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Mitteilungen des Instituts für Asienkunde, Hamburg, Band 337
Hamburg 2001, 306 S.
In den neunziger Jahren musste sich Japan von seinem Selbstverständnis als stets erfolgreiche Wirtschaftsmacht verabschieden. Das bisherige politisch-ökonomische System zeigte sich nicht in der Lage, die akuten Krisen zu überwinden und die Wirtschaft auf einen neuen Wachstumspfad zu setzen. Reformen wurden gefordert und von vielen Industrieunternehmen bereits eingeleitet. Der Reformbedarf wurde jedoch nicht allein für die Wirtschaft konstatiert: In der Politik verschoben sich die Machtverhältnisse und führten u.a. zu einer Reform des Wahlrechts. Das Erziehungs- und Bildungssystem wird zunehmend für ungeeignet gehalten, eine kreativ und eigenständig denkende Generation heranzuziehen, die Japan im 21. Jahrhundert wieder an die Spitze bringen soll. Die Sozialsysteme schließlich geraten durch demographische Entwicklungen unter Finanzierungs- und damit unter Reformdruck. Angesichts des breiten Anpassungsbedarfs leitete die Regierung in den neunziger Jahren in verschiedenen Bereichen Reformmaßnahmen ein.
Zur Jahrtausendwende stellt sich die Frage, ob Japan mit den angestrebten und eingeleiteten Reformen auf dem richtigen Weg ist, um die gegenwärtigen Probleme zu lösen, und ob es bereit und fähig ist, zugleich die Grundlage für ein neues Modell für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu schaffen, ohne dabei den Zusammenhalt der Gesellschaft zu gefährden. Dieser Frage widmet sich der Band mit einer breit gefächerten und zugleich fundierten Analyse. Erstmalig wird in einem multidisziplinären Ansatz eine Art Zwischenbilanz der Reformbestrebungen gezogen. Zum einen werden die Reformansätze der Bereiche Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Soziales, Erziehung und Bildung untersucht, zum anderen wird die Reformdebatte in einen historischen und komparativen Kontext gestellt. Die Beiträge von Wissenschaftlern aus Deutschland, Japan, Kanada und den USA zeigen, dass schon die Prämisse des Reformzwangs differenzierter gesehen werden muss, als dies gemeinhin geschieht. Der Band bietet nicht nur Aufschluss über die Reformkapazität Japans, sondern auch Anstöße für Debatten über Reformdruck und -perspektiven in anderen Ländern.
MIA Japan
Erschienen: 2001
Nummer:
ISBN/ISSN: 3-88910-254-9
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Aktualisiert: 22.08.2005
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