Bd. 6, Baden-Baden: Nomos (Abstract / Flyer)
  • Stroh, Alexander/Basedau, Matthias (2011): Do Party Systems Make Democracy Work? A Comparative Test of Party System Characteristics and Democratization in Francophone Africa, in: Zeitschrift für vergleichende Politikwissenschaft 1/2011, 173-200
  • Ufen, Andreas (2010): The legislative and presidential elections in Indonesia in 2009, in: Electoral Studies 29, 281-285.

 

Forschungsschwerpunktleiter:

Dr. Gero Erdmann
GIGA Institut für Afrika-Studien
Neuer Jungfernstieg 21
20354 Hamburg
Germany

Tel.: +49 (0)40 - 428 25-718
Fax: +49 (0)40 - 428 25-511

GIGA Berlin-Büro
Charlottenstr. 43
10117 Berlin

Tel.: +49 (0)30 - 2 50 40 985
Fax: +49 (0)30 - 2 50 40 987

http://www.giga-hamburg.de/fsp1

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Letzte Änderung: 31.Januar 2012

 
 
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