FORSCHUNGSSCHWERPUNKT 4

Macht, Normen und Governance in den internationalen Beziehungen

Der Charakter der internationalen Beziehungen hat sich in den Jahrzehnten nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation stark gewandelt. Ausdruck dieser Veränderungen sind nicht nur die gemeinhin unter dem Schlagwort der "Globalisierung" subsumierten neuen ökonomischen, sozialen und politischen Abhängigkeiten, sondern auch der Aufstieg sogenannter "neuer Regionalmächte" wie Brasilien, China und Indien, die Stärkung nicht staatlicher Akteure und der größere Einfluss internationaler und regionaler Institutionen wie den Vereinten Nationen oder Organisationen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost.

Ein Trend ist die wachsende Bedeutung von Regionen in der globalen Politik. Der Forschungsschwerpunkt 4 (FSP 4) analysiert die zunehmende Verknüpfung von Regierungen und Gesellschaften in und zwischen diesen Regionen. Ihre Akteure treten zunehmend als sogenannte Standardsetzer und Standardnehmer (norm takers and norm shapers) auf, sei es in Fragen der Sicherheit, des Klimaschutzes, der Abrüstung oder im Bereich der Menschenrechte.

Der FSP 4 untersucht in diesem Zusammenhang Ähnlichkeiten und Unterschiede der regionalen und globalen Entwicklung von Macht- und Governance-Strukturen unter Beteiligung staatlicher, nicht staatlicher und hybrider Akteure. Konkret arbeiten die drei Forschungsteams des FSP 4 zu drei Teilaspekten: Im ersten beschäftigen sich die WissenschaftlerInnen mit den außenpolitischen Strategien sogenannter Regionalmächte und ihre Auswirkungen auf internationale Politikfelder. Im zweiten erforschen sie die Herausbildung von Global Governance und transnationalen Normbildungsprozessen unter Beteiligung nicht staatlicher Akteure. Als dritten Punkt untersuchen sie den wachsenden Einfluss von Regionen und Regionalorganisationen in den internationalen Beziehungen.

Dabei legen die WissenschaftlerInnen viel Wert auf die Kooperation mit internationalen Partnern. So hat der FSP 4 gemeinsam mit weiteren führenden Forschungseinrichtungen wie der University of Oxford und dem Institut d'Etudes Politiques de Paris (Sciences Po) das Regional Powers Network (RPN) aufgebaut. Gemeinsam erforschen sie den Aufstieg neuer regionaler Mächte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost.

Leitung

Prof. Dr. Anja Jetschke

anja.jetschke@giga-hamburg.de

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